Der VAR entscheidet die Partie – St.Gallen verliert gegen Luzern nach einem Penalty in der 87. Minute

Der FC St.Gallen ist zum Saisonstart gegen Luzern lange die bessere Mannschaft, kassiert aber nach einer Intervention des Videoschiedsrichters VAR kurz vor Schluss durch einen Penalty das 0:1. Das 0:2 fällt in der Nachspielzeit. Es ist für die Ostschweizer gegen Luzern die zehnte Niederlage in Serie.

Patricia Loher
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St.Gallens Neuzugang Yannis Letard (rechts) gegen Luzerns Stürmer Blessing Eleke. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus)

St.Gallens Neuzugang Yannis Letard (rechts) gegen Luzerns Stürmer Blessing Eleke. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus)

Die Tore

  • 0:1, 87. Minute, Blessing Eleke: Luzerns Stürmer verwertet den Penalty nach einer VAR-Intervention souverän.
  • 0:2, 96. Minute, Christian Schneuwly: Der Luzerner schiebt nach einem Konter eiskalt ein.

Die Spiel-Analyse

In der Startphase verläuft die Partie ausgeglichen. Nach dem Entscheid von Schiedsrichter Lionel Tschudi, nach der Konsultation von TV-Bildern einen vorerst zu Gunsten der St.Galler gepfiffenen Penalty nicht zu geben, steigern sich die Ostschweizer. Die neu zusammengestellte Mannschaft übernimmt das Diktat und spielt mutig nach vorne. Bemerkenswert vor allem: Die Abwehr mit Silvan Hefti, Leonidas Stergiou, Yannis Letard und Miro Muheim – im Durchschnitt nicht einmal 20-jährig – leistet sich praktisch keine Aussetzer.

In der 28. Minute kommen die St.Galler durch Jérémy Guillemenot und Victor Ruiz zu guten Möglichkeiten. Das Spiel der Gastgeber aus dem Mittelfeld funktioniert, der Spanier Ruiz fällt auf, auch Dereck Kutesa stellt seine gute Form unter Beweis. Wäre St.Gallen in der Offensive etwas durchschlagskräftiger, würde es zur Pause führen.

Hefti vergibt eine ausgezeichnete Chance

St.Gallen rennt auch nach der Pause an. Das Spiel der Gastgeber ist weiterhin schön anzusehen. Die Ostschweizer ziehen ihr Pressing auf und drängen die Gäste aus Luzern während Minuten in die eigene Hälfte zurück. Doch es bleibt dabei: Im und am Sechzehnmeterraum agieren die St.Galler zu harmlos. In der 60. Minute reagiert Trainer Peter Zeidler und bringt für Bakayoko Cedric Itten. 20 Minuten vor dem Spielende vergibt Hefti die bis anhin beste Chance, als er mit einem platzierten Kopfball an Luzerns neuem Goalie Marius Müller scheitert. In der 82. Minute vermeidet St.Gallen nur mit Glück ein Gegentor, als Luzern aus nächster Nähe den Ball nicht im Tor unterbringen kann und wenige Sekunden später auch noch die Latte trifft. Das Spiel steht nun auf Messers Schneide. Am Ende verliert St.Gallen die Partie, weil es sich im Strafraum zu wenig kaltblütig zeigt und nach zwei Entscheiden des Videoschiedsrichters. In der 85. Minute will Dejan Stojanovic einen Ball wegfausten, trifft aber Luzerns Lucas. Nach der VAR-Konsultation entscheidet Tschudi auf Penalty.

Der Beste

Der neu verpflichtete Franzose Yannis Letard, der bei Aalen in der 3. Bundesliga kaum zum Einsatz gekommen war, liefert gegen Luzerns gefährlichen Stürmer Blessing Eleke eine starke Leistung ab. Dem 20-Jährigen unterlaufen praktisch keine Fehler, zudem antizipiert er gut.

Der Pechvogel

Eigentlich fällt kein St.Galler ab, aber der Pechvogel des Abends ist Goalie Dejan Stojanovic, dessen Intervention in der 85. Minute einen Penalty zur Folge hat.

Die Aufreger

Der Videoassistent ist zum Start kein Freund des FC St.Gallen. In der 16. Minute entscheidet Lionel Tschudi nach einem Rencontre zwischen Axel Bakayoko und Lazar Cirkovic auf Penalty für St.Gallen. Nachdem Tschudi die TV-Bilder konsultiert hat, zieht er seinen Entscheid zurück. Zudem verwarnt er Bakayoko wegen Unsportlichkeit. An dieser Situation entzünden sich nach dem Spiel hitzige Diskussionen. Hätte der VAR gar nicht eingreifen dürfen? Weil es kein klarer Fehlentscheid war? Die Entscheidung fällt ebenfalls nach einer Intervention des Videoassistenten: Nach einem Foul von Goalie Dejan Stojanovic schaut sich Tschudi die Bilder nochmals an und gibt den Penalty, den Blessing Eleke verwertet.

Zum ersten Mal greift im Kybunpark der Videoassistent ein: Schiedsrichter Lionel Tschudi konsultiert die TV-Bilder.(Bild: Martin Meienberger/Freshfocus)

Zum ersten Mal greift im Kybunpark der Videoassistent ein: Schiedsrichter Lionel Tschudi konsultiert die TV-Bilder.
(Bild: Martin Meienberger/Freshfocus)

Der Schiedsrichter

Lionel Tschudi fällt den einen oder anderen umstrittenen Entscheid. Zudem müsste er Luzerns Captain Pascal Schürpf, den er schon vor der Pause verwarnt hat, nach einem rüden Foul an Lukas Görtler in der 55. Minute mit der gelb-roten Karte vom Platz schicken. Luzerns Thomas Häberli reagiert und wechselt Schürpf aus.

Die Fans

Der Espenblock empfängt die Mannschaft zum Saisonstart mit einer bunten Choreographie. Trotz Ferienzeit kommen 11'672 Zuschauerinnen und Zuschauer in den Kybunpark.

Die Reaktionen

Peter Zeidler, Trainer FC St.Gallen:

«Es war eine gute Leistung meiner Mannschaft. Eigentlich hätte es nur einen Sieger geben dürfen. Aber wir hatten zweimal Pech mit dem VAR.»

Christian Schneuwly, Spieler FC Luzern:

«Zum Glück gibt es den VAR.»

Das Spiel im Liveticker nachlesen:

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