Beim SC Langenthal und dessen Verantwortlichen machte sich nach der letzten Sitzung mit dem Langenthaler Gemeinderat zum Thema Stadionneubau Ernüchterung breit. «Wir wurden informiert, dass die Stadt eine andere Vorgehensweise vorsieht», erklärt Markus Meyer von der Arena Oberaargau AG bei einer Medienorientierung gemeinsam mit SCL-Verwaltungsratspräsident Stephan Anliker und SCL-Geschäftsführer Gian Kämpf.

Diese sieht einerseits vor, dass nicht ein Privater die Planung und Umsetzung vorantreiben soll, sondern die Stadt selbst. Ausserdem wird ein Workshop-Verfahren zur Planung hinzugefügt, welches die Realisierungszeit wohl auf zehn Jahre hinaus verlängert und damit verdoppelt. Über diese krasse Kehrtwende zeigte sich der SCL «enttäuscht», im ersten Moment sei man konsterniert gewesen. Dennoch akzeptiere der Schlittschuhclub diesen Entscheid und ziehe sich in der Folge aus der Projektierung eines neuen Stadions zurück, erklärten die Verantwortlichen. Die Arena Oberaargau AG, deren Zweck die Planung und Realisierung eines Stadions ist, werde vorerst auf Stand-by bestehen bleiben, aber nicht weiter operativ tätig sein.

Die Stadt Langenthal hält an Stadionprojekt fest

Die Stadt Langenthal hält an Stadionprojekt fest

Trotz Rücktritt des SC Langenthal vom Bauprojekt möchte der Stadtpräsident damit fortfahren.

Nicht zufrieden zeigte sich der SwissLeague-Club mit den aktuellen Rahmenbedingungen. Die Stadt Langenthal fordere weiterhin eine im Nationalligavergleich immens grosse Eismiete – auch für die Nachwuchsteams – habe aber weiterhin keine Eissportstrategie. Obwohl ursprünglich nicht an zwei Orten investiert werden wollte, müsse dies nun eindeutig geschehen, sagte Gian Kämpf zudem.

Bald nämlich ist das Stadion Schoren nicht mehr nationalligatauglich, entsprechend sind Investitionen und Rennovationen in beträchtlichem Umfang notwendig, um den SCL überhaupt am Leben zu erhalten. «In zwei Jahren haben wir keine nationalligataugliche Infrastruktur mehr, dennoch gibt es keine Strategie, wie man weitergehen will. Damit sind wir nicht einverstanden, nun muss die Stadt reagieren», erklärte Gian Kämpf. Passiert dies nicht, droht dem SC Langenthal mit den aktuell vorhandenen Umständen der schleichend eintretende Tod.

Stillstand – an mehreren Orten

Vier Jahrzehnte brauchte die Stadt Langenthal, um die Marktgasse autofrei zu machen, seit Jahren steht die alte Mühle leer und ungenutzt, genauso wenig ist ein Fortschritt beim ersehnten Kunstrasenfeld für den FC Langenthal ersichtlich. Nun wird die Geschichte des Stillstandes um ein weiteres Kapitel verlängert, trotz zwischenzeitlich erhofftem Fortschritt. «Ich warte seit 15 Jahren auf diesen Entscheid, jetzt muss es endlich Go oder No-Go heissen», sagte Stephan Anliker bei der Medienkonferenz zum Schluss und forderte von der Verwaltung und der Politik Reaktionen.

Der SC Langenthal wird nun parallel eine neue Strategie entwickeln müssen, wie er in der NLB fortbestehen will. Wie diese aussieht, konnten die Verantwortlichen noch nicht vermelden, die Planung steht im Herbst an. In Erwägung gezogen wird einerseits ein Umzug nach Roggwil (Gugelmann-Areal) oder Huttwil (Campus Perspektiven), aber auch ein Rückzug in eine tiefere Liga ist nicht auszuschliessen. Die Hoffnung auf ein Fortbestehen des Vereins ist beim SC Langenthal nicht gestorben. Vieles hängt aber mit der aktuellen Ausgangslage am seidenen Faden.