An guten Ideen fehlt es in Biel ja nicht. Nationaltrainer Patrick Fischer sass auf der Tribüne, um sich beim Derby zwischen dem EHC Biel und dem SC Bern noch einmal von der Form der beiden Torhüter zu überzeugen, die er für die Dezember-Länderspiele in Biel aufbieten wird. Er bestätigt: «Jonas Hiller und Leonardo Genoni werden dabei sein.» Jonas Hiller hat letztmals beim Olympia-Turnier 2014 für die Schweiz gespielt. Seine Rückkehr ist aber keine Überraschung.

Unkonventioneller ist hingegen der Vorschlag eines Zaungastes, doch Biels gefeuerten Trainer Kevin Schläpfer ins Nati-Coaching-Team aufzunehmen. Was Patrick Fischer ausschliesst. «Kevin Schläpfer und ich kommen sehr gut miteinander aus. Aber er ist nicht der Typ, der Assistent sein kann, und wir können unser Coaching-Team nicht aufblähen …»

Eine interessante Neuigkeit gab Patrick Fischer preis. Es ist nicht ausgeschlossen, dass er bei der WM auf SCB-Leitwolf Martin Plüss (39) zählen kann. «Ich bin mit ihm in Kontakt. Es wird an ihm sein, zu entscheiden, ob er nach der Meisterschaft noch genug Energie hat, um bei der WM eine tragende Rolle spielen zu können.»

Die Trainerfrage

Der Nationaltrainer hat ein intensives, hochstehendes Derby gesehen. Und ein Biel, wie es leibt und lebt. Ein Biel, in dem die von Kevin Schläpfer aufgebaute Spielkultur noch immer tiefe Wurzeln hat. Es war, als sei Schläpfer immer noch da. Die gleiche Leidenschaft, der gleiche Mut, die gleiche Wucht – und die gleichen Gründe, warum es am Ende doch nicht gereicht hat. Hiller hielt, was nach menschlichem Ermessen gehalten werden kann. Aber das reichte erneut nicht. Weil aus den vielen Chancen einfach zu wenig herausgeholt wird. Wie zuletzt auch zu Schläpfers Zeiten.

Und so bleibt Sportchef Martin Steinegger in der Trainerfrage im Niemandsland der Ratlosigkeit stecken: Soll er Mike McNamara weiterhin im Amt belassen? Ein grosses Risiko geht er bei dieser konservativen Lösung nicht ein. Die Mannschaft spielt ungefähr so weiter wie bislang, ein Zerfall der sportlichen Kultur droht nicht und er muss so kein Geld ausgeben. Oder sollte er doch einen neuen Trainer holen? Soll er doch Lars Leuenberger eine Chance geben? Gegen diese Lösung, die kostet, spricht der fehlende «Leidensdruck».

Frage deshalb an Biels Sportchef: Wenn jetzt auch noch die Partie am Dienstag in Langnau gegen die inzwischen punktgleichen Tiger krachend verloren geht, holt er dann einen neuen Trainer, beispielsweise Leuenberger, für den Rest der Saison? Er sagt weder «Ja» noch «Nein» und lässt alles offen: «Wir stellen keinerlei Ultimatum.»

Der SCB aber geht unbeirrt seinen Weg. Am Samstagabend war der Bieler Hockeytempel erstmals seit dem 24. Januar wieder ausverkauft. Damals siegten die Bieler gegen den SCB 4:3 nach Verlängerung und SCB-General Marc Lüthi hielt seine legendäre Kabinenpredigt. Seither war er nur noch einmal in der SCB-Kabine: zur Gratulation nach dem Titel. In Biel schritt er zwar auch durch den Kabinengang. Aber nur auf dem Weg nach draussen, um eine Zigarette zu rauchen.

Telegramm:

Biel - Bern 1:3 (0:2, 1:0, 0:1)

6521 Zuschauer (ausverkauft). - SR Holm (SWE)/Wiegand, Gnemmi/Wüst. - Tore: 15. Lasch (Ebbett, Bodenmann) 0:1. 19. Reichert (Andersson, Hischier) 0:2. 27. Rossi (Huguenin/Ausschluss Hischier) 1:2. 60. (59:52) Bodenmann 1:3 (technisches Tor). - Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Biel, 2mal 2 Minuten gegen Bern. - PostFinance-Topskorer: Earl; Arcobello.

Biel: Hiller; Lundin, Wellinger; Dave Sutter, Maurer; Huguenin, Fey; Dufner, Nicholas Steiner; Pouliot, Earl, Schmutz; Rossi, Neuenschwander, Fabian Lüthi; Pedretti, Haas, Rajala; Joggi, Fabian Sutter, Wetzel.

Bern: Genoni; Untersander, Blum; Kamerzin, Gerber; Krueger, Jobin; Andersson, Kreis; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Scherwey, Plüss, Randegger; Lasch, Ebbett, Bodenmann; Hischier, Macenauer, Reichert.

Bemerkungen: Biel ohne Valentin Lüthi, Tschantré (beide verletzt) und Micflikier (überzähliger Ausländer), Bern ohne Noreau (verletzt), Berger und Ness (beide überzählig). Biel von 59:15 bis 59:52 ohne Torhüter.