Spengler Cup

Lugano steht im Final gegen Team Canada

Torhüter Elvis Merzlikins hatte massgeblichen Anteil am Finaleinzug des HC Lugano

Torhüter Elvis Merzlikins hatte massgeblichen Anteil am Finaleinzug des HC Lugano

Lugano steht zum zweiten Mal nach 1991 im Final des Spengler Cups. Die Tessiner gewinnen den zweiten Halbfinal in Davos gegen Jekaterinburg 3:0.

Lugano steht auch bei der zweiten Spengler-Cup-Teilnahme seiner Vereinsgeschichte im Endspiel. Den russischen Herausforderer Jekaterinburg besiegte das Team von Doug Shedden stilsicher 3:0.

In der Liga hat Lugano seit dem letzten Titelgewinn vor neun Jahren keine Playoff-Serie mehr gewonnen. Beim Knock-out-Wettbewerb im Bündnerland schüttelten die in den späten Achtzigern für die nationale Konkurrenz unerreichbaren Bianconeri ihr Verliererimage fürs Erste ab, der erhoffte Griff zur Trophäe ist weiterhin möglich. Jekaterinburg, zuvor weder von Mannheim noch vom HCD ernsthaft gefordert, hatte enttäuschend wenig auszurichten.

Mit ihrem spielerischen Volumen sind die Tessiner wie geschaffen für ein Turnier, in welchem die Protagonisten primär die Unterhaltung und keine taktischen Sachzwänge im Sinn haben. Der dritte Triumph einer Schweizer Equipe in Folge ist den Südschweizern gegen die Selects durchaus zuzutrauen. Die Kanadier hatten für den 22. Finalvorstoss im turbulenten Duell mit dem Gastgeber Davos (6:5) erheblich mehr investieren müssen.

Schwedische Show-Elemente

Für die besten Show-Elemente sorgten die in der Skorerliste topklassierten Schweden Fredrik Pettersson und Linus Klasen. Die beiden relativ kleinen Stürmer waren von den Kontrahenten nicht aufzuhalten. Beim 2:0 demonstrierte das magistrale Duo im Höchsttempo sein ganzes Spektrum an Qualitäten. Nicht nur in jenem Moment profitierte der Torschütze Klasen von seinem virtuosen Linienpartner.

Am Ende der perfekten und wegweisenden Aktion trickste Klasen Jekaterinburgs Keeper Jakub Kovar aus, der in der KHL nicht nur wegen seiner hohen Lohnbezüge wegen zur Elite zählt. Der Spengler-Cup-Output von sechs Skorerpunkten in 180 Minuten passt zu seiner schon länger anhaltenden Topform - bereits vor dieser Saison erreichte er in 112 Spielen einen imposanten Schnitt von über einem Punkt.

Die Tessiner aber nur auf ihre Künstler zu reduzieren, wäre zu einfach. Harte Defensiv-Arbeiter wie Philippe Furrer, Steve Hirschi oder Lorenz Kienzle trugen ebenso ihren Teil zum Coup bei. Im Tor glänzte der lettische WM-Kandidat Elvis Merzlikins nach ein paar Fehlgriffen im Schlussdrittel gegen Jokerit (4:6) im richtigen Moment. Doug Shedden, der im Oktober den ratlosen Patrick Fischer ersetzt hat, schaffte im begabten Ensemble innert Kürze eine funktionierende Ordnung.

Pargätzis Komplimente für Lugano

Fredi Pargätzi, beim ersten Finalvorstoss Luganos stand er erst zum zweiten Mal an der Spitze der Veranstaltung, attestierte dem zweiten NLA-Repräsentant bereits vor dem nahezu makellosen Auftritt gegen die Osteuropäer "grosse Klasse".

"Die Tessiner sind ein würdiger Nachfolger für Servette", kommentierte der Turnierchef am Abend vor seiner Derniere. "Sie haben sich wie Genf auf und neben dem Eis gut und überaus sympathisch präsentiert." Er gönne den Erfolg der Klub-Präsidentin Vicky Mantegazza sehr: "Die öffentliche Darstellung des Klubs in der Deutschschweiz entspricht nicht immer den Tatsachen. Ich habe Lugano als sehr gute Organisation kennen gelernt."

Lugano - Jekaterinburg 3:0 (1:0, 1:0, 1:0)

6300 Zuschauer (ausverkauft). - SR Vinnerborg/Wehrli, Fluri/Tscherrig. - Tore: 16. Stapleton (Furrer) 1:0. 25. Klasen (Pettersson) 2:0. 57. Brunner (Walker) 3:0 (ins leere Tor). - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Lugano, 2mal 2 Minuten gegen Jekaterinburg.

Lugano: Merzlikins; Chiesa, Furrer; Kienzle, Vauclair; Glenn, Spang; Hirschi, Kparghai; Brunner, Martensson, Stapleton; Pettersson, Sannitz, Klasen; Bertaggia, Filppula, Hofmann; Kostner, Walker, Reuille.

Jekaterinburg: Kovar; Megalinski, Wassilewski; Trjamkin, Kivisto; Antonowski, Turbin; Schurawljow; Tortschenjuk, Roman, Garejew; Popow, Koukal, Golyschew; Knjasew, Jemelin, Elo; Welitschkin, Alexejew, Mitjakin; Polosow.

Bemerkungen: Lugano ohne Morini, Steinmann, Ulmer (alle verletzt), Dal Pian, Fazzini, Sartori, Romanenghi (alle überzählig/geschont), Jektarinburg ohne Timaschow, Michnow, Simakow, Schtschemerow, Woropajew (alle überzählig/geschont). 54. Timeout von Jekaterinburg, danach dreimal und gesamthaft 110 Sekunden ohne Goalie.

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