NLA
Wer ersetzt bei den SCL Tigers Cheftrainer Scott Beattie?

Langnaus Sportchef will partout noch nicht einsehen, dass Trainer Scott Beattie ein grandioser Irrtum war. Trotzdem sind schon neue Namen für den Trainerposten in Langnau im Gespräch.

Klaus Zaugg
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In Langnau werden bereits Alternativen für Scott Beattie gehandelt.

In Langnau werden bereits Alternativen für Scott Beattie gehandelt.

KEYSTONE

Diese Begebenheit ist durch vertrauenswürdige Gewährsleute verbürgt. Gestern sassen im Oberaargau in einem feinen Speiserestaurant drei Männer am Tisch. André Rufener, der bekannte, erfolgreiche und einflussreiche Spieleragent mit NHL-Lizenz sowie zwei mit den Verhältnissen in Langnau gut vertraute ältere Herren. Das Gesprächs-Thema: die SCL Tigers. André Rufener wird gebeten, seinem Klienten Heinz Ehlers mitzuteilen, er möge mit der Annahme eines neuen Jobs doch noch ein wenig warten bis ein Angebot aus Langnau komme. Langnau brauche ihn. Er müsse die Tiger retten. Aber André Rufener gibt zu bedenken, dass es auch eine Anfrage von Fribourgs Sportchef Christian Dubé geben könnte. Bei köstlichen Spareribs gehen die drei exzellenten Hockeykenner mögliche Alternativen für Langnau durch. Serge Pelletier, von den Tessiner Operetten-Medien ins Spiel gebracht, könne keine Lösung sein. Das sei bloss ein Scott Beattie in Anzug und Krawatte. Lars Leuenberger und Larry Huras? Eher nein. Heinz Ehlers sei die beste Lösung. Wer dazu in der Lage sei, aus einem spielerischen Minimum ein taktisches Maximum herauszuholen.

Der Anfang der Scheidung

Was lernen wir aus dieser wahren Begebenheit? Dass wir bereits im September in den unfreundlichen Zeiten der freundlichen Lüge angelangt sind. Es gibt im Leben zwei Situationen, in welchen immer freundlich gelogen wird. Wenn eine misstrauische Ehefrau ihren Gatten fragt: «Liebst Du mit eigentlich noch?», wird sie immer zur Antwort bekommen: «Ja natürlich, Liebling, was soll die Frage?» Es ist stets der Anfang des Scheidungsprozesses. Denn wenn die Gattin der innigen Liebe ihres Angetrauten sicher wäre, würde sie nicht fragen.

Die zweite Situation kennen wir aus dem Eishockey. Wenn Chronisten den Präsidenten oder den Sportchef fragen: «Ist der Trainer ein Thema?», dann erhalten sie immer zur Antwort: «Der Trainer ist kein Thema, was soll die Frage?» Es ist stets der Anfang des Scheidungsprozesses. Denn wenn der Trainer kein Thema wäre, würden die Chronisten den Trainer nicht thematisieren.

Gestern war auf Zeitungs-Papier geruckt zu lesen und sogar am staatstragenden Radio zu hören, dass in Langnau Trainer Scott Beattie kein Thema sein. Präsident Peter Jakob und sein Sportchef bekräftigen, dass am Trainer festgehalten wird. Und auch ein Telefonat mit einem sehr einflussreichen Verwaltungsrat hat gestern die gleiche Antwort gebracht: «Wir haben das Ziel, diese Saison den Trainer nicht zu entlassen.»

Eine Frage der Zeit

Bei so viel Zustimmung ist die Trainerentlassung im Tal der heulenden Winde nicht mehr zu vermeiden. Es folgt nun noch so etwas wie eine «kleinkindliche Trotzphase»: Der Sportchef will partout noch nicht einsehen, dass Trainer Scott Beattie, der Clown, der lustig ist, ein grandioser Irrtum war. Denn gestern haben die Langnauer die fünfte Niederlage in Serie eingefahren. 0:5 gegen Lausanne. Eine Klatsche auf heimischem Eis. Die SCL Tigers sind die neuen Lakers.

Kein Schelm und auch kein bösartiger Gerüchtemacher, der jetzt sagt, dass André Rufener in Bälde, nach dem Ende der «kleinkindlichen Trotzphase» ein Telefon von Langnaus Sportchef Jörg Reber erhalten wird. André Rufener war übrigens gestern in Langnau auch im Stadion. Diskret auf der GLB-Tribüne.

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