Motorrad

Endlich Nestwärme – aber Geldprobleme bedrohen Töff-Star Dominique Aegerters GP-Zukunft ernsthaft

Dominique Aegerter fährt stark, weil er sich im neuen Team wohlfühlt.

Dominique Aegerter fährt stark, weil er sich im neuen Team wohlfühlt.

Ausgerechnet jetzt liegt der Zürcher Advokat Robert Siegrist mit Fieber und einer Darmgrippe darnieder. Er hat die Reise nach Brünn abgesagt. In der zweitgrössten Stadt des Landes beginnt an diesem Wochenende mit dem GP von Tschechien die zweite Phase der Töff-Saison – und die Zeit der harten Verhandlungen

Robert Siegrist ist der Manager von Dominique Aegerter (26) und kümmert sich inzwischen nicht nur um seinen Klienten. Er sagt: «Wir müssen auch seinem Team zu einer soliden Finanzierung verhelfen.»

Das Team ist mehr als Dominique Aegerters Arbeitgeber. Das Team ist für jeden Fahrer die zweite Heimat. Nur wenn er sich rundum wohl fühlt, wenn er Streicheleinheiten für sein Ego bekommt, dann kann er das Maximum herausholen. Die psychischen Faktoren werden in einem Sport, bei dem sich die Stars bei jedem Training und Wettkampf in Lebensgefahr begeben, gerne unterschätzt.

Gutes Klima im Team

Im Team von Stefan und Jochen Kiefer fühlt sich Dominique Aegerter diese Saison endlich wieder wohl. Im vergangenen Herbst flog er aus dem Team von Tom Lüthi und hat bei den beiden Deutschen eine neue Heimat gefunden. Inzwischen zeigt sich: Der sensible Rock ’n’ Roller ist fahrerisch wieder auf seinem besten Niveau.

Nach dem ersten Trainingstag steht er in Brünn sogar vor Lüthi auf dem 9. Platz. Aber zuletzt haben ihn technische Mängel immer wieder um den Lohn seiner Arbeit gebracht. Mal ein überhitzter Motor, mal ein durchgescheuertes Kabel statt Podestplätze.

Mit Podestplätzen klappte es in letzter Zeit nicht wirklich

Mit Podestplätzen klappte es in letzter Zeit nicht wirklich

Stefan und Jochen Kiefer können eben weniger testen als die Konkurrenz. Sie müssen jeden Euro umdrehen. Deshalb sagt Siegrist, es sei wichtig, dass das Team eine bessere Finanzierung bekomme. Das wird auf nächste Saison nicht einfach sein. Der Hauptsponsor, eine schwedische Recycling-Firma, macht wahrscheinlich nicht weiter. «Es ist denkbar, dass wir einen neuen Sponsor brauchen», sagt Stefan Kiefer.

Es fehlt eine konkrete Offerte

Die Strategie ist klar: Dominique Aegerter sagt, er wolle auch nächste Saison bei Stefan und Jochen Kiefer bleiben und die beiden Deutschen möchten den auch bei Deutschen Fans populären Schweizer unbedingt behalten. Aber eine gemeinsame nächste Saison gibt es nur, wenn die Finanzierung des Teams – es geht um rund drei Millionen Euro – gelingt. Oder ist ein Teamwechsel eine Option?

«Eigentlich nicht», sagt Siegrist und räumt ein, dass es zwar Gerüchte (Nachfolger von Sandro Cortese im deutschen Dynavolt-Intact-Team?), aber noch keine konkreten Offerten gibt. Wer im August keine konkrete Offerte aus einem konkurrenzfähigen Team hat, wird keine mehr bekommen.

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