Australian Open
Federer vs. Tomic: Zickenkrieg unter Männern

Tennis Roger Federer schlägt David Goffin 6:2, 6:1, 6:4 und kritisiert die Einstellung von Bernard Tomic.

Petra Philippsen, Melbourne
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Roger Federer zelebriert seine Auftritte auf der grossen Bühne, die Bernard Tomic noch nicht oft betreten hat.

Roger Federer zelebriert seine Auftritte auf der grossen Bühne, die Bernard Tomic noch nicht oft betreten hat.

KEYSTONE

Die Australier haben es dieser Tage wirklich nicht leicht. Da mussten sie nicht nur ihren geliebten Haudegen Lleyton Hewitt in die Tennisrente verabschieden, sondern sich auch noch gleichzeitig damit abfinden, dass seine sportlichen Nachkommen noch viel schlimmere Rotzlöffel sind, als es Hewitt selbst in seinen ärgsten Flegeljahren jemals gewesen ist.

Nick Kyrgios überweist regelmässig Geldbussen an die ATP, beleidigte zuletzt Stan Wawrinka mit obszönen Bemerkungen und versprach jetzt aber, sich einen Psychologen zu suchen, damit er seine dauernden Aggressionsanfälle in den Griff bekomme. Ja, geredet hat Kyrgios mit seinen 20 Jahren schon viel. Und eigentlich hatte er mit seinen dauernden Eskapaden dem drei Jahre älteren Bernard Tomic längst den Rang abgelaufen als neuer Bad Boy aus Down Under.

