Polemik
Dieser Penaltypfiff zeigt, was der Fussball vom Eishockey lernen sollte

Ante Rebic hätte die Kroaten gegen Dänemark bereits vor dem Penalty-Krimi erlösen können. Doch eine Lücke im Regelwerk hält die Hoffnung der Skandinavier aufrecht. Ein Änderungsvorschlag.

Adrian Bürgler
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Jörgensens Tackling gegen Rebic.

Jörgensens Tackling gegen Rebic.

Keystone

Eigentlich hätte die Achtelfinalpartie zwischen Dänemark und Kroatien bereits nach 120 Minuten vorbei sein müssen. Die Nordeuropäer lassen sich in der Verlängerung im dümmsten Moment erwischen und Ante Rebic zieht alleine aufs dänische Tor los. Der kroatische Flügel lässt auch den Torhüter aussteigen, hat keinen Gegner mehr vor sich und wird dann von hinten gelegt.

Kein Penalty, sondern direkt Tor. Im Eishockey gibt es noch andere Situationen, in denen es statt Strafen direkt einen Treffer gibt. Doch diese ist die Einzige, die sich auch auf den Fussball anwenden liesse: Wenn ein klares Tor in der Schlussphase einer Partie durch eine Regelwidrigkeit verhindert wird, soll es nicht Penalty, sondern direkt Tor geben. Aber nur bei einem klaren Tor. In anderen Fällen gäbe es weiterhin Penalty.

So hätte es beispielsweise bei Suarez' Handspiel vor acht Jahren gegen Ghana statt Penalty direkt das Tor und somit die verdiente Führung für die Afrikaner gegeben. Oder eben auch heute für Kroatien gegen Dänemark.

Ich will aber nicht Jörgensen die Schuld in die Schuhe schieben. Dass er in seiner Situation alles versucht, ist klar und sein gutes Recht. Es hätte ja auch sein können, dass Rebic einen kleinen Moment zögert und der Däne so noch die Chance gehabt hätte, den Ball wegzuspitzeln.

Doch mit seiner Intervention nimmt er ja bereits den Penalty und unter Umständen auch den Platzverweis in Kauf. Damit die Fairness auch weiterhin erhalten bleibt, könnte man auch einen mutigen Schritt weitergehen und sagen: Er nimmt damit auch ein technisches Tor in Kauf. Es wären ja Ausnahmefälle, denn allzu oft kommen solche Situationen nicht vor.

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