Eishockey-WM
«Es wäre toll, neben Seger zu spielen»

Verteidiger Dean Kukan (20) hat sich in Schweden durchgesetzt und darf an die Eishockey-WM. Im Interview sagt er, wie er sich in Schweden durchbiss, warum gerne neben Mathias Seger spielt und was ihn in der Nati an die U20 erinnert.

Marcel Kuchta, Zürich
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Dean Kukan: Vom Stammspieler bei Lulea zum WM-Teilnehmer. Andy Mueller/Freshfocus

Dean Kukan: Vom Stammspieler bei Lulea zum WM-Teilnehmer. Andy Mueller/Freshfocus

Dean Kukan, wenn man Ihnen im vergangenen Herbst gesagt hätte, dass sie im Frühling zum Schweizer WM-Kader gehören würden, was hätten Sie da gesagt?

Dean Kukan: Im letzten Herbst war eine WM-Teilnahme tatsächlich nur ein Traum. Ich hätte niemals daran geglaubt. Und jetzt fliege ich am Mittwoch mit der Schweiz nach Minsk. Es war natürlich auch Glück dabei, dass nach Olympia so viele Spieler abgesagt haben.

Mit welchen Erwartungen sind Sie im März in das erste WM-Camp der Nationalmannschaft eingerückt?

Als ich das Aufgebot erhielt, war mein Ziel natürlich schon, dass ich es ins WM-Team schaffe. Schliesslich erhält jeder, der aufgeboten wird, eine faire Chance. Dann lief es mir so gut, dass ich es schaffte.

Sie haben im Verlauf der zu Ende gehenden Saison bei Ihrem schwedischen Team Lulea noch einmal einen enormen Sprung nach vorne gemacht. Wieso?

Ich denke, dass ich mich kräfte- und konditionsmässig weiterentwickelt habe. Es hat sich ausbezahlt, dass ich das ganze Sommertraining in Schweden absolviert habe. Dadurch habe ich im physischen Bereich grosse Fortschritte gemacht. Anfangs Saison lief es mir allerdings noch nicht so gut. Da habe ich auch nicht viel gespielt. Ab Ende Oktober habe ich dann immer mehr Eiszeit erhalten, die Trainer haben mir immer mehr vertraut.

Wieso hatten Sie zu Beginn Mühe?

Mein Selbstvertrauen war nicht gross. Wenn man als siebter Verteidiger kaum Eiszeit bekommt, fühlt man sich nicht besonders wohl. Aber mit der Zeit zeigten mir die Trainer, dass sie auf mich setzen. Von da an ging es aufwärts.

Welches Feedback erhielten Sie vom Trainerteam in Lulea?

Die Trainer waren zufrieden. Ich muss allerdings daran arbeiten, noch aggressiver und härter zu spielen vor dem eigenen Tor. Ich versuche schon seit ein paar Jahren, mich in diesem Bereich zu verbessern. In den Trainings haben mich die Coaches immer wieder gepusht. Es ist allerdings schade, dass in Lulea das ganze Trainerteam ausgewechselt wurde. Mal schauen, wie sich das auswirkt.

Nach Ihrer starken Saison sind Sie für viele Klubs ein interessanter Name. Nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Nordamerika. Wie sehen Sie Ihre Perspektiven?

Ich habe mir gesagt, dass ich sicher noch ein Jahr in Schweden bleibe und mich dort weiter entwickeln will. Dann schauen wir mal, wo ich in einem Jahr stehe. Wenn sich etwas in Nordamerika ergeben sollte, würde ich die Chance sicher nutzen und mal schauen, wie es dort so ist. Wichtig ist jetzt aber erst einmal, dass ich eine gute und solide WM spiele.

Im gestrigen Training vor dem heutigen Testspiel gegen Kanada haben Sie neben Rekordnationalspieler Mathias Seger gespielt. Wäre das Ihr Traumpartner?

Es wäre natürlich toll, neben einem Spieler wie Mathias Seger spielen zu dürfen. Er nimmt jetzt dann an seiner 16. WM teil. Er hat so viel Routine und weiss, wie alles läuft. Für einen jungen Spieler wie mich ist es sicher einfacher, neben so einem erfahrenen Mann auflaufen zu dürfen.

Wie erleben Sie Nationalcoach Sean Simpson?

Ich kenne ihn schon aus meiner Zeit in der U20-Nationalmannschaft. Deshalb wusste ich in etwa, was mich erwartet. Das Spielsystem ist beispielsweise dasselbe. Ich wurde also nicht ins kalte Wasser geworfen.

Als Spieler, der im Ausland sein Geld verdient, steht man ja immer unter spezieller Beobachtung. Spüren Sie als Schweden-Legionär einen höheren Erwartungsdruck?

Nein, da merke ich nichts. Ich setze mich auch nicht unter Druck. Wenn man zu viel studiert, dann wirkt sich das sowieso nicht vorteilhaft auf die eigene Leistung aus. Schliesslich rede ich Deutsch wie alle anderen auch (lacht).

Wie sieht es mit Ihren Schwedischkenntnissen aus?

Ich spreche noch nicht fliessend, aber ich kann mich verständigen.

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