Der Platz muss nach den Regenfällen getrocknet werden, damit schnellstmöglich wieder weitergespielt werden kann
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Ein freches Selfie mit Daria Gavrilova
Apropos Daria Gavrilova: Sie scheint die Zeit mit den Tennis-Fans zu geniessen...
Regen in Down Under - auch das gibts hin und wieder mal, wenn auch selten
Beweglich, wie man ihn kennt: Die Weltnummer eins Novak Djokovic
Emotionaler Moment: Lleyton Hewitt beendet seine Karriere
An der Pressekonferenz erscheint er gleich mit seinen drei süssen Kindern
Und fangen! Ein Schnappschuss von John-Isner-Fans
Verpasste Chance - Nick Kyrgios muss an seinem Shirt beissen
Melbourne im Mittelpunkt der Tenniswelt
Seltenes Bild: Novak Djokovic am Boden
Nette Atmosphäre im Sommer von Melbourne
Du lebst gefährlich, kleiner Vogel...
Fast wie eine Fussballerin: Die Slowenin Polona Hercog mit ihrem tätowierten Schlagarm
So sehen wir sie besonders gerne: Die hübsche Ana Ivanovic glücklich
Ana Ivanovic bei einem Service
Hübsche Nägel – sie gehören Katerina Siniakova: Ob die Nägel beim Tennisspielen nicht in die Quere kommen?
Ausgefallen: Bethanie Mattek-Sands
Misaki Doi mit einem Spagat im Spiel gegen Angelique Kerber
Dreht das Spiel in der ersten Runde: Angelique Kerber
Später hatte sie weniger zu lachen: Ein Rafa-Fan sieht die Sensations-Niederlage von Rafael Nadal in der ersten Runde
Roger Federer vor dem Turnierstart mit überdimensionalem Schläger
Den Ball im Fokus: Gael Monfils
Das letzte Training einer speziellen Freundschaft: Roger Federer mit Lleyton Hewitt
Grigor Dimitrov zeigt Schultern
Victoria Azarenka zeigt Haare
Bernard Tomic zeigt Oberkörper
Auch Sam Groth zeigt seinen trainierten Oberkörper
Freude bei den Tennisfans, die auf Autogrammjagd gehen
Ohne sie geht nichts: Die Balljungen bestaunen den letztjährigen Turniersieger Novak Djokovic vor dem Turnierstart
Bällefangen will gelernt sein: Die Balljungen im Training
Frech gekleidet: Eugenie Bouchard im Training
Eugenie Bouchard
Eugenie Bouchard mit Trainer Thomas Hoegstedt
Eugenie Bouchard braucht einen Schluck Wasser
Die australischen Fanatics sorgen für gute Stimmung
Venus Williams mit speziellem Kleid
Serena Williams tanzt - das Outfit passt
Serena Williams
Serena Williams
Genauso wie ihre Schwester: Venus Williams zeigt Bauch
Philipp Kohlschreiber musste in der ersten Runde gegen Nishikori die Segel streichen
Abkühlung bei Temperaturen weit über 30 Grad muss sein
Die Fans kühlen sich auf dem Gelände der Australian Open in Melbourne ab
Dieser Franzose lässt nichts anbrennen
Petra Kvitova
Sloan Stevens
Caroline Wozniacki
Kristina Mladenovic
Anna Karolina Schmiedlova
Anna Karolina Schmiedlova
Maria Sakkari aus Griechenland
Maria Sakkari mit dem Daumen hoch
Margarita Gasparyan freut sich über den Sieg gegen Sara Errani
Rafael Nadal im Training
Durchgeschwitzt: Novak Djokovic im Training
Petra Kvitova spielt eine Rückhand
Camila Giorgi aus Italien
Petra Kvitova
Camila Giorgi mit einem krachenden Return
Caroline Wozniacki
Sloane Stephens
Die Fans kämpfen um jedes Autogramm
Novak Djokovic spürt die Hitze
Thiemo de Bakker verspürt Schmerzen
Agnieszka Radwanska kühlt sich ab
Die Fans ebenfalls
Caroline Wozniacki hat Schwierigkeiten
Svetlana Kuznetsova
Dominika Cibulkova
Belinda Bencic
Federer-Fans
Roger Federer im Fokus
Maria Sharapova
Maria Sharapova
Sieg! Die Jubelpose von Tsonga
Rafael Nadal schwitzt sich in die Niederlage gegen Fernando Verdasco
Yulia Putintseva ballt die Faust
Kristyna Pliskova
Donna Vekic
Schläger bespannen muss auch sein
Laura Siegemund
Lleyton Hewitt steht an seinem Abschiedsturnier in Runde zwei
Die Fanatics freuts
Maria Sharapova
Rafael Nadal an der Pressekonferenz nach dem verlorenen Erstrundenspiel: Körpersprache sagt alles
Dieser Fan zieht die Blicke an
Angelique Kerber mag kaum mehr gehen - setzt sich dann aber dennoch durch
Kateryna Bondarenko kann es kaum fassen: Sie steht in der nächsten Runde
Der Schweiss muss weg
Svetlana Kuznetsova
Belinda Bencic und ihr Rossschwanz
Am Schluss setzt sich Belinda Bencic gegen Timea Babos durch
Bencic freut sich über ihren Sieg
Belinda Bencic fokussiert beim Aufschlag
Mirka Federer am Spiel ihres Mannes Roger
Hopp Schwiiz - viele Schweizer Fans in Melbourne
Yulia Putintseva
Marin Cilic fliegen die Bälle um die Ohren - seine Unterschrift ist gefragt
Tennis kann auch weh tun: Dusan Lajovic muss sich behandeln lassen
Seltenes Bild: Roger Federer in der Defensive
Mirza Basic zwischen Licht und Schatten
Grigor Dimitrov stellt am Rande einer Trainingsstunde seine Fans zufrieden

Der Platz muss nach den Regenfällen getrocknet werden, damit schnellstmöglich wieder weitergespielt werden kann

Keystone

Doch weit gefehlt: Tomic ist seinem Rüpel-Image treu geblieben und spaltet weiterhin die Nation: Man liebt ihn oder man hasst ihn. Und doch müssen sie ihm heute gegen Andy Murray die Daumen drücken, schliesslich ist er ihr letzter verbliebener Lokalmatador bei den Australian Open – aber ausgerechnet im Vorfeld liefert sich Tomic auch noch eine Schlammschlacht mit Publikumsliebling Roger Federer.

