Schweizer Cup

Ajoie und Davos im Cup-Final

Andres Ambühl wurde verdient zum besten Davoser Spieler gekürt

Andres Ambühl wurde verdient zum besten Davoser Spieler gekürt

Das unterklassige Ajoie steht im Cup-Final. Die Jurassier setzen sich im Halbfinal vor heimischem Publikum gegen Biel nach einem 0:2-Rückstand mit 4:3 durch und treffen nun auf den HC Davos.

Die Davoser gewannen bei den Rapperswil-Jona Lakers 4:1.

Ajoie stand schon im Januar 2018 im Halbfinal des in der Saison 2014/15 neu lancierten Wettbewerbs. Damals unterlagen sie auswärts den Lakers, die zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in der Swiss League spielten, mit 0:4. Gegen Biel sah es zunächst ebenfalls nicht gut aus. Der Favorit führte nach zehn Minuten 2:0. Zunächst traf Toni Rajala (8.) nach einem Puckverlust von Jordane Hauert an der offensiven blauen Linie in Unterzahl, dann war Luca Cunti im Powerplay erfolgreich.

Ajoie reagierte umgehend und verkürzte 90 Sekunden nach dem zweiten Gegentreffer durch Jonathan Hazen auf 1:2, 19 Sekunden vor der ersten Pause glich Mathias Joggi aus. Ausgerechnet Joggi, der fünf Jahre für Biel tätig war und 2018 keinen neuen Vertrag erhielt. Der Aussenseiter wusste auch auf das 2:3 von Mike Künzle (33.) eine rasche Antwort, in der 36. Minute gelang erneut Hazen das 3:3. Bei beiden Toren des Kanadiers hatte dessen kongenialer Sturmpartner Philip-Michael Devos den Stock im Spiel. Die beiden hatten schon massgeblich dazu beigetragen, dass Ajoie in den beiden Runden zuvor Lausanne (4:3 n.V.) und die ZSC Lions (6:3) eliminiert hatte. Das entscheidende 4:3 (50.) gegen Biel schoss allerdings Nicolas Thibaudeau, der Goalie Jonas Hiller mit einem Schuss ins Lattenkreuz überwand.

Eigentlich würde Ajoie als unterklassiges Team im Final Heimrecht geniessen. Allerdings erfüllt die Patinoire Voyeboeuf nicht die Voraussetzungen für eine Durchführung, weshalb eine Alternative gesucht wird.

Davos trotzt Fehlstart

Die Davoser qualifizierten sich zum zweiten Mal nach 2018 für den Cup-Final - damals unterlagen sie den Lakers gleich 2:7. Auch diesmal mussten die Bündner zunächst unten durch. Die St. Galler legten vor 6100 Zuschauern in der ausverkauften Arena los wie die Feuerwehr und gingen in der 3. Minute in doppelter Überzahl durch Andrew Rowe in Führung.

Auch danach wussten die Davoser nicht wie ihnen geschah, bis die Lakers eine Strafe kassierten. Diese nutzten die Gäste zum Ausgleich - Magnus Nygren war nach genau acht Minuten mit dem ersten "richtigen" Torschuss des HCD in dieser Partie erfolgreich. Ab der 13. Minute übernahmen dann die Davoser das Zepter, ohne zwingend zu sein. Deshalb dauerte es bis zur 39. Minute, ehe der Schweizer Rekordmeister aus der Überlegenheit Kapital schlug. Als Torschütze zeichnete sich Marc Aeschlimann aus.

In der 44. Minute erhöhte Fabrice Herzog mit einem weiteren Powerplay-Treffer auf 3:1. Zwar nahmen die Lakers danach wieder etwas Fahrt auf, Zählbares schaute allerdings nicht heraus. In der 53. Minute vergab Nico Dünner eine Topchance zum 2:3. Bereits gut vier Minuten vor dem Ende ersetzten die Rapperswiler den starken Torhüter Melvin Nyffeler durch einen Feldspieler, worauf erneut Marc Aeschlimann mit dem 4:1 (58.) alles klar machte.

Die Lakers zeigten nach dem Startfurioso zu wenig. Zwar sagt die Anzahl der Torschüsse nicht immer viel aus, dass die Gastgeber jedoch im Mitteldrittel bloss deren drei zu Stande brachten, verdeutlicht das Spielgeschehen. Insofern ging der Sieg der Davoser mehr als in Ordnung.

Telegramme:

Rapperswil-Jona Lakers - Davos 1:4 (1:1, 0:1, 0:2)

6100 Zuschauer (ausverkauft). - SR Lemelin/Mollard, Obwegeser/Schlegel. - Tore: 3. Rowe (Cervenka, Dominik Egli/Ausschlüsse Du Bois, Jung) 1:0. 8. Nygren (Corvi/Ausschluss Ness) 1:1. 39. Marc Aeschlimann (Herzog) 1:2. 44. Herzog (Ambühl, Kessler/Ausschluss Schmuckli) 1:3. 58. Marc Aeschlimann (Ambühl) 1:4 (ins leere Tor). - Strafen: 7mal 2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 6mal 2 plus 10 Minuten (Jung) gegen Davos.

Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Vukovic, Schmuckli; Dominik Egli, Randegger; Hächler, Maier; Schneeberger, Dufner; Kristo, Rowe, Dünner; Clark, Cervenka, Forrer; Mosimann, Schlagenhauf, Wetter; Rehak, Ness, Hüsler.

Davos: Sandro Aeschlimann; Nygren, Jung; Du Bois, Barandun; Kienzle, Stoop; Heinen; Ambühl, Lindgren, Palushaj; Hischier, Corvi, Tedenby; Herzog, Marc Aeschlimann, Chris Egli; Meyer, Bader, Kessler; Frehner.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Wellman (krank), Casutt, Profico, Simek, Schweri und Loosli. Davos ohne Guerra, Dino und Marc Wieser, Paschoud (alle verletzt) sowie Baumgartner (U20-B-WM mit Österreich). - Timeouts: Lakers (48.); Davos (56.). - Lakers von 55:57 bis 57:04 ohne Goalie.

Ajoie - Biel 4:3 (2:2, 1:1, 1:0)

2500 Zuschauer. - SR Wiegand/Tscherrig, Progin/Gnemmi. - Tore: 8. Rajala (Ausschluss Ullström!) 0:1. 10. Cunti (Kohler, Brunner/Ausschluss Casserini) 0:2. 12. Hazen (Devos) 1:2. 20. (19:41) Joggi (Birbaum, Privet) 2:2. 33. Künzle (Brunner, Forster) 2:3. 36. Hazen (Schmutz, Devos) 3:3. 50. Thibaudeau 4:3. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Ajoie, 6mal 2 Minuten gegen Biel.

Ajoie: Wolf; Ryser, Pouilly; Birbaum, Hauert; Casserini, Dotti; Pilet; Hazen, Devos, Schmutz; Huber, Privet, Joggi; Thibaudeau, Frossard, Muller; Staiger, Mäder, Macquat; Arnold.

Biel: Hiller; Ulmer, Sataric; Kreis, Moser; Rathgeb, Forster; Prysi; Ullström, Pouliot, Rajala; Brunner, Cunti, Künzle; Schneider, Fuchs, Neuenschwander; Kohler, Tanner, Karaffa.

Bemerkungen: Biel ohne Fey, Hügli, Lüthi, Riat, Tschantré, Gustafsson (alle verletzt) und Salmela (überzähliger Ausländer). - Biel ab 59:23 ohne Goalie.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1