Nationalteam
Die Schweizer Nati sucht den Supermanager – wird es Christoph Spycher?

Der Fussballverband braucht eine Strukturreform. Ein «Sportchef» soll künftig speziell für die Nati eingesetzt werden. Wird ein YB-Manager zum neuen starken Mann?

Markus Brütsch
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Christoph Spycher macht bei YB einen überragenden Job. Er wäre geeignet als Manager der Nati.

Christoph Spycher macht bei YB einen überragenden Job. Er wäre geeignet als Manager der Nati.

Mario Heller

Wer wird zur bestimmenden Figur der Schweizer Fussballnationalmannschaft? Natürlich, für die Aufgebote, die Aufstellung und die Taktik wird weiterhin der Nationalcoach zuständig sein, für alles andere aber der neue Supermanager die Verantwortung tragen.

Dies zumindest schlägt die Beraterfirma HWH mit den früheren FCB-Verantwortlichen Bernhard Heusler und Georg Heitz vor. Sie war vom Schweizerischen Fussballverband beauftragt worden, die Strukturen rund um die Nati zu überprüfen. Neben verbesserten Trainingsbedingungen mit der Vision eines eigenen Leistungszentrums und einer klaren Kommunikationsstrategie soll die Auswahl künftig von der professionellen Arbeit eines neuen Sportlichen Leiters profitieren. Falls die Delegiertenversammlung im Mai zustimmt, wird dieser neben dem Generalsekretär und dem Leiter der Technischen Abteilung Mitglied der SFV-Geschäftsleitung sein. Ein Mann mit vielen Kompetenzen bis hin zur Wahl des Trainers.
Wer aber könnte den Anforderungen gerecht werden? Wer hat die Fähigkeiten, das zu sein, was Oliver Bierhoff in Deutschland seit vielen Jahren und bis zur WM 2018 verkörperte: Ein erfolgreicher Manager des Nationalteams?

Heusler und Heitz wollen nicht

Zweifellos wären sowohl Heusler wie auch Heitz prädestiniert dafür, haben aber am Samstag klar gemacht, dass es nicht opportun wäre, selber jene neue Stelle zu besetzen, die man vorgeschlagen hatte. Aber klar dürfte sein: Sollte sich niemand finden lassen, der verfügbar ist, müsste man auf Heusler oder Heitz zurückkommen.

Eine gute Besetzung wäre gewiss der langjährige Nationalspieler Christoph Spycher, der als Sportchef bei den Young Boys einen derart überzeugenden Job macht, dass er einer Wunschlösung gleichkäme. Wer den 40-Jährigen kennt, dürfte indes annehmen, dass er Meister YB nicht im Stich lassen und seine Arbeit in Bern fortsetzen will.
Eine interessante Alternative wäre Adrian Knup. Der 50-Jährige, auch er vielfacher Internationaler, war von 2007 bis zur Heim-EM 2008 Teammanager der Nati. Allerdings im Nebenamt und somit ohne entscheidenden Einfluss. Danach war er im Verwaltungsrat des FC Basel und ist heute im Management der Swiss Football League tätig.

Wie immer in solchen Situationen gibt es viele weitere Namen, die zirkulieren. Zum Beispiel: Peter Knäbel, Fredy Bickel, René Weiler, Patrick Müller, Ralph Krueger, Alain Sutter...