Eishockey 1. Liga

Elf Siege für ein Halleluja: Wenn sich die Geduld auszahlt

Auf einer Erfolgswelle: Die Argovia Stars mit Captain Kevin Barz.

Auf einer Erfolgswelle: Die Argovia Stars mit Captain Kevin Barz.

Die Argovia Stars reiten auf einer Erfolgswelle. Die letzten elf Partien in der Regio League konnte das Eishockey-Team allesamt gewinnen. Die logische Folge: Tabellenführer.

Die Argovia Stars an der Tabellenspitze? Ein ungewohntes Bild. Denn während die vergangenen Saisons der Aarauer eher durchzogen verliefen, scheint es, als ob ihnen in der aktuellen Spielzeit alles gelingen will. Die Bilanz lässt sich sehen: stolze 15 Siege aus 18 Partien. So viele Siege konnten die Argovia Stars seit ihrer Namensänderung nicht einmal in einer gesamten Saison einfahren. Ihre bisher beste Spielzeit (14/15) schlossen sie mit insgesamt elf Siegen auf dem fünften Platz ab.

Doch woher kommt dieser Erfolg? Der Sportchef der Argovia Stars, Heinz Leuenberger, hat eine klare Antwort: «Hinter dem Erfolg steckt ein Baustein, den wir uns über eine längere Zeit aufgebaut haben.» Das Fundament des Erfolgs ist die konsequente Ausrichtung auf den Nachwuchs. Seit einigen Jahren verfolgen die Aarauer eine möglichst kontinuierliche Ausbildung. Ziel dabei ist es, die Spieler an die 1. Liga heranzuführen und diese im Team zu integrieren.

Bei dem Entwicklungsprozess erhalten die Argovia Stars prominente Unterstützung. Seit über zehn Jahren arbeiten sie im Nachwuchsbereich eng mit dem EV Zug zusammen. «Die Zusammenarbeit mit dem EVZ ermöglicht es uns, Trainingsmöglichkeiten auf fast jeder Stufe anzubieten», sagt Leuenberger. Und tatsächlich, die Zusammenarbeit trägt Früchte. Bestes Beispiel dafür ist Sven Leuenberger, der den Sprung von den Argovia Stars, mit einer Zwischenstation bei der EVZ Academy, bis in die U20-Nationalmannschaft geschafft hat.

Nach einer durchzogenen vergangenen Saison und einem Umbruch im Team scheint es bei den Argovia Stars nun bergauf zu gehen. «Unsere Ausrichtung hat zur Folge, dass man auch mal ein Jahr gar keinen sportlichen Erfolg hat», sagt Leuenberger. Doch nun stehen die Argovia Stars an der Spitze der Rangliste. Die Geduld zahlt sich aus.

Engpass in der nächsten Saison

Trotz des Erfolgs: Für die Argovia Stars kommt der Aufstieg nicht infrage. Viele Führungsspieler können und wollen die Zeit nicht aufwenden, um in einer nationalen Liga zu spielen, wie dies die MySports League ist. Somit wäre der Aufstieg gleichbedeutend mit vielen Abgängen. «Nur mit den jungen Spielern in diese Liga aufsteigen wollen wir nicht», sagt Heinz Leuenberger. «Das ist Harakiri.»

Wie es in der Zukunft mit einem Aufstieg aussieht, kann Leuenberger nicht sagen. Auch nicht, weil im nächsten Jahr ein Eis-Engpass anstehen wird. Eine der zwei Heimstätten der Argovia Stars, die Eishalle in Wettingen, wird saniert. Somit müssen die Aarauer mit allen Mannschaften auf die KEBA in Aarau ausweichen. «Wir wollen das Jahr sauber überbrücken, ohne sportlichen Schaden», sagt Leuenberger. Dies hat auch Auswirkungen auf die ebenfalls auf dem ersten Rang platzierte zweite Mannschaft der Argovia Stars. Durch den Engpass ist auch für sie der Aufstieg kein Thema, obwohl er sportlich gesehen sicher möglich wäre.

Für die Vereinsführung der Argovia Stars gilt der Grundsatz: zuerst das Fundament verstärken, bevor das Dach schwerer gemacht wird. «Wir beachten nicht nur die sportliche, sondern auch die wirtschaftliche Situation sowie das vorhandene Spielermaterial», sagt Heinz Leuenberger. Deshalb definiert er die Ziele wie folgt: «Wir wollen zwar 1. Liga spielen, Vorrang hat jedoch die Wirtschaftlichkeit.»

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