Europameisterschaft
Happiger Gegner für die Schweiz im EM-Achtelfinal: Der Weltmeister wartet

Die Schweiz trifft im EM-Achtelfinal auf Frankreich. Nicht nur dank des Gruppensiegs sind die Franzosen favorisiert in diesem Duell. Hat das Team von Didier Deschamps überhaupt Schwächen?

Raphael Gutzwiller
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Frankreichs Kylian Mbappe trifft im EM-Achtelfinal auf die Schweiz.

Frankreichs Kylian Mbappe trifft im EM-Achtelfinal auf die Schweiz.

AP

Es ist ein happiger Gegner für die Schweiz: Weltmeister Frankreich. Wie bei ihrem Titelgewinn 2018 glänzten die Franzosen in der Gruppenphase nicht durchwegs, qualifizieren sich aber als Gruppensieger für die Achtelfinals. Auch wenn es gegen die Ungaren nur zu einem 1:1-Remis reichte, waren die konzentrierten und guten Auftritte gegen Deutschland und Portugal beeindruckend.

Der Trainer

Setzt auf defensive Stabilität und schnelles Umschaltspiel: Frankreichs-Trainer Didier Deschamps.

Setzt auf defensive Stabilität und schnelles Umschaltspiel: Frankreichs-Trainer Didier Deschamps.

EPA

Dass die Franzosen trotz des vielleicht stärksten Kaders kein Offensivfeuer praktizieren, sagt viel über Trainer Didier Deschamps aus. Der doppelte Weltmeister – als Captain 1998 und als Trainer 2018 – setzt auf einen Spielstil aus einer gesicherten Defensive und in der Offensive auf schnelle Umschaltmomente. Seit Deschamps 2012 Trainer wurde, hat er das Team gleichwohl kontinuierlich weiterentwickelt. Statt seine Spielidee durchzudrücken, versucht er die Qualität des Teams auf den Platz zu bringen. Dank unterschiedlichen Spielertypen kann er die Spielweise notfalls anpassen und das Team offensiver ausrichten. Zudem ist er mit der Rückholaktion von Karim Benzema über seinen Schatten gesprungen. Der Real-Stürmer bringt nochmals eine andere Variabilität ins Weltmeisterteam.

Stärken und Schwächen

Zwei der Staroffensive: Karim Benzema (links) und Antoine Griezmann .

Zwei der Staroffensive: Karim Benzema (links) und Antoine Griezmann .

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Das Kader der Franzosen ist gespickt mit Weltklasseakteuren. In der Offensive ist Kylian Mbappé vom Supertalent zum Superstar aufgestiegen, mit Karim Benzema und Antoine Griezmann verfügt Frankreich über weitere Topspieler in der Offensive. Und da wären von der Bank noch Kingsley Coman, Ousmane Démbéle oder Olivier Giroud. Desweiteren verfügt Frankreich mit N’Golo Kanté über den besten Sechser der Welt und mit Raphael Varane oder Presnel Kimpembe über zwei der besten Innenverteidiger. Und die Schwächen? Gegen Ungarn zeigte sich, dass Frankreich Probleme hat, wenn der Gegner tief steht und kompakt verteidigt. In jener Partie fehlte es aber auch an der Effizienz, die sonst zur Stärke der Franzosen zählt.

Bilanz der Schweiz

Das letzte Aufeinandertreffen gab es an der Europameisterschaft 2016: Ein 0:0 zwischen der Schweiz mit Granit Xhaka (links) und Kingsley Coman.

Das letzte Aufeinandertreffen gab es an der Europameisterschaft 2016: Ein 0:0 zwischen der Schweiz mit Granit Xhaka (links) und Kingsley Coman.

EPA

38 Spiele, 12 Siege 10 Remis und 16 Niederlagen. Das letzte Aufeinandertreffen zwischen der Schweiz und Frankreich gab es an der EM 2016 mit einem torlosen Remis, an der WM 2014 verloren die Schweizer mit 2:5. Ebenfalls ein 0:0 gab es an der WM 2006. Der letzte Schweizer Sieg liegt schon 29 Jahre zurück: 1992 siegte die Schweiz in einem Testspiel 2:1.

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