Tour de France

Froomes Leiden lässt hoffen

Chris Froome - ein ehrlicher Sieger?

Chris Froome - ein ehrlicher Sieger?

Chris Froome hat die Tour de France zum zweiten Mal gewonnen. Obwohl sein Triumph von Doping-Gerüchten begleitet wurde, kann der Sieg des Briten auch als Zeichen für einen sauberen Radsport interpretiert werden.

Plötzlich ging noch einmal etwas. Plötzlich kam in dieser Tour de France doch noch etwas Spannung auf. Beim Schlussaufstieg auf die Alpe d’Huez in der vorletzten – und entscheidenden – Etappe war doch noch einmal Mitfiebern angesagt.

Die Erwartungen im Vorfeld der 102. Austragung der «Grande Boucle» waren gross gewesen: Mit Chris Froome, Alberto Contador, Vincenzo Nibali und Nairo Quintana standen die vier grossen Rundfahrer der Gegenwart allesamt am Start. Dass die Hoffnungen auf einen epischen Vierkampf schon bald begraben werden mussten, hatte zwei Gründe: Erstens war Froome schlicht der Beste des Quartetts, zweitens verfügte er in seinem Team Sky über das stärkste Kollektiv von Helfern.

Froome ist der richtige und vor allem auch verdiente Sieger dieser Tour. Er musste sich nicht nur gegen Quintana und Co. durchsetzen, sondern hatte auch am Strassenrand mit viel Gegenwind zu kämpfen. Der Brite musste es ertragen, von Zuschauern beschimpft, bespuckt, ja sogar mit Urin beworfen zu werden. Das ist abscheulich. «Ich habe nichts getan, womit ich das verdient hätte», sagte Froome dazu. Die Übeltäter waren da offenbar anderer Meinung.

Spätestens seit Lance Armstrong wird jeder übermächtig scheinende Effort im Radsport angezweifelt. Doping-Diskussionen gehören zum «Maillot jaune» wie die Butter aufs Brot. Zumal sich Froome das Leadertrikot bereits in der ersten Tour-Woche eroberte und vor allem in den Pyrenäen in einer eigenen Sphäre zu fahren schien. Dass der 30-Jährige zum Schluss in den Alpen auf die Hilfe seiner Teamkollegen angewiesen war, nährt aber die Hoffnung. Die Hoffnung, dass man Froomes Beteuerungen, sauber zu sein, Glauben schenken darf. Immer auf die Gefahr hin, einmal mehr einer Täuschung zu unterliegen.

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