Super League
Alex Freis Wette und die anvisierte Premiere bei der Rückkehr

Der FC Basel startet am Samstag (20.30 Uhr) in Winterthur in die neue Saison. Eine spezielle Affiche – aus verschiedenen Gründen.

Céline Feller und Jakob Weber
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Alex Frei im Gespräch im Garten der Egerner Höfe.

Alex Frei im Gespräch im Garten der Egerner Höfe.

Andy Mueller/freshfocus

Alex Frei sitzt im Garten der Egerner Höfe am Tegernsee. Entspannt, gut gelaunt, offen. Kurz davor hat die Liga den Spielplan veröffentlicht. Und dieser offenbart, dass der FC Basel in Winterthur in die Super League 2022/2023 starten wird. Die Winterthurer sind nicht nur die jüngste Bereicherung für die Liga, sie sind auch Freis ehemaliger Arbeitgeber. In der Rückrunde hat er das Team zum Aufstieg geführt. Dass er nun gegen die alten Kollegen sein erstes Spiel als Cheftrainer des FC Basel haben wird – «darauf hätte ich alles gewettet, wenn ich denn hätte wetten müssen.»

Drei Wochen später und am Tag vor dem Saisonstart und der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte gibt sich Frei gelassen, überhöhen möchte er das Duell nicht:

«Es ist zwar insofern speziell, als dass es gleich im ersten Match gegen Winti geht, wir dahin zurückkehren. Wir freuen uns auch sehr darauf. Aber wir haben dort eine Aufgabe zu erledigen.»

Diese da in den Worten von Frei lautet: «Der FCB muss in Winterthur die ersten drei Punkte holen.»

Vier Verletzte und ein noch nicht Spielberechtigter

Dennoch schwebt diese Rückkehr ein bisschen über allem, Frei ist beim FCW eine Legende in Rekordzeit geworden. Dass er an seiner Seite auch noch einen Mann mitnahm, den noch viel mehr mit dem ersten Gegner der Saison verbindet, macht das Thema auch nicht kleiner. Davide Callà versucht seine Emotionen gar nicht erst zu verbergen: «Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass dies ein Spiel wie jedes andere ist. Natürlich ist das speziell. Sehr speziell», sagt der Winterthurer Callà mit einem Grinsen.

Assistenztrainer Martin Andermatt sowie die beiden Winterthur-Rückkehrer Davide Callà und Trainer Alex Frei (von links nach rechts).

Assistenztrainer Martin Andermatt sowie die beiden Winterthur-Rückkehrer Davide Callà und Trainer Alex Frei (von links nach rechts).

Marc Schumacher / freshfocus

Neben dem Chefcoach und dem Assistenten kehrt mit Sayfallah Ltaief auch noch ein Spieler zurück auf die Schützenwiese. Und der macht eine Ansage:

«Es würde mich freuen, mein erstes Tor für den neuen Klub auf der Schützi zu schiessen.»

Der Flügelstürmer, der auf beiden Seiten spielen kann, hatte in den vergangenen Tagen mit einigen Ex-Kollegen SMS-Kontakt. «Sie glauben, sie gewinnen. Aber ich sagte ihnen: keine Chance», sagt Ltaief. Ob er tatsächlich zum Einsatz kommt, wird sich zeigen.

Die wirtschaftlichen Aspekte bei Palacios' Abgang

Frei hat seine Startelf für die Auftaktpartie seit Wochen im Kopf. Verzichten muss er nur auf die verletzten Emmanuel Essiam, Jean-Kevin Augustin, Anton Kade und Yannick Marchand sowie den noch nicht spielberechtigten Adriano Onyegbule. Und auf Matías Palacios, der vor einem Wechsel in die Emirate steht, den Frei in seinen Überlegungen aber durchaus eingeplant hatte. «Wenn es jedoch wirtschaftliche Aspekte gibt für den FCB, zu denen er nicht nein sagen kann, dann bin ich der Letzte, der sich wehrt.»

Dass er den Entscheid nicht ganz nachvollziehen kann, kaschiert er aber ebenso wenig wie den Fakt, dass er – unabhängig von Palacios’ Abgang – noch mit der einen oder anderen Verstärkung für das Kader rechnet.

Alles geht jetzt um Winterthur

Für das Winterthur-Spiel aber ist seine Mannschaft bereit. Die Ziele sind – vom Team – formuliert und ambitioniert, so, wie Alex Frei das gefällt. Schliesslich ist sein Saisonziel klar: maximaler Erfolg. Dass der erste Schritt dazu aber nicht eben einfach wird, weiss wohl keiner besser als Frei. Unvergessen ist schliesslich, wie das letzte Duell der beiden Teams ausging: Eine 2:6-Klatsche für Basel im Cup.

Seither hat sich das der Gegner gut entwickelt, kann auf eine riesige Vorfreude bauen. «Und sie haben den Vorteil», so Frei, «dass sie wenig zu verlieren und viel zu gewinnen haben.» Man wisse, was den FCB erwarte.

Aber die Devise an der alten Wirkungsstätte ist aller Nostalgie und Romantik zum Trotz klar: «Wir werden über den Verlauf des Spiels entscheiden und nicht sie.»

Mit diesem Leitfaden will Alex Frei das holen, was er als Interimscoach für zwei Partien im Jahr 2018 noch nicht geschafft hat: Seinen ersten Sieg als Trainer des FC Basel.