Es ist vermutlich kein Zufall, dass der EHC Olten in der laufenden Saison seine besten Auftritte hatte, als Colin Gerber im Aufgebot stand. Der 20-Jährige absolvierte vier Spiele im EHCO-Dress. Die Resultate: 3:1 in Langenthal. 7:0 gegen die Ticino Rockets. 6:2 in Winterthur. 6:3 in La Chaux-de-Fonds. Der ehemalige SC-Bern-Junior überzeugte mit seiner Ruhe, seiner Pucksicherheit und seiner physischen Präsenz. 

Berner Verletzungspech

Noch am Montag-Vormittag hatte er mit dem EHCO trainiert und sich auf das Spiel gegen den HC Thurgau vom Dienstag vorbereitet. Am Montag-Nachmittag kam dann alles anders als geplant. SCB-Sportchef Alex Chatelain meldete sich bei seinem Amtskollegen in Olten, Marc Grieder, und beschied diesem, dass er Colin Gerber in seiner Mannschaft braucht. Also packte dieser seine Tasche und verabschiedete sich in Richtung Bern. Dort fallen mit Ramon Untersander und Jérémie Kamerzin derzeit zwei Stammverteidiger aus. Und Headcoach Kari Jalonen will im Champions-League-Spiel vom Mittwochabend gegen Salzburg mit acht Verteidigern antreten.

Marc Grieder blieb nichts anderes übrig, als Colin Gerber ziehen zu lassen. So funktioniert das mit den B-Lizenz-Spielern. Der Besitzer der A-Lizenz, in diesem Fall der SC Bern, kann seine Schützlinge jederzeit zurückholen. Für den EHCO und Headcoach Chris Bartolone waren die Auswirkungen im Spiel gegen Thurgau deutlich spürbar. Gerber hinterliess eine Lücke. Und so fallen die drei schwächsten Darbietungen der Powermäuse in der laufenden Saison - das 4:3 gegen Thurgau, der 6:3-Sieg im Cup gegen Thun und die 3:4-Niederlage zum Auftakt gegen Langenthal - mit der Absenz von Colin Gerber zusammen. Nein: es ist vermutlich wirklich kein Zufall.

Der Verzicht auf Roland Gerber

Schon in den Tagen zuvor verabschiedete sich der zweite Oltner Spieler mit B-Lizenz, Roland Gerber, in Richtung seines "Besitzers" Langnau. Der Stürmer wäre Bartolone gegen Thurgau nun wieder zur Verfügung gestanden. Man verzichtete jedoch auf eine temporäre Rückholaktion, weil einerseits nicht klar ist, wie lange der stürmende Gerber diesmal bleiben könnte. Andererseits ist der EHCO-Sturm, trotz einiger Verletzungssorgen, immer noch breit genug besetzt. Man möchte aufstrebenden Spieler wie Joachim Vodoz nicht einfach einen Leihspieler vor die Nase setzen.

Wie lange Colin Gerber in Bern bleiben wird, ist offen. In Olten hofft man jedenfalls, dass die Verletzungshexe einen weiten Bogen um den SCB macht, damit der junge Hoffnungsträger so schnell wie möglich zurückkehrt.