Verbaler Schlagabtausch

Der Baselbieter war beim Vorbereitungsturnier in Brisbane nach seiner Meinung zu Tomic befragt worden. Der hatte dort nicht schlecht gespielt, ist mittlerweile auf Platz 17 der Weltrangliste vorgedrungen. Sei Tomic da nicht auf dem Sprung in die Top Ten? Aber Federer sagte, was jeder sagen muss, der die schon chronisch mangelnde Arbeitseinstellung des Australiers beobachtet: «Bernard ist gut, aber die Top Ten sind eine ganz andere Geschichte. Das Jahr ist nicht nur einen Monat oder eine Woche lang. Es sind 52 Wochen.

Es ist jeder Tag.» Mit der Disziplin hat es Tomic nicht so, weder auf dem Platz und schon gar nicht ausserhalb. Aber eine grosse Klappe, die hatte der Australier dafür schon immer. «Wir haben jetzt so viele Jahre von ihm gehört, dass die Top Ten sein Ziel seien», sagte Federer, «aber er hat es jedes Mal um Längen verpasst. Er zeigt es nicht. Also sollte er sich vielleicht besser erst kleinere Ziele stecken.»

Keine Chance: Roger Federer schlägt den Belgier David Goffin im Eilzugtempo.
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Roger Federer gegen David Goffin im Achtelfinal der Australian Open 2016
Federer schlug Goffin in dei Sätzen 6:2, 6:1 und 6:4.
David Goffin konnte dem Maestro nicht das Wasser reichen.
Hopp Schwiiz, go Roger!
Nach nur21 Minuten holte sich Federer bereits den ersten Satz.
Und obwohl sich Goffin danach steigerte, ...
änderte sich am (einseitigen) Spielverlauf nichts mehr.
Selten musst sich Federer strecken.
Im Energiesparmodus in den Viertelfinal.
Meist jagte er Goffin die Bälle nur so um die Ohren.
Als ob er sagen möchte: «Darf ich auch mal?»
Es ging so schnell. Versteckt King Roger hier ein Schmuzeln?
Im Energiesparmodus in den Viertelfinal.

Keine Chance: Roger Federer schlägt den Belgier David Goffin im Eilzugtempo.

Keystone

In Melbourne bekam Tomic nun Wind von Federers Aussagen und setzte sofort zum Verbal-Return an: «Gut, er hat seine Prognosen. Aber wenn er glaubt, dass ich sehr weit von den Top Ten weg bin, dann glaube ich auch meiner Prognose, dass er im Moment nicht einmal annähernd an Novaks Tennis dran ist.»

Es klang mehr nach dem beleidigten Nachtreten eines trotzigen Kindes. Doch Tomic hat sich seine eigene Wahrheit, seinen eigenen Kosmos geschaffen, in dem er lebt. Und in dem nur seine Regeln gelten. So lieferte er sich in seinem schicken Ferrari schon wilde Verfolgungsjagden mit der Polizei, frönte Alkoholexzessen und pöbelt auf Partys, wenn er nicht genug beachtet wird. Sein Vater John wurde wegen Gewalttätigkeit schon bei Turnieren gesperrt, ein gutes Vorbild ist er nicht.

Ein schlampiges Genie?

Trainieren tut Tomic so wenig wie möglich, Diät hält er auch nicht. Er glaubt ohnehin, dass sein Talent allein ausreicht. «Wenn ich gut spiele, bin ich ein Top-acht-Spieler», meinte er grossspurig, «und mein Ranking bringe ich dort auch hin. Und da bleibe ich dann die nächsten Jahre.» Man kann die Australier gut verstehen, dass sie so ihre Probleme damit haben, mit Tomic warm zu werden. Von klein auf wurde er als nächstes Supertalent gehandelt, stand immer im Fokus. Das tat ihm nicht gut. Spielerisch könnte er es sicher in die Top Ten schaffen, doch nicht auf die leichte Tour. Denn ohne Arbeit hätte auch Federer keinen Erfolg gehabt. Arbeitet Tomic denn hart genug? «Um ehrlich zu sein, ich müsste lügen, wenn ich sage, dass ich jetzt härter arbeite», meinte er vor dem Turnier, «20 Minuten im Fitnessraum müssen reichen.» Die Australier müssen sich wohl damit anfreunden, dass sie so bald keinen neuen Liebling bekommen, der ihnen nach Jahrzehnten wieder den Titel in Melbourne holt.