WM 2018

Ein Zyklus geht zu Ende – so wurde die Nati in Kloten empfangen

Stephan Lichtsteiner gibt nach der Rückkehr von der WM in Russland am Flughafen Zürich geduldig Auskunft.

Stephan Lichtsteiner gibt nach der Rückkehr von der WM in Russland am Flughafen Zürich geduldig Auskunft.

Die Schweizer WM-Mission ist mit der Rückkehr für beendet erklärt – rund hundert Fans begrüssten Trainer Petkovic, Captain Lichtsteiner und Co. in der Heimat.

Es ist kurz vor 16 Uhr, als der Swiss-Sonderflug aus Samara in Zürich aufsetzt. Die Nationalmannschaft ist zurück. Es bleibt ein wenig Wehmut, dass die WM-Reise schon zu Ende ist. Es ist ein herzlicher Empfang in Zürich. Einige hundert Fans sind gekommen, einige Teenager kreischen beim Anblick von Shaqiri und Co. Selfies und Autogramme sind trotz ernüchterndem Achtelfinal-Out gegen Schweden gefragt.

Der Swiss-Pilot fühlt sich bemüssigt, darauf hinzuweisen, dass eine Achtelfinal-Qualifikation ziemlich gut sei für die Schweiz. Den Spielern wünscht er schöne Ferien und «gute Nerven mit den Medien». Das alles kann nur eines bedeuten: Er hat keine Sekunde dieses Achtelfinals gesehen.

Viele Autogramme und Selfies beim Empfang der Schweizer Nati

Viele Autogramme und Selfies beim Empfang der Schweizer Nati

Am Donnerstag kurz vor 16 Uhr ging die Schweizer WM-Mission endgültig zu Ende. Der Flug LX 8911 aus Samara mit der SFV-Delegation an Bord landete in Zürich-Kloten. Beim Ausgang wurden die Spieler von den Fans empfangen.

Der Diskussionsbedarf bleibt selbstredend gross. Die einmalige Chance, den russischen Sommer noch etwas zu verlängern und zum Märchen zu gestalten, wurde fahrlässig verpasst. Trainer Vladimir Petkovic macht sich seine Gedanken weiter für sich selbst. Er soll aber bald zur Analyse bereit sein.

Federer und der wunde Punkt

Der König wählte harte Worte zur Verabschiedung. Und trifft damit einen ziemlich wunden Punkt. Als Roger Federer in Wimbledon über das Schweizer WM-Aus sprach, wurde er deutlich: «Ich denke, wir haben gekriegt, was wir verdienen», begann er, «wir gehören einfach nicht zu den besten acht Teams der Welt.» Ehe er anfügte: «Es ist wichtig, die Energie an jedem einzelnen Tag und in jedem einzelnen Training aufs Feld zu bringen. Wenn du immer auf höchstmöglichem Niveau spielst, bringst du die Leistung auch in den wichtigsten Momenten.»

Wenn es um die Mentalität geht, wäre manch einer der Schweizer tatsächlich nicht allzu schlecht beraten, sich Federers Rat zu Herzen zu nehmen. Dass nicht alleine Talent entscheidet, um grosse Spiele zu gewinnen, ist eigentlich keine Neuigkeit mehr. Umso ernüchternder die Feststellung, dass die Frage nach der Mentalität im Schweizer Team aktueller denn je ist – trotz stetiger Beteuerungen des Gegenteils. Wenn es Spieler nur dann übers Limit hinaus schaffen, wenn der Gegner übermächtig ist, bedeutet dies nichts Gutes. Die Macht der mentalen Stärke – es ist eine Diskussion, die diese Mannschaft noch lange verfolgen wird.

Die WM-Bilanz von Fussballverbandspräsident Gilliéron

Die WM-Bilanz von Fussballverbandspräsident Gilliéron

Peter Gilliéron, Präsident des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) ist zwar auch sehr enttäuscht über das Ausscheiden der Schweizer Nationalmannschaft, trotzdem zieht er eine positive Bilanz. Man müsse auch die gute Qualifikation miteinbeziehen. An Trainer Vladimir Petkovic will er weiterhin festhalten.

Abschied am Flughafen

Die Momente am Flughafen sind die letzten Bilder der Nationalmannschaft in diesem Sommer. In Erinnerung bleibt aber die Enttäuschung von St. Petersburg. Dieses 0:1 gegen Schweden. Das nächste Wiedersehen erfolgt im September. Dann startet ein neuer Zyklus. Doch der Beginn mutet wie ein schlechter Scherz an. Die Schweizer Gegner Island und England werden dafür sorgen, dass die Erinnerungen an diese WM ziemlich präsent bleiben.

Island ist wie eine Kopie Schwedens. Mit diesem Spiel startet die «Nations League» am 8. September in St. Gallen. Vier Tage später folgt das Rendez-vous mit den Engländern, das die Schweizer so gerne gehabt hätten, doch noch. Nur ist es dann ein Testspiel statt ein WM-Viertelfinal.

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