Es ist ein ungewohntes Bild, das die Fussballer jeweils Ende Januar abgeben , wenn die Swiss Football League zur grossen Gala lädt. Da sind zum Beispiel die Spieler des Servette FC mit bordeaux-roter Krawatte, die Krienser mit grünem Einstecktuch, die Basler mit dem FCB-Pin am Hemdkragen oder die St. Galler mit dem aufgestickten Club-Logo auf dem schwarzen Anzug. Die besten Fussballer aus den obersten zwei Ligen waren nach Luzern ins KKL eingeladen worden für die sechsten Austragung der Award-Night der Swiss Football League (SFL).

Nach dem Apéro mit kombiniertem Dinner folgte um 20 Uhr dann der eigentliche Grund der Veranstaltung: die Ehrungen der besten Spieler und Trainer des Jahres 2018. In der Show, moderiert von Sven Furrer und Zoe Torinesi, räumten, wie auch im ganzen Fussballjahr 2018, die Young Boys ab.

Der beste Spieler? Kevin Mbabu. Der beste Trainer? Gerardo Seoane? Der beste Youngster? Djibril Sow. Das schönste Tor? Guillaume Hoarau. Und nicht weniger als sieben YB-Spieler kamen in die Top-Elf der Liga.

Traumjahr von Gerardo Seoane mit Award gekrönt

An seiner Heim-Veranstaltung im  Luzerner KKL holte Gerardo Seoane nach seinem allerersten Jahr als Trainer der Super League gleich den Titel ab. Es ist die Krönung eines perfekten Jahres für den Rothenburger. Anfang Jahr wurde Seoane beim FCL vom Nachwuchstrainer zum Cheftrainer befördert, führte die Luzerner sogleich vom neunten auf den dritten Rang. Im Sommer folgte er auf YB-Meistertrainer Adi Hütter. Dort war er ebenso von Beginn weg erfolgreich – in der Winterpause liegt YB ganze 19 Punkte vor dem FC Basel.

Und nun wurde Seoane also zum besten Trainer des Jahres ausgezeichnet. «Dass dies so schnell möglich ist, hätte ich natürlich nicht ahnen können», meinte Seoane, der sagt, dass 50 Prozent des Titels auch dem FC Luzern zu verdanken sei. «Nun freue ich mich sehr, dass ich diese Ehre erhalte.  Aber das Wichtigste ist für mich nun, alles daran zu setzen, dass ich im Sommer zusammen mit diesem tollen Team auch den Meistertitel feiern darf.»

Und die Tatsache, dass der Meistertrainer Adi Hütter (jetzt Eintracht Frankfurt)nicht nominiert war, machte Seoane gleich selber zum Thema: «Ein grosser Teil des Preises gehört auch ihm, da er eine super Mannschaft geformt hat.»

Der beste Spieler muss ein Berner sein

Zum besten Spieler wurde wie bereits im Vorjahr ein Aussenverteidiger des Schweizer Nationalteams ausgezeichnet. Auf Michael Lang, der inzwischen bei Mönchengladbach spielt, folgt nun der 23-jährige Kevin Mbabu von Meister Young Boys. Bereits vor der eigentlichen Krönung schien die Wahl logisch, anstelle von YB-Goalgetter Guillaume Hoarau wurde neben dem ebenfalls nominierten Raphael Nuzzolo (Xamx) Mbabu gleich doppelt eingeblendet, was für einige Lacher im Publikum sorgte.

Aber auch sonst ist die Wahl des Genfers Mbabu wenig überraschend, hat er doch mit sehr starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Er hatte schon im Vorfeld der Show gesagt, dass der Sieger des Awards nach diesem Jahr ein Berner sein müsse. «Was wir in diesem Jahr erreicht haben,  ist unglaublich», sagte er. «2018 war ein grossartiges Jahr. Ich träume aber noch weiter. Auch in diesem Jahr gibt es wieder viele Ziele zu erreichen.»

Von Rotblau zu Gelbschwarz

Ob Mbabu auch in der Rückrunde bei den Young Boys in Bern spielt, ist noch offen. Mehrere Vereine aus dem Ausland sind an Mbabu interessiert, der derzeit an einer Knieverletzung laboriert und nach seinen Aussagen noch drei Wochen ausfällt.

Die grosse Wachablösung von Rotblau zu Gelbschwarz im Schweizer Fussball präsentierte sich also auch an der Award-Night. Der langjährige Ligadominator erhielt nur einen Preis. FCB-Goalie Jonas Omlin wurde immerhin in die beste Elf gewählt. Der Obwaldner war dafür bereits am frühen Abend Ligaspitze. Er erfüllte auf dem grünen Teppich mit Abstand am meisten Unterschriftswünsche der Fans.