Super League

Der FC Basel startet in die Saison-Vorbereitung – und räumt personell auf

Der FC Basel hat am Donnerstagmorgen nach 20 Tagen Pause die Vorbereitung auf die Saison 2017/2018 aufgenommen. Mit neuer Führung, neuem Trainer, einem neuen Stürmerstar – und einigen altbekannten Gesichtern sowie vielen Abwesenden.

Auf diesen Donnerstagmorgen wurde schon lange mit Spannung gewartet. Einerseits von Seiten der neuen Führung des FC Basel um Sportchef Marco Streller. Andererseits aber auch von Seiten der Öffentlichkeit. Denn es war der Tag, für den in den offenen Fragen zur Kaderplanung Antworten versprochen wurden. Zu Spielern, die abwesend waren – oder in der Person von Zdravko Kuzmanovic auf einmal wieder in Basel auf den Trainingsplätzen standen.

Vor allem der Auftritt des im Streit von Basel geflüchteten Kuzmanovic sorgte für grosses Interesse. Letzte Woche schon bestätigte Streller, dass Kuzmanovic beim Trainingsauftakt dabei sein werde. Über seine Zukunft wollte er damals nicht viel mehr sagen. «Kuz hat einen Vertrag hier, der noch drei Jahre läuft. Er ist also wieder Spieler des FCB», äusserte sich Streller dann am Donnerstagnachmittag.

Ungewissheit bei Kuzmanovic

«Zdravko hat eine unheimliche Qualität, ist enorm ehrgeizig. Es wird sich zeigen, ob mit ihm definitiv geplant wird.» Sollte dem so sein, muss der FCB aber noch etwas Geduld haben. Denn Kuzmanovic, zuletzt an den FC Málaga ausgeliehen, der die Kauf-Option aber nicht gezogen hat, ist erst im Aufbautraining. Im Oktober erlitt er einen Achillessehnen-Riss, den er seither kuriert. «Er ist etwa bei 60 oder 70 Prozent. Wir wissen alle, was er kann, wollen ihm aber auch nicht zu viel Druck aufsetzen. Wir geben ihm Zeit.»

Das Zerwürfnis mit Ex-Trainer Urs Fischer, welches Kuzmanovic zu seiner Flucht aus Basel verleitete, spiele in allen Entscheiden absolut keine Rolle, weil «wir mit der Situation des letzten Jahres nichts zu tun haben», wie Streller betont. Und auch, weil man wisse, "dass es manchmal die schwierigen Spieler sind, die den Unterschied auf dem Platz ausmachen können."

Ideen für Salvi

Der Spieler selber sagte in einem Gespräch mit der bz im letzten Herbst, dass er mit etwas Abstand "alles komplett anders machen würde". Und auch, dass er sich eine Zukunft – und das nicht nur, weil er vertraglich an den FCB gebunden ist – hier durchaus vorstellen könnte. Dafür wäre er sogar gewillt, sich im Team besser einzufügen, nicht mehr so grosse Ansprüche zu stellen und nicht immer nur an "mich, mich und mich" zu denken.  

Ob Kuzmanovic dieses Versprechen in Basel wird einlösen können, ist noch ungewiss. Ähnlich ist die Situation bei Mirco Salvi. In den letzten beiden Spielzeiten war er an den FC Lugano ausgeliehen worden. Während dieser Zeit kaufte der FCB jedoch noch Djordje Nikolic und besetzte mit ihm den Platz des dritten Torhüters. An einem Verbleib Salvis in Basel darf daher gezweifelt werden. "Bei Mirco haben wir einige Ideen, sind aber noch dabei, diese zu besprechen", so Streller.

Leihe für Cümart

Klarer ist dafür Eray Cümarts Lage. Er war der dritte Spieler des FC Basel, der nach einer beendeten Leihe am Donnerstag wieder mit seinem Stammclub trainierte. Ein Zustand, der von kurzer Dauer sein wird. "Wir haben mit Eray abgemacht, dass wir ihn noch einmal ein Jahr ausleihen werden." Es sei für die Entwicklung des erst 19-jährigen Innenverteidigers das Beste, weil er so zu mehr Spielpraxis kommt. "Das sieht er auch so", sagt Streller und führt aus: "Wir sind in Gesprächen mit diversen Clubs. Er weckt grosse Begehrlichkeiten, fast die ganze Super League möchte Eray ausleihen."

Sicher eine Option sei der FC Lugano, wo Cümart bereits in der Rückrunde der Saison 2016/2017 leihweise engagiert war. "Dort könnte er Europa League spielen und hätte mit Pierluigi Tami einen Trainer, der sehr gut mit Jungen arbeiten kann." Dass mit Walter Samuel auch noch ein alter Bekannter Cümarts Assistent ist bei Lugano und erst noch jahrelang auf der gleichen Position gespielt hatte, "ist natürlich auch sehr gut".

Vertrag für Itten

Nicht anwesend waren beim ersten Training der neuen Saison Cedric Itten und Veljko Simic. Beide weilten sie noch in den Ferien. Für beide hat die neue sportliche Führung aber ebenfalls schon Pläne. Itten wird am morgigen Freitag seinen Vertrag beim FC Basel verlängern, wie Streller bestätigt. "Danach soll er aber noch einmal ausgeliehen werden. Unser Ziel wäre eine Leihdauer von einem Jahr."

Bei Simic suche man "eine Lösung". Er war im letzten Jahr an Chiasso ausgeliehen, wo er mit Sicherheit nicht bleiben werde. Genau so wenig wie in Basel. Wo es für ihn hingeht, wollte Streller nicht verraten. "Aber wir sind uns sicher, dass wir einen Weg finden."

Vereinssuche bei Sporar

Zu den prominenteren Abwesenden gehörte neben allen Nationalspielern Andraz Sporar. Lange wurde über seine Zukunft debattiert, ein Geschäft mit St. Gallen im Tausch mit Albian Ajeti war eine Option. Nachdem dieses jedoch gescheitert ist, führt den Slowenen der Weg nicht in die Ostschweiz, sondern ins Ausland, wo er aktuell auch weilt. "Er ist mit einem anderen Verein in Verhandlungen für ein Leihgeschäft", sagt Streller. Raphael Wicky, der neue FCB-Trainer, wollte nur so viel dazu sagen: "Für mich ist das okay."

Klar ist somit vor allem, dass der Kader, wie er sich im ersten Training präsentierte, bei Weitem nicht der Kader ist, mit dem der FCB in die Saison gehen wird. Bereits am Samstag, wenn der FC Basel sein erstes von zwei Trainingslagern beginnt, wird sich das Gesicht der Mannschaft verändern. Dann nämlich stossen alle Nationalspieler (mit Ausnahme von Alexander Fransson und Nikolic, die noch an der U21-EM im Einsatz sind) direkt am Tegernsee zum Team.

Abgeschlossen wird aber auch dann die Kaderplanung noch nicht sein, denn "die grossen Ligen fangen erst später an, mit der Saison und den Transfers." Daher könne man nichts ausschliessen, "weil bei gewissen Spielern die Begehrlichkeiten sicher gross sind", wie Streller meint. Einer davon ist Michael Lang. "Stand jetzt haben wir für ihn aber noch kein Angebot."

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