Frei
Fällt Frei aus, stehen diese Mannen schon bereit

Die Schweiz bangt um den Knöchel von Nati-Captain Alexander Frei. Sollte Frei die WM in Südafrika verpassen, ist doch nocht nicht alles verloren. Wir zeigen, wie Nationaltrainer Othmar Hitzfeld den Ausfall des Stürmers kompensieren könnte.

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Das sind die Alternativen zu Alex Frei
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Gelson Fernandez wäre die Defensiv-Variante für Yakin im Spanien-Spiel. Gelson Fernandez wäre die Defensiv-Variante für Yakin im Spanien-Spiel.
Derdiyok hat eine hervorragende Saison bei Leverkusen hinter sich. Derdiyok hat eine hervorragende Saison bei Leverkusen hinter sich.
Aber auch Bunjaku erzielte in Nürnberg 12 Tore. Aber auch Bunjaku erzielte in Nürnberg 12 Tore.

Das sind die Alternativen zu Alex Frei

Keystone

Vasilije Mustur

Das hat der Schweizer Nationalmannschaft gerade noch gefehlt: Nach dem Unfall von Alexander Frei im letzten öffentlichen Training auf dem Zürcher Letzigrund, bangt die Fussball-Schweiz um den Knöchel des Nati-Kapitäns.

Trotz dieser Hiobsbotschaft ist die «Mission Südafrika» für Frei noch nicht gelaufen. Der Grund: Geht die Schwellung am Knöchel auf ein akzeptables Niveau zurück, können die Ärzte die verletzte Stelle mit einem sogenannten «Tape-Verband» einbandagieren. Da dieser Verband den Knöchel wie Zement stützt, würde dies einen Einsatz von Alex Frei an der Weltmeisterschaft doch noch ermöglichen. Deshalb hat Frei gestern zusammen mit seinen Mannschaftskollegen auch die Swiss-Maschine in Richtung Johannesburg bestiegen.

Das ist mit Freis Knöchel passiert

Im letzten öffentlichen Training der Nationalmannschaft auf dem Zürcher Letzigrund verletzte sich sich der Stürmer ohne Fremdeinwirkung des Teamkollegen Steve von Bergen am Knöchel und blieb daraufhin minutenlang mit schmerzverzehrtem Gesicht auf dem Rasen liegen.

Inzwischen liegt eine erste Diagnose vor: Verstauchung des rechten Sprunggelenks inklusive Bluterguss - aber kein Bänderriss oder Brüche.

Nichts desto Trotz geben die Aussagen von Teamarzt Cuno Wetzel Anlass zur Sorge: «Wann Frei wieder trainieren kann, hängt vom Heilungsverlauf ab. Eine Prognose ist derzeit unmöglich».

Gleichwertige Alternativen zu Frei gibt es nicht
Damit drängt sich die Frage auf: Welcher Spieler kann Frei ersetzen, sollte das schlimmste Szenario eintreffen, sprich: Die Mannschaft während dem Turnier auf Frei verzichten muss? In diesem Zusammenhang hat Nati-Coach Othmar Hitzfeld schon einmal den 17-Jährigen GC-Stürmer Nassim Ben Khalifa in Bereitschaft versetzt. Da Hitzfeld jedoch auf Erfahrung setzt, wird Khalifa - wenn überhaupt - nur zu Kurzeinsätzen kommen. Der Grund: Khalifa hat bis jetzt noch nie für die A-Nationalmannschaft gespielt.

Spanien-Spiel: Auch ohne Frei zu bewältigen

Gegen die technisch überragenden und torgefährlichen Spanier mit einem offensiven System aufzulaufen, wäre sportlicher Selbstmord - und das weiss Hitzfeld. Daher ist damit zu rechnen, dass die Schweiz gegen den Europameister - unabhängig von Freis' Absenz - mit einem fünf Mann starken Mittelfeld und einer Spitze spielen wird. Dabei ist Blaise Nkufo als Brecher im Sturm gerade zu prädestiniert. Mit seinem bulligen Körper und Kopfballstärke hat der Spieler von Twente die Fähigkeiten, die Verteidigungslinie der Spanier zu beschäftigen und - falls nötig - auch den Ball weit weg vom Schweizer Tor fernzuhalten.

Dahinter sind Gökhan Inler und Benjamin Huggel im zentralen Mittelfeld gesetzt und als dritter zentraler Mittelfeldspieler stehen Hakan Yakin oder Gelson Fernandes als defensivere Variante zur Disposition.

Fazit: Die Schweiz spielt gegen Spanien mit Nkufo als einzigen Stürmer und Yakin/Fernandez als zusätzlicher Mittelfeldspieler.

Chile-Spiel: Derdiyok muss Frei ersetzen

Mit dieser Partie steht und fällt der weitere Turnierverlauf der Schweizer Nationalmannschaft. Will das Team in die Achtelfinals, ist Verlieren verboten. Nur schon deshalb wäre eine Absenz von Kapitän Alexander Frei kein gutes Vorzeichen. Sollte es doch dazu kommen, buhlen neben dem gesetzten Nkufo Eren Derdiyok und Albert Bunjaku um den zweiten Platz im Sturm.

Auf den ersten Blick ein Luxusproblem, denn beide haben bei ihren Bundesliga-Clubs eine überragende Saison hinter sich. Bunjaku erzielte für Nürnberg 12 Treffer. Noch besser erging es Derdiyok bei Leverkusen. Der ehemalige Basel-Stürmer steuerte 12 Tore und vier Vorlagen zum vierten Platz der Leverkusener bei. Das Problem: Weder Bunjaku noch Derdiyok konnten sich bisher in der Nationalmannschaft für höhere Aufgaben empfehlen.

Fazit: Neben Nkufo muss Derdiyok im Spiel gegen Chile auflaufen, da sich der Leverkusen-Söldner an Grossanlässen bewährt hat. Der gebürtige Türke erzielte im Wembleystadion zu London seinen ersten Treffer für die Schweiz und lieferte in der ersten Halbzeit gegen die Türkei an der Europameisterschaft eine ausgezeichnete Vorstellung ab, indem er das 1:0 von Hakan Yakin vorbereitete.

Honduras-Spiel: Frei hin, Frei her - die Schweiz muss gewinnen

Den Underdog aus Mittelamerika gilt es zu schlagen - komme, was wolle. Zudem braucht die Nati gegen Honduras wahrscheinlich einen Sieg mit mindestens zwei Toren Differenz, denn sollte die Schweiz gegen Chile nicht über ein Unentschieden herauskommen, spielt die Tordifferenz über das Weiterkommen in die Achtelfinals eine entscheidende Rolle.
Fazit: Eigentlich müsste Othmar Hitzfeld in diesem Spiel drei Stürmer auf den Platz schicken. Für Hitzfeld ist diese Variante aber eher unwahrscheinlich, weil zu progressiv. Das Duo Nkufo/Derdiyok sollte aber in der Lage sein, die Abwehr der Hondurianer zu knacken.

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