Eigentlich hätte man beim HC Davos dieser Tage allen Grund zur Zufriedenheit. In der Meisterschaft läuft es gut. Der zweite Platz in der NLA-Tabelle hat alle Erwartungen übertroffen. Und auch im Spengler Cup hat man mit minimalem Aufwand bereits den Einzug in den Halbfinal geschafft. Gestern Abend reichte gegen das bescheidene Medvescak Zagreb eine diskrete Leistung zum minimalen 1:0-Sieg.

Doch so gut es auf dem Eis läuft, so sehr droht das Geschehen daneben die positiven Schlagzeilen zu überschatten. Es geht dabei in erster Linie um die Personalien Reto und Jan von Arx. Auch gestern liefen die Drähte in dieser Causa heiss – man kann schon fast von einer kleinen Seifenoper sprechen, die hier in Davos über die Bühne geht. Jedes Wort, das diesbezüglich geschrieben oder gesprochen wird, wird auf die Goldwaage gelegt.

Ein Missverständnis?

Eine Aussage von HCD-Präsident Gaudenz Domenig im täglich erscheinenden Spengler-Cup-Magazin, wonach man die Gebrüder bei einer entsprechenden Anfrage sofort an die SCL Tigers abgeben würde, kam den Beteiligten in den falschen Hals. Es stellte sich heraus, dass Domenig diese Aussage so gar nie gemacht hatte. Trotzdem war das für Reto von Arx genug, um hinter das Kapitel HCD einen Schlusspunkt zu setzen. Nach dem Spiel gegen Zagreb sagte er: «Davos hat seinen Standpunkt klar gemacht. Ich gehe deshalb davon aus, dass die Verhandlungen von ihnen aus abgeschlossen sind. Ich habe entsprechend schon mit anderen Klubs erste Gespräche geführt.»

HCD-Trainer Arno Del Curto wirkt ob der ungeklärten Situation sichtlich angespannt. Zumal es ja nicht nur um die Emmentaler Brüder geht, sondern die Davoser Zukunft einer ganzen Reihe weiterer Spieler ungeklärt ist. Von den im Frühling auslaufenden Verträgen wurde erst jener von Goalie Leonardo Genoni verlängert – wenn auch nur mündlich (um zwei Jahre). Offen ist dafür, was mit Samuel Guerra, Beat Forster, Gregory Sciaroni und Noah Schneeberger passiert. Und nicht zu vergessen: Auch Arno Del Curto selbst hat die Fortsetzung seiner «ewigen» Trainerkarriere in Davos noch nicht bestätigt. Man darf gespannt sein, ob die Von-Arx-Seifenoper am Ende nicht noch für gravierendere Kollateralschäden beim HCD sorgt.

Servettes wilder Ritt

Keine solchen Sorgen hat man bei Servette Genf. Mit einem Ritt auf einem wilden Pferd verglich Chris McSorley die überzeugende Performance seiner Mannschaft gegen Jokerit Helsinki. «Das ist ein weiterer grosser Effort für unseren Klub», räumte der kanadische Coach und Manager der Genfer dem Erfolg gegen das KHL-Topteam einen hohen Stellenwert ein. Mit seinen taktischen Inputs und Massnahmen trug der smarte Stratege massgeblich zum Coup bei. Der letztjährige Spengler-Cup-Sieger hat seinen internationalen Palmarès innerhalb von zwölf Monaten mit einer erstaunlichen Serie von positiven Resultaten gegen hoch dotierte Vertreter der besten europäischen Liga aufgewertet.