Grün ist die Farbe der Hoffnung. In den ungewohnten Farben Schwarz-Grün beziehungsweise Grün trafen gestern der HC Davos und Fribourg-Gottéron in der Vaillant-Arena aufeinander. Die Klubs taten dies nicht nur, weil sie im Strichkampf auf Punktezuwachs hofften. Grün ist auch die Farbe von Greenhope, einer Stiftung für krebskranke Kinder. Genau nach der Philosophie von Greenhope demonstrierten beide Mannschaften in einer abwechslungsreichen und spektakulären Partie, dass Sport viel bewegen kann – nicht nur im Kampf um drei Punkte, sondern um viel mehr.

Die Spieler des HC Davos konnten die Partie schlussendlich für sich entscheiden.

Die Spieler des HC Davos konnten die Partie schlussendlich für sich entscheiden.

Die 20-Franken-Mütze

Der HC Davos hatte bereits vor einem Jahr in Zusammenarbeit mit Greenhope ein Charity-Spiel absolviert. Neben der Punktejagd auf dem Eis ging es schon damals auch darum, Spenden für krebskranke Kinder zu generieren. Dank der Unterstützung der gesamten Davoser Fangemeinschaft konnten 2015 fast 40 000 Franken gesammelt werden. Dieser Betrag wurde nun investiert, um 84 krebskranke Kinder und ihre Familien – insgesamt rund 450 Personen – aus der ganzen Schweiz für ein ganz spezielles Wochenende nach Davos einzuladen. Neben dem Matchbesuch wurden den Familien auch Unterkunft, Verpflegung und Aktivitäten in Davos offeriert.

Fribourg entschied sich spontan, seinen Teil zum Charity-Game beizutragen; er trat in Grün statt in den Klubfarben an. Gestern konnten sich alle Besucher an der ganzen Aktion finanziell und visuell beteiligen, indem sie eine grün-schwarz-weisse Greenhope-Mütze für 20 Franken kauften. Nun werden die Trikots aller Spieler beider Mannschaften, die exklusiv nur in dieser Partie getragen wurden, online zugunsten von Greenhope versteigert.

Nimmt man das gestrige Spiel als Massstab, müsste Andrei Bykows Trikot bei den Freiburger Fans hoch gehandelt werden. Der Center sorgte mit zwei Treffern dafür, dass sein Team nach einem Fehlstart doch noch richtig ins Spiel fand. Denn die Anfangsphase hatte den Bündnern gehört. Nach genau 100 Sekunden stocherte Dario Simion den Puck nach einem Abpraller über die Torlinie. Danach lenkte Marc Wieser einen Querpass von Andres Ambühl unhaltbar zum 2:0 ab.

Zu Beginn des zweiten Drittels brannte es vor dem Davoser Tor aber so lichterloh, dass HCD-Coach Arno Del Curto unmittelbar nach dem 2:2 sein Timeout nahm. Es fruchtete allerdings nicht. Nur 31 Sekunden später schoss Mauldin die Freiburger in Führung. Und im nächsten Angriff verpasste Benjamin Neukom solo gar den wohl vorentscheidenden vierten Treffer für die Gäste. Stattdessen erhöhte Perttu Lindgren mit dem Ausgleich in Unterzahl – es war sein erstes Tor seit dem 28. Oktober oder nach sieben erfolglosen Partien – den Marktwert seines exklusiven schwarz-grün-gelben Topskorerleibchens. Doch damit nicht genug: In der 46. Minute erzielte der HCD-Finne im Powerplay den «Game Winner».

Telegramm:

Davos - Fribourg-Gottéron 5:3 (2:1, 1:2, 2:0)

5237 Zuschauer. - SR Massy/Prugger, Kaderli/Obwegeser. - Tore: 2. Simion (Dino Wieser, Corvi) 1:0. 6. Marc Wieser (Ambühl, Lindgren) 2:0. 15. Bykow (Sprunger, Schilt) 2:1. 24. (23:02) Bykow (Ritola) 2:2. 24. (23:33) Mauldin (Birner) 2:3. 33. Lindgren (Marc Wieser/Ausschluss Rahimi!) 3:3. 47. Lindgren (Corvi, Du Bois/Ausschluss Schilt) 4:3. 60. (59:43) Dino Wieser 5:3 (ins leere Tor). - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Davos, 3mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron. - PostFinance-Topskorer: Lindgren; Sprunger.

Davos: van Pottelberghe; Schneeberger, Forster; Du Bois, Kindschi; Heldner, Paschoud; Jung, Rahimi; Sciaroni, Kousal, Ruutu; Marc Wieser, Lindgren, Ambühl; Simion, Corvi, Dino Wieser; Egli, Walser, Eggenberger.

Fribourg-Gottéron: Saikkonen; Schilt, Stalder; Rathgeb, Leeger; Kienzle, Abplanalp; Chavaillaz; Neuenschwander, Rivera, Schmutz; Mauldin, Cervenka, Birner; Sprunger, Bykow, Ritola; Mottet, Gustafsson, Neukom; Fritsche.

Bemerkungen: Davos ohne Axelsson, Jörg und Aeschlimann (alle verletzt), Fribourg-Gottéron ohne Loichat (verletzt) und Picard (überzähliger Ausländer). Timeouts Fribourg-Gottéron (6.) und Davos (23:02). Pfostenschüsse Sciaroni (38.) und Egli (46.). Fribourg-Gottéron von 58:07 bis 59:43 ohne Torhüter.