Eishockey

2:1-Auswärtssieg in Martigny – Powermäuse stehen im NLB-Final

Romano Pargätzi fällt verletzt aus

Romano Pargätzi fällt verletzt aus

Der EHC Olten gewinnt die Halbfinalserie gegen Red Ice Martigny mit 4:1 Siegen. In Spiel fünf müssen die Powermäuse in die Verlängerung, wo Sami El Assaoui den 2:1-Siegtreffer erzielt. Nun geht es am Dienstag gegen die SCL Tigers weiter.

Die letzte Partie zwischen Martigny und Olten vereinte noch einmal jene Attribute, welche diese Halbfinalserie bereits in den vier Partien zuvor geprägt hatte. Beide Teams gestanden einander wenig zu und spielten konsequent auf den Körper. Die Folge: Zum zweiten Mal ging es im Forum in die Verlängerung, und wieder, wie übrigens schon zweimal gegen Visp in der Runde zuvor, behielten die Oltner das bessere Ende für sich. Den Gästen gelang es, den Schwung aus den letzten Minuten der regulären Spielzeit in die Overtime mitzunehmen, dadurch Strafen zu provozieren und die Serie schliesslich für sich zu entscheiden. «Der vierte Sieg war, wie erwartet, der schwierigste», bestätigte Siegtorschütze Sami El Assaoui nach dem Spiel. «Martigny hatte nichts mehr zu verlieren, doch wir fanden etwas glücklich ins Spiel zurück und drehten die Partie schliesslich in der Verlängerung.»

Von Beginn an wurde deutlich, dass für beide Mannschaften viel auf dem Spiel stand. Hier Martigny, eine Niederlage vor dem Playoff-Out, dort Olten, welches die Serie unbedingt zu Ende bringen wollte. «Wir wussten genau», formulierte es El Assaoui, «wenn wir im Final gegen Langnau eine Chance haben wollen, müssen wir die Serie in fünf Spielen gewinnen. Wie es gegen ein ausgeruhtes Langnau sonst ausgeht, hat das Beispiel Langenthal gezeigt.»

Die Anfangsphase zeigte denn auch, dass die Walliser fehleranfällig agierten, wenn man sie unter Druck setzte. Burki beispielsweise holte auf diese Art und Weise eine Strafe heraus (11.), als er nach der Puckeroberung zurückgehalten wurde. Die folgende Aktion im zweiten EHCO-Powerplay war zwar die bislang schönste des Spiels, doch Meister knallte eine schöne Feser-Rückgabe übers Tor.

Chancen bei Normalbestand Mangelware

Richtige Chancen waren vor allem bei Normalbestand Mangelware. 13 Tore waren in den vier Vergleichen zuvor erst gefallen, deren vier aufseiten von Red Ice. Und die Gastgeber schafften, wie in den beiden ersten Heimspielen dieser Halbfinalserie, auch diesmal den ersten Treffer der Partie. Eine (zumindest fragwürdige) Strafe gegen Wiebe war soeben abgelaufen, als Dimitri Malgin vor Tobler goldrichtig stand. Nur Sekunden zuvor hatte Montandon die bislang beste Möglichkeit zur Führung ausgelassen, als er einen Abpraller nicht wunschgemäss traf.

Das Spiel war also auch resultatmässig lanciert, und die Gäste sahen den Rückstand durchaus als unmittelbare Motivation, entsprechend darauf zu reagieren. Im mittleren Drittel wurden aus den Einheimischen nämlich Entlastungsangreifer, solche jedoch mit Potenzial. Immer wieder vermochte Topscorer Schiriajew Nadelstiche zu setzen, jedoch erfolglos – genau gleich wie die Gäste, welche zwar Angriff um Angriff fuhren, die zündende Idee im gegnerischen Drittel aber jeweils vermissen liessen. «Martigny machte uns das Angreifen durch die Mitte sehr schwer», musste El Assaoui eingestehen.

Martigny agierte über weite Strecken clever

Vor allem im Powerplay, aber auch bei fünf gegen fünf stand Martigny clever, lief selten in eine Unterzahl und zwang den Gegner zumeist auf den weiteren Weg. Dem EHCO gelang es nicht, die Angriffe direkter vorzutragen; einmal auf der Aussenbahn, hatte sich Martigny im Zentrum längst sortiert, als der Puck vor dem wiederum starken Lory auftauchte. Zwar produzierte auch er den einen oder anderen Abpraller, am rechten Ort standen aber nur selten die Oltner. Dies änderte sich in der 44. Minute. Wieder erwischten die Gäste den besseren Start, und endlich schlug sich das Mehr an Spielanteilen in einem Treffer nieder. Es war Topskorer Truttmann, welcher den EHCO fürs Erste erlöste.

Zuerst der Pfosten, dann doch noch der Schuss ins Glück

Jetzt endlich gab auch Martigny wieder offensive Rauchzeichen von sich und schaltete jenen Gang höher, welchen sie seit dem 1:0 praktisch nicht mehr eingelegt hatten. Nachdem Burki gar die Gäste-Führung auf dem Stock hatte, tauchte Nikiforuk zweimal gefährlich vor Tobler auf, ehe die Gäste zur Schlussoffensive bliesen – und die hatte es in sich.

Es waren die besten Minuten des Spiels, welche sich ausschliesslich vor Lory abspielten und auch beinahe die letzten dieser Serie gewesen wären, hätte Burki 21 Sekunden vor Schluss nicht nur den Pfosten getroffen. Doch das war spätestens neun Spielminuten später vergessen, als Sami El Assaoui Burkis Vorlage mit einem Geschoss an Lorys Fanghand vorbei zur Finalqualifikation versenkte.

Der Liveticker zum Nachlesen:

Scribblelive: Eishockey, Playoff-Halbfinal NLB, Olten - Martigny, Spiel 5

Martigny – Olten 1:2 n.V. (1:0, 0:0, 0:1, 0:1)

Patinoire du Forum. – 2198 Zuschauer. – SR: Kämpfer/Küng, Huggenberger/Progin. – Tore: 19. Malgin (Dähler) 1:0. 44. Truttmann (Feser, Ganz) 1:1. 69. (68:18) El Assaoui (Burki/Ausschluss Traber) 1:2. – Strafen: 7-mal 2 Minuten gegen Martigny, 3-mal 2 Minuten gegen Olten.

Martigny: Lory; M. Zanatta, L. Zanatta; Marti, Hostettler; Marghitola, Borlat; Wyssen, Zorin; Knoepfli, Schiriajew, Starkov; Lachmatow, Montandon, Nikiforuk; Dähler, Brem, Malgin; Franzén, Faic, Traber.

Olten: Tobler; Meister, Schnyder; Ganz, Grossniklaus; Bagnoud, El Assaoui; Wüst, Burki, Truttmann; Hirt, Schneuwly, Schwarzenbach; Wiebe, Feser, Weber; Ulmer, Studer, Scherwey; Lüthi.

Bemerkungen: Olten ohne Ruhnke, Marolf, Schild, Parati, Pargätzi, Wüthrich, Aeschlimann (alle verletzt) und Brunner (krank). Lory und Tobler als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 35. Pfostenschuss M. Zanatta. 60. (59:39) Pfostenschuss Burki. 46. Timeout Martigny.

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