Kolumne

Ein Star mit Stil

Das erste Training des neuen Stürmertrainers Petar Aleksandrov beim FC Aarau

Peter Aleksandrov als Trainer während dem Training des FC Aarau.

Das erste Training des neuen Stürmertrainers Petar Aleksandrov beim FC Aarau

In der Meistersaison des FC Aarau 1993 war Petar Aleksandrov eines der Aushängeschilder der Mannschaft. Bis heute ist der dem Fussball, seiner grossen Leidenschaft, treu geblieben. Mittlerweile im Trainerstab des FC Aarau.

David Bader, heute Geschäftsmann in Langenthal, war einst ein zäher Aussenverteidiger beim FC Aarau. Daran, dass der gebürtige Gäuer zum legendären Meisterteam von 1993 gehört, erinnern sich nur noch die echten Fans.

David Bader selbst ist zu bescheiden, um von sich aus von jener sensationellen Meistersaison zu erzählen. Man muss ihn fast dazu überreden. «Was soll ich sagen? Es passte damals einfach. Wir gingen auf den Platz raus und wussten gar nicht, wie uns geschah. Wenn wir zum ersten Mal zur Matchuhr schauten, stand es schon 1:0 für uns, weil Petar schon einen reingehauen hatte.»

Der Petar, den Bader meint, ist natürlich Petar Aleksandrov, geboren am 7. Dezember 1962 in Karlowo in Bulgarien. Er spielte in seiner Heimat und später in Belgien, Deutschland und der Schweiz. Hier gewann er neben dem erwähnten Meistertitel 1993 auch zweimal den Titel eines Torschützenkönigs, einmal mit Xamax 1995 und einmal mit Luzern 1996. Dazwischen reiste er 1994 mit Bulgarien an die Weltmeisterschaft in den USA. Einer seiner Teamkollegen dort war kein Geringerer als der Weltstar Hristo Stoitschkov, der damals beim FC Barcelona für die Musik sorgte.

Wie David Bader ist auch Petar Aleksandrov ein Mann aus einer anderen Fussballzeit. Im heutigen Profifussball würde ein Fussballer mit Aleksandrovs Fähigkeiten in England spielen und Millionen verdienen. Seine einzige offene Frage wäre es, ob er am Morgen mit dem Bentley oder mit dem Rolls Royce aus dem Haus soll. Und wahrscheinlich wüsste er nach wenigen Jahren nicht einmal mehr, wo Aarau liegt.

Stattdessen ist er, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in all den Jahren seit seinem Rücktritt, der Schweiz und dem runden Leder treu geblieben. Er arbeitete fast immer im Hintergrund für verschiedene Klubs, meist als Assistenztrainer, aber überall mit grösster Professionalität und Sachkenntnis.

Dass er zurzeit neben seinem Hauptberuf als Assistent von Patrick Rahmen in Aarau noch ein Nebenamt als Sportchef des FC Olten bekleidet, zeugt von seinem Herzblut für den Sport. Wenn er im Kleinholz einem Training oder Spiel beiwohnt, hat er für jeden ein gutes Wort übrig.

Gäbe es mehr ehemalige Stars wie Alexandrov, wäre die Fussballwelt besser und wahrer.

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