Schweizer Nati
«Schwiizer Nati olé olé!» – Die Helden sind zurück, über 3000 Fans jubeln

3000 Fans empfangen die Silbermedaillen-Gewinner der Eishockey-WM in Schweden am Flughafen Kloten. Die Eishockey-Nati kam mit etwas Verspätung aus Schweden zurück. Die Spieler zeigten sich überrascht und freuten sich mit den Fans über den Triumph.

Silvan Hartmann
Merken
Drucken
Teilen
12 Bilder
Schweizer Eishockey-Nati wird in Kloten gefeiert
Captian Mathias Seger freut sich sichtlich über die jubelnden Fans.
Markus Weber (21) aus Horgen bastelte den Pokal noch vor dem Final.
Die Spieler laufen durch die Menschenmassen.

Keystone

Flug TF 967. Es ist eine Chartermaschine aus Stockholm, die am Pfingstmontag um 13.45 Uhr in Zürich erwartet wird. An Bord sind die Schweizer Vize-Weltmeister. «Lasst euch das auf der Zunge zergehen: Vize-Weltmeister!», sagt Speaker und Stimmungsmacher Beni Wobmann immer wieder zu den angereisten Fans.

Mit einer Verspätung von 43 Minuten - das Flugzeug wurde erst mit zu viel Gepäck beladen - landen die Spieler schliesslich auf dem Flughafen Kloten. Bereits um 12 Uhr nahmen die Schweizer Fans mit Kuhglocken, Pauken und lauten Fan-Chören den Flughafen in Beschlag.

Schliesslich marschieren die Spieler um 14.46 Uhr ein. Als erster Held - gekleidet in hellblauem Hemd und schwarzem Jackett - läuft Captain Mathias Seger ein, gefolgt von Martin Plüss, Julian Walker, Ryan Gardner und den weiteren Silber-Stars.

Sie halten den Empfang sichtlich überwältigt mit ihren Handys fest, währenddem sie von über 3000 Fans frenetisch empfangen werden und der Song «Simply the Best» aus den Musikboxen ertönt.

Sprachlose Spieler

Einen Empfang, den die Spieler in dieser Form nicht erwartet haben. «Wir realisieren nun, dass wir etwas Aussergewöhnliches geleistet haben und sich die Fans mit uns freuen. Dass wir in dieser Form empfangen werden, hätten wir niemals erwartet», sagt Roman Josi der «Nordwestschweiz».

Die Vize-Weltmeister blühen beim Einmarsch regelrecht auf. Sie lassen sich feiern, singen und tanzen mit den Tausenden Fans. Kurzzeitig gerät die bittere Finalniederlage in Vergessenheit.

Die Spieler finden bei den Interviews für ihre Leistungen kaum Worte. «Unglaublich», kommt ihnen immer wieder über die Lippen.

«Es ist unbeschreiblich, vor einer solchen Masse zu stehen. Eine solche Unterstützung von euch Fans zu erhalten ist der Wahnsinn», bedankt sich Seger und sagt zum Schluss: «Ich bin stolz, einen Teil dieser Mannschaft zu sein.»

Feiern bis in die Morgenstunden

Später, als es etwas ruhiger wird, ist dem Nati-Captain fernab aller Kameras die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

So lief der 35-Jährige als einziger Spieler ohne Silbermedaille um den Hals ein. «Wenn du nach neun Siegen in Serie im Final stehst, ist es klar, dass du die Goldmedaille willst», so Seger.

Er sei froh, nach intensiven Wochen nun ein paar Tage Abstand zu gewinnen. Er sei aber davon überzeugt, dass der Tag kommen werde, an dem er sich ausgiebig über die Silbermedaille freuen könne.

Bei vielen jüngeren Spielern überwog die Freude über das Erreichte schon am Sonntagabend.

Nach schweigsamen Minuten der Enttäuschung in der Garderobe feierten die Spieler im Stadtzentrum von Stockholm sowie im Hotel mit «zwei, drei Bierchen» ihre Silbermedaille.

Den Weg ins Bett sollen die Vize-Weltmeister «irgendwann zwischen fünf und neun Uhr morgens» gefunden haben.

Josi meint abschliessend - und wohl auch stellvertretend für alle Nationalspieler: «Das waren die zwei besten Wochen meines Lebens.»