Fussball

«Ey Shaqiri, chumm Foto!» – der erste Tag der Schweizer Nati im Trainings-Camp

«Muhen mit den Nati-Stars!» Auch die Kühe verfolgen das erste öffentliche Training der Schweizer Nati in Weggis.

«Muhen mit den Nati-Stars!» Auch die Kühe verfolgen das erste öffentliche Training der Schweizer Nati in Weggis.

Die Schweizer Fussballnationalmannschaft hat sich in Weggis zur WM-Vorbereitung eingefunden. Der erste Tag begann unter einem Chriesi-Baum und endete mit Tischtennis und Billard.

Nur nicht noch eine Verletzung! Kaum gedacht, es laufen die letzten Minuten des Trainingstages, prallen Valentin Stocker und Michael Lang zusammen. Stocker hält sich das Knie. Ein Schlag auf den Nerv. Schmerzhaft. Aber zum Glück nicht weiter schlimm.

Es ist kurz nach 18 Uhr abends. Die Nati-Stars steigen in den Bus. Ein letztes Foto hier, noch ein Autogramm da. Dann brummt der Motor, das Gefährt setzt sich in Bewegung. Zurück ins Hotel. Gut essen, eine letzte Sitzung und dann zur Erholung eine Partie Billard oder Tischtennis.

Start unter dem Chriesi-Baum

Gut acht Stunden zuvor. Das Abenteuer beginnt unter einem Chriesi-Baum. Dort soll der Besucher sein Auto abstellen. An vielen Fassaden der Häuser rundherum hängen rote Schweizer Shirts.

Die Nati-Stars treffen im Trainingscamp in Weggis ein.

Die Nati-Stars treffen im Trainingscamp in Weggis ein.

Knapp 800 Zuschauer besuchen das erste öffentliche Training der Schweizer Nati. Viele Schulklassen sind da. Trotzdem ist die Arena längst nicht voll. Ärgerlich für jene, die eigentlich kommen wollten, aber keine Tickets mehr erhielten. Euphorie? Na ja. Da kann auch der übermotivierte Speaker («und jetzt heissen wir die Spieler alle zusammen willkommen in unserem Heiligtum!») wenig ändern.

Die Torhüter betreten als Erste den Platz. Die Feldspieler wärmen derweil ihre Muskeln noch in den Garderoben-Räumlichkeiten auf. Zwanzig Minuten später sind auch sie zum Einspielen bereit. Trainer Ottmar Hitzfeld korrigiert am Spielfeldrand noch den Standpunkt einiger Hütchen. Er erhält warmen Applaus vom jungen Publikum.

Eine Kollision mit Brisanz

Am Morgen stehen alle Spieler auf dem Platz. Barnetta absolviert indes nur Lauf- und Ballübungen am Rand. Sein Muskelfaserriss ist noch nicht verheilt. Gavranovic braucht nicht lange für seinen ersten Hattrick des Camps. Die Innenverteidiger zeigen derweil keine absolute Frühform. Ob von Bergen, Senderos oder Djourou, einer nach dem anderen fällt mit gravierenden Fehlpässen auf.

Zwei Kollisionen im Training gibt es auch noch. Die eine durchaus mit Brisanz. Behrami und Inler, die ziemlich zerstrittenen Napoli-Spieler, liegen plötzlich am Boden aufeinander. Sofort stehen sie wieder. Aber die bösen Blicke lassen ziemlich tief blicken. Kurz darauf fliegt Drmic durch die Luft, hängen geblieben am Bein von Mehmedi. Keine bösen Blicke diesmal.

Hoch oben auf der anliegenden Wiese grasen derweil unaufgeregt die Kühe. Sie interessieren sich nur am Rande für die Fotografen, die das Bild «Muhen mit den Nati-Stars!» schiessen. Einmal tragen auch zwei Kühe einen intensiv geführten Zweikampf Kopf an Kopf aus.

Nach gut 80 Minuten ist die erste Einheit vorbei. Es kommt der grosse Moment für die vielen jungen Fans. Die Spieler laufen durch einen Korridor von Absperrgittern zurück zum Bus. Die Handys werden gezückt. Überall ertönen Rufe: «Ey Shaqiri, chumm Foto!» Geduldig steht dieser für jeden «Selfie»-Wunsch bereit.

Ein Schwarm von Kameras

Für drei Spieler folgt nach dem Training die Verlängerung. Die Medienarbeit im ziemlich spartanischen Nebenzimmer der Arena wartet. Djourou, Stocker und Lichtsteiner sind fürs Erste auserkoren. Sofort greift ein Schwarm von Kameras und Mikrofonen an. Der eine Reporter wünscht Aussagen zum französischen Fussball. Der nächste nutzt die Pause einer Millisekunde und prescht vor, um etwas über die Beziehung der Spieler zu Weggis zu erfahren. Es ist ein wilder Themenmix. Vertiefende Gespräche? Schwierig.

Über Mittag darf sich im Fan-Village verköstigen, wer will. Der Andrang hält sich in Grenzen. Die letzten Würste auf dem Grill sind dem einsetzenden Regen ausgesetzt. Um 16 Uhr beginnt das zweite Training. Jetzt sind ein paar Fans mehr da. Behrami, Gavranovic und Barnetta bleiben im Hotel. Auskurieren der Blessuren ist angesagt. Torhüter Bürki wirbelt als Aushilfe am linken Flügel. Vor dem Auslaufen bejubeln die Fans jedes Tor im Schuss-Training.

Dann naht das Ende des Nachmittags. Nur noch einmal: «Ey Shaqiri, chumm Foto! Bitteee!»

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