Swiss Indoors

Federer und Wawrinka trennt nur noch eine Hürde vom Schweizer Viertelfinal, doch einer ist trotzdem etwas wütend

Roger Federer jubelt nach einer grandiosen Vorstellung im Achtelfinal gegen einen bemitleidenswerten Radu Albot zurecht.

Roger Federer jubelt nach einer grandiosen Vorstellung im Achtelfinal gegen einen bemitleidenswerten Radu Albot zurecht.

Die beiden Schweizer Aushängeschilder gewinnen ihre Matches an den Swiss Indoors in Basel im Eilzugstempo. Am Freitag könnten sie zum zweiten Mal nach 2011 wieder in Basel gegeneinander spielen.

Einen kleinen Aufreger gibt es an diesem erfolgreichen Schweizer Mittwoch an den Swiss Indoors in Basel dann doch. Nach seinem souveränen 6:3, 6:4 Erstrundensieg gegen Pablo Cuevas holt Stan Wawrinka an der Pressekonferenz zum Rundumschlag aus. «Wegen der kritischen Berichterstattung ist mir die Lust vergangen, mit der Schweizer Presse zu reden», sagt der Romand, nachdem er gefragt wurde, was dem dreifachen Grand-Slam-Sieger im Vergleich zu seinen Bestzeiten aktuell noch fehle. «Ich bin wieder die Nummer 15 der Welt. Mein Jahr war gut, auch ohne Titel», so die Antwort.

Das komplette Statement von Wawrinka im Video:

Tatsächlich zeigt der Waadtländer, der wegen der Finalteilnahme letzte Woche in Antwerpen erst gestern in die Swiss Indoors eingestiegen ist, seine vermutlich beste Partie überhaupt in der St. Jakobshalle. Vom Basel-Fluch – achtmal scheiterte Wawrinka hier bereits in der Startrunde – ist nie etwas zu sehen. «Irgendwie spürte ich, dass sich das Publikum besonders freut, dass ich wieder hier bin», sagt Wawrinka, der die letzten beiden Ausgaben verletzungsbedingt verpasste.

Alles im Griff zum Auftakt der Swiss Indoors: Stan Wawrinka steht sicher in den Achtelfinals

Alles im Griff zum Auftakt der Swiss Indoors: Stan Wawrinka steht sicher in den Achtelfinals

Federer und Wawrinka trägt der starke Aufschlag

In der Vergangenheit konnte er mit der durch das Heimpublikum ausgelösten Extra-Nervosität nicht gut umgehen. Diesmal schon. «Das Selbstvertrauen aus der Vorwoche, die Erholungspause seit den US Open, die Zuschauer. Es gibt viele Gründe, warum ich so gut gespielt habe», erklärt Wawrinka. Vor allem sein Aufschlag stellt Cuevas vor grosse Probleme. Wawrinka bekommt bei eigenem Service viele einfache Punkte, Cuevas keine einzige Breakchance. So reicht dem Schweizer in beiden Sätzen je ein Break, um den Match nach 1:06 Stunden für sich zu entscheiden.

Federer toppt die Leistung seiner Vorband

«Was Stan kann, kann ich schon lange», muss sich Roger Federer in den Katakomben gedacht haben. Dann schickt sich der Lokalmatador an, die super Leistung seiner westschweizer Vorband noch zu toppen. Federers Gegner Radu Albot ist zu bemitleiden, denn der Schweizer trifft beinahe jeden Ball. «Es war ein wunderbares Gefühl, so zu spielen. Kurzfristig war ich in der Zone. Solche Momente sind rar», sagt Federer, der für sein 6:0, 6:3 sogar noch vier Minuten weniger benötigt als Wawrinka für sein 6:3, 6:4.

Beim Stand von 5:0 quittiert das gleichzeitig ungläubig wie begeisterte Publikum die Federer-Show erstmals in dieser Woche mit einer Laola-Welle. Als Albot im zweiten Satz zum 1:2 sein erstes Game überhaupt macht, bekommt der Moldauer tosenden Applaus. Albot verbeugt sich zum Dank zweimal und streckt beide Hände in die Luft. Auch die Nummer 49 der Weltrangliste kann nach Federers Winnern oft nur den Kopf schütteln.

Für seinen Viertelfinaleinzug benötigte Federer insgesamt nur 1:54 Stunden. Ein Rekord ist das nicht. Auf dem Weg zu seinem ersten Titel in Basel im Jahr 2006 benötigte Federer nur 1:43 Stunden. Damals gelang ihm gegen Guillermo Garcia-Lopez auch das bisher einzige 6:0 in Basel. Albot ist also nicht alleine.

Im Viertelfinal könnte es zum Duell der beiden Schweizer kommen. «Ich hoffe, dass ich am Freitag gegen Stan spiele. Seit unserem letzten Aufeinandertreffen hier 2011 ist er eine Legende geworden», sagt Federer. Wenn Wawrinka heute gegen den Amerikaner Frances Tiafoe an seine gute Form anknüpfen kann, steht einem Duell der beiden Davis-Cup-Sieger von 2014 auf dem Basler Center Cort nichts im Weg.

Die Highlights der Schweizer Show im Video:

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