Fussball Cupfinal

FCB-Cupschreck Salatic: «Es war noch dunkel, als ich ins Bett geschlüpft bin»

Veroljub Salatic : «Im Gegensatz zu GC spüre ich in Sion die Ambition, Titel zu gewinnen.»

Veroljub Salatic : «Im Gegensatz zu GC spüre ich in Sion die Ambition, Titel zu gewinnen.»

Veroljub Salatic ist der Cupschreck des FC Basel. 2013 mit GC und 2015 mit Sion bezwang er die Basler im Final. Schafft er morgen den Hattrick?

«Die Saison 2012/13 stand im Zeichen eines Neuanfangs. Keiner wusste, wohin die Reise von GC führen würde. Sicher, wir haben uns mit Vilotic, Grichting, Gashi und mir gut verstärkt. Aber GC musste in der Vorsaison lange um den Klassenerhalt kämpfen. Nach dem vierten Spieltag waren wir bereits vorne dabei.

Trotzdem: Dass unsere Reise mit dem Cup-Triumph enden würde, ist eine der sensationellsten Comeback-Geschichten im Schweizer Fussball. Schliesslich war es der erste Titel nach zehn Jahren für den einst stolzen Rekordmeister.

Ehrlich gesagt: An die Vorbereitung auf den Cup-Final von 2013 habe ich nicht allzu viele Erinnerungen. Präsenter sind mir hingegen die letzten Tage vor dem Final 2015 mit Sion – auch damals gegen Basel.

Noch zwei Tage: Salatic (r.) bereitet sich am Hallwilersee auf den Cupfinal 2015 vor.

Noch zwei Tage: Salatic (r.) bereitet sich am Hallwilersee auf den Cupfinal 2015 vor.

Mit Sion haben wir uns schon drei, vier Tage vor dem Final in einem Hotel am Hallwilersee einquartiert. Jeder Spieler bekam eine eigene Suite. Etliche Leute wurden eingeladen, um zu Motivationszwecken ihre Geschichte zu erzählen. Ich erinnere mich vor allem an einen Freestyle-Skifahrer, der nach einem Lawinenunglück eine Querschnittlähmung erlitt.

Er erzählte von seinem Unfall, aber auch von den enormen Anstrengungen danach. Denn er hatte trotz seiner Behinderung einen Traum: Wie sich dieser Mann auf die Piste zurückkämpfte, war eindrücklich und hat uns bestärkt im Glauben, dass man mit Leidenschaft auch scheinbar unerreichbare Ziele erreichen kann. Denn eines ist klar: Trotz Sions glorreicher Cup-Historie ist der FC Basel im Schweizer Fussball das Mass aller Dinge.

Auch mit GC waren wir Aussenseiter. Aber wir gingen mit der Einstellung auf den Platz, dass die Chancen 50:50 sind. Selbst, als Basel 20 Minuten vor Schluss durch einen von Grichting unglücklich abgefälschten Schuss von Steinhöfer in Führung ging, verlor ich nie die Zuversicht. Prompt gelang Hajrovic kurz nach Basels Führung der Ausgleich. Absolut verdient. Denn wir hatten mehr Torchancen und mehr Luft als der FCB.

2013 bei GC: Uli Forte und Veroljub Salatic beäugen die Cup-Trophäe an einer Pressekonferenz vor dem Spiel.

2013 bei GC: Uli Forte und Veroljub Salatic beäugen die Cup-Trophäe an einer Pressekonferenz vor dem Spiel.

Es gibt immer wieder Partien, in denen man die Gewissheit hat, dass nichts schiefgeht. Dieses Gefühl hatte ich auch damals. Deshalb war ich nicht allzu nervös vor dem Penaltyschiessen.
Als Captain stand ich in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen.

Aber das fiel mir nicht schwer. Ich wusste schon vorher, wohin ich schiesse, und war auch überzeugt, dass ich treffen werde. Nachdem Bobadilla als letzter Basler Schütze nur die Latte traf, war ich mir sicher: Vilotic macht ihn rein und dann geht’s ab zur Party. So kam es auch.

Schon die Feier in der Garderobe war ausschweifend. Später feierten und tanzten wir im <Mascotte>. Es war aber noch dunkel draussen, als ich zu meiner Frau ins Bett geschlüpft bin.
Zugegeben: Auch ich glaubte damals, dass der Cup-Sieg 2013 die Initialzündung für das Wiedererstarken der Grasshoppers sein könnte.

Denn Monate zuvor erhielt ich eine Anfrage aus Basel. Doch Präsident Dosé legte sein Veto ein, forderte eine astronomisch hohe Ablösesumme. Und mir wurde gesagt: Bleib bei GC, wir bauen um dich herum eine grosse Mannschaft. Aber im Fussball werden nicht alle Versprechen eingelöst. Anders ist die Situation in Sion: Hier spüre ich die Ambition, Titel zu gewinnen. Das passt mir.»

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