Conference League
Vieles was der FC Basel gegen Partizani zum Saisonauftakt anbietet, stimmt hoffnungsvoll

Der FC Basel gewinnt das Hinspiel in der 2. Qualifikationsrunde der neuen Conference League gegen Partizani Tirana mit 3:0 und begeistert dabei die anwesenden Zuschauer.

Jakob Weber
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Arthur Cabrals Fallrückzieher zum 2:0 war das optische Highlight an diesem Europapokalabend im Joggeli.

Arthur Cabrals Fallrückzieher zum 2:0 war das optische Highlight an diesem Europapokalabend im Joggeli.

Christian Merz / KEYSTONE

Wumms. FCB-Neuzugang Andy Pelmard – überraschend gleich in der Startelf – geht in seiner ersten Defensivaktion rigoros dazwischen. Der Ball gehört ihm, Gegner Junior Stenio liegt am Boden. Wumms. Kurz darauf grätscht Valentin Stocker an der Seitenlinie Filip Gligorov ab.

Wumms. Auch Comebacker Taulant Xhaka bringt Stenio zu Fall. Doch weil auch eine grosse Portion Ball beim Tackling an Xhakas Stollen war, gibt es keine gelbe Karte. Was diese Szenen zeigen: Der FCB will beim Saisonauftakt in der Conference League gegen Partizani Tirana. Und zwar so richtig.

Es gilt, die Aufbruchstimmung von der Spieler, Trainer, Fans und FCB-Mitarbeiter in diesen Tagen so oft sprechen, in die Saison zu tragen und wieder eine Euphorie in der Region zu entfachen. Passend dazu brennen auch die FCB-Fans zu Beginn und am Ende der Partie Feuerwerk ab.

Wie schon am 11. Mai, dem Tag des Besitzerwechsels, tun sie das aber von ausserhalb des Stadions. Das Zeigen der ID, das gemeinsam mit dem Covid-Zertifikat beim Einlass präsentiert werden muss, ist ihnen ein Dorn im Auge. «Registration and no away fans. Uefa you are playing a losing game», heisst es auf einem Banner in der verwaisten Kurve.

Fast wieder wie früher: Gestern Abend fanden 6095 Fans den Weg ins Joggeli, wo sie ohne Maske das Spiel verfolgten.

Fast wieder wie früher: Gestern Abend fanden 6095 Fans den Weg ins Joggeli, wo sie ohne Maske das Spiel verfolgten.

Marc Schumacher / freshfocus

Doch dem FCB merkt man die Abwesenheit der lautesten Fans nicht an. Patrick Rahmen lässt sein Team in seinem ersten Europapokalspiel als Trainer hoch pressen und quasi im Minutentakt resultieren so Ballgewinne in Partizanis Hälfte. Die Albaner kommen in der Startphase überhaupt nicht zum Atmen.

Ein Kopfball von Arthur Cabral und ein Distanzschuss von Fabian Frei lassen die 6095 Zuschauer im Stadion aufstöhnen. Doch das verdiente Tor fällt erst in der 43. Minute und ausgerechnet in eine Phase, in welcher der FCB etwas nachlässt.

Raoul Petrettas Ballgewinn im Spielaufbau der Gäste landet einen Doppelpass später auf dem Fuss von Cabral, der allerdings an Partizani-Keeper Alban Hoxha scheitert. Doch den Abpraller köpft der Brasilianer auf den zweiten Pfosten zu Darian Males. Der köpft den Ball zurück in die Mitte, wo Stocker den dritten Kopfball innert weniger Sekunden über die Linie drückt.

Ein Jubelschrei durchzieht das Joggeli. Die Pandemie, das Chaos neben dem Platz, die sportliche Misere der letzten Jahre: Alles ist in diesem Moment vergessen. Stockers Tor markiert einen Neustart in eine Zukunft, in welcher der FC Basel seinen Fans wieder Freude bereiten will.

«Es liegt an uns, die Stimmung im Stadion anzufachen»,

sagte Rahmen vor dem Spiel. Das hat der FCB am Donnerstagabend geschafft. Auch wenn das Stadion wegen der Protestaktion der Muttenzerkurve, der Sommerferien und dem vermeintlich unattraktiven Gegner nur spärlich gefüllt ist, funkt es zwischen Mannschaft und Zuschauern.

Arthur Cabral: eigentlich zu gut für die Schweizer Liga

Kurz nach Wiederanpfiff entfacht Cabral dann das Feuer komplett. Einen langen Ball von Fabian Frei in die Spitze legt er sich selber zum Fallrückzieher vor. Und Cabral verwandelt auf seine typische Art: kraftvoll brasilianisch. Der Griff ans FCB-Logo auf seinem Trikot mit der Nummer 10 beim Torjubel zeigt, dass es Cabral offensichtlich in Basel gefällt.

Doch das sehenswerte Tor ergänzt auch seine bereits prall gefüllte Bewerbungsmappe. Denn dieser Stürmer ist eigentlich zu gut für die Schweizer Liga und es wäre schon sehr überraschend, wenn Cabral auch im September nach dem Ende dieser Transferperiode noch Rotblau tragen würde.

In der 73. und in der 80. Minute verzückt der FCB seine Fans mit zwei weiteren Highlights. Erst gibt es lauten Szenenapplaus bei der Einwechslung von Rückkehrer Michael Lang. Dann flankt ebendieser, als wäre er nie weg gewesen, in die Mitte. Cabral irritiert den Torhüter und Stocker staubt zum 3:0 ab.

Damit fährt der FCB mit reichlich Selbstvertrauen am Sonntag nach Zürich. Dort wartet zum Saisonauftakt in der Liga Aufsteiger GC, ehe am kommenden Donnerstag in Tirana der Einzug in die zweite von drei Qualifikationsrunden für die Conference League perfekt gemacht werden soll. Dort könnte Ujpest Budapest warten.

Die Ungarn gewannen gestern ihn Hinspiel gegen Vaduz mit 2:1. Aber wenn der FC Basel in der Gruppenphase mit seinen Fans weitere erinnerungswürdige Nächte im Europacup feiern will, muss er auch diesen Gegner aus dem Weg räumen.

FC Basel - FK Partizani Tirana 3:0 (1:0)

St. Jakob-Park. – 6095 Zuschauende. – SR Dennis Higler (Niederlande). – Tore: 43. Stocker 1:0 (Males). 52. Cabral 2:0 (Frei). 80. Stocker 3:0 (Cabral).

Basel: Lindner; López (73. Lang), Frei, Pelmard, Petretta; Kasami, Xhaka (65. Zhegrova); Stocker (82. Pululu), Palacios (65. Quintillà), Males (73. Esposito); Cabral.

Partizani: Hoxha; Gligorov (81. Celina), Damcevski, Belica, Shehi; Bardhi (89. Selita), Murataj (93. Llanaj), Marku; Lucas (81. Kote), Cara (81. Rrapaj), Stenio Junior.

Bemerkungen: Basel ohne Padula (verletzt) und Tushi (rekonvaleszent). Ersatzbank: Spycher, Gebhardt, Cardoso, Cömert, Lang, Djiga, Quintillà, Pululu, Millar, Esposito, Sene und Zhegrova. – Verwarnungen: 29. Damcevski (Foul). 70. Murataj (Foul). – 84. Schuss von Zhegrova an den Innenpfosten.

Die Bilder zum Spiel:

Die Highlights im SRF-Video gibts hier.

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