Swiss League Playoffs

Der EHC Olten hat das Potenzial, etwas Grosses zu schaffen

Stanislav Horansky (von links), Riccardo Sartori und Topskorer Dion Knelsen. Bild: freshfocus

Stanislav Horansky (von links), Riccardo Sartori und Topskorer Dion Knelsen. Bild: freshfocus

Ab Mittwoch-Abend gilt es für den EHC Olten ernst. In der ersten Partie des Playoff-Viertelfinals trifft man auf den grossen Rivalen SC Langenthal. Für die Oltner soll es der Auftakt zu einer möglichst langen und erfolgreichen Reise sein. Eine Analyse

Nennen wir das Kind doch gleich beim Namen: Der EHC Olten ist in der Playoff-Viertelfinalserie gegen den amtierenden Swiss-League-Meister Langenthal der Favorit. Alles andere als ein Weiterkommen der Powermäuse gegen den grossen Rivalen aus dem Oberaargau wäre für alle Beteiligten eine riesige ­Enttäuschung. Ganz abgesehen vom sportlichen Debakel, das ein Ausscheiden gegen Langenthal bedeuten würde, wären wohl auch die finanziellen Folgen für den EHCO gravierend. Man kann es also drehen und wenden, wie man will: Die Oltner sind in dieser Playoff-Serie zum Siegen verdammt. Es steht sehr, sehr viel auf dem Spiel.

Doch bevor bei den EHCO-­Anhängern jetzt der Angstschweiss in Strömen fliesst, sei auch dies betont: Läuft alles nach Plan, dann wird der Tabellendritte Olten gegen den sechsten Langenthal in einem Best-of-7-Duell nicht verlieren. Der EHCO ist ­punkto Spielerpersonal breiter aufgestellt, verfügt über die routinierteren und kampferprobteren Akteure und hat mit Fredrik Söder­ström einen ebenso erfahrenen Trainer an der Bande, der zudem mit Assistent Tommy Sjödin noch einen Mann an seiner Seite weiss, der in der Eishockey-Welt schon fast alles gesehen und erlebt hat.
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Zudem: Drei der vier Quali-­Duelle entschieden die Oltner gegen Langenthal zu ihren Gunsten. Es gibt also aus Sicht des EHC Olten sehr viele und gewichtige Gründe, dem Vergleich mit dem SC Langenthal mit einer grossen Portion Optimismus entgegen­zublicken.

Welches Blatt hält man in der Hand?

Klar: In den Playoffs beginnt alles wieder bei null. Alles, was in den 44 Qualifikationsspielen passierte, ist ab heute Mittwoch unerheblich. Jetzt ist für alle Beteiligten die Zeit gekommen, die Karten auf den Tisch zu legen. Beim EHCO darf man besonders gespannt sein, welches Blatt man in der Hand hält. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass diese Mannschaft, wenn sie auf Hochtouren läuft, für jeden Gegner brandgefährlich sein kann. Das Potenzial, in dieser Saison etwas Grosses zu schaffen, ist definitiv vorhanden.

Damit den Oltnern in den kommenden Wochen aber etwas Grosses gelingt, muss es vor allem im Kopf der Spieler stimmen. Wer in den Playoffs ganz nach oben will, der muss mental unheimlich stark sein, darf sich von Widerwärtigkeiten und Unwägbarkeiten nicht aus dem Konzept bringen lassen, muss auch physisch auf der Höhe sein und Schmerzen wegstecken können. Eine Auftaktniederlage gegen Langenthal? Kann passieren. Es muss die EHCO-Cracks aber letztlich kalt lassen. Dieses Selbstverständnis, diese Unerschütterlichkeit zu erlangen, ist die hohe Playoff-Kunst.

Kommt der Faktor Glück dazu. In der vergangenen Saison verletzten sich unmittelbar vor dem Playoff-Auftakt mit Jewgeni Schirjajew und Stan Horansky zwei Schlüsselspieler. Trotz dieses Handicaps musste sich der EHCO erst in der Verlängerung des sechsten Halbfinalspiels dem späteren Meister Langenthal geschlagen geben. Wer weiss, wohin die Reise geführt hätte, wenn die Verletzungshexe einen Bogen um die Oltner Garderobe gemacht hätte?

Die drei Hauptzutaten müssen schmecken

Spielerische Klasse, mentale Stärke, Glück – das sind die drei Hauptzutaten, die den Playoff-Eintopf entweder schmackhaft oder eben ungeniessbar machen. Der EHC Olten besitzt alle diese Zutaten, um die nächsten Wochen für seine Anhänger zu einem eishockeytechnischen Gourmet-Erlebnis werden zu lassen. Die Langenthaler werden die ersten sein, die versuchen werden, dem Rivalen wahlweise in die Suppe zu spucken oder sie zu versalzen.

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