Nations League

Drei Tipps für drei Punkte – so besiegt die Schweiz heute Abend Deutschland

Granit Xhaka zeigte ein gutes Spiel, auch wenn ihm die letzten Pässe nicht gelangen.

Granit Xhaka zeigte ein gutes Spiel, auch wenn ihm die letzten Pässe nicht gelangen.

Drei Tage nach dem 1:2 in der Ukraine empfängt die Schweiz heute Abend in Basel Deutschland (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker). Was tun, um den grossen Nachbarn zu besiegen? Das sind die drei wichtigsten Dinge, welche die Schweizer beachten müssen.

1. Keine Fehler

Zu viele Gegentore nach Fehlern: Das darf der Schweiz gegen Deutschland nicht passieren.

Zu viele Gegentore nach Fehlern: Das darf der Schweiz gegen Deutschland nicht passieren.

Fussball muss nicht immer kompliziert sein. Manchmal reicht es, die simpelsten Dinge richtig zu machen, zum Beispiel also: den Ball nicht dem Gegner in die Füsse spielen. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Das ist furchtbar einfach dahergeschrieben – und selbstverständlich ist es eben gerade hochgradig schwierig, Tempofussball und Pressing fehlerfrei über 90 Minuten durchzuziehen.

Trotzdem ist eine Erkenntnis seit der WM 2018 immer wieder dieselbe: Die Schweiz begeht zu viele Fehler im Spielaufbau – und zahlt dafür immer wieder in Form von Gegentoren. Zuletzt ist das in der Ukraine (1:2-Niederlage) wieder passiert, zweimal wurde die Schweiz ausgekontert, einmal nach einem Pressing, das nicht wunschgemäss funktionierte, einmal nach einem Ballverlust.

Solche Fehler dürfen gegen Deutschland nicht passieren. Wenn der Schweiz Team mit derart viel Klasse gegenübersteht, mit Individualisten, die voller Tempo und Technik durch die Reihen wirbeln, dann bietet es sich auch einmal an, diese eigenen Reihen zu schliessen für einige Momente. Konkret: Die Schweizer müssen gut abwägen, wann es sich lohnt, vorwärts zu preschen. Und lieber mehr als weniger den einfachen Pass der schwierigen Kunst vorziehen. Immer im Bewusstsein: Jeder noch so kleine Fehlpass könnte bestraft werden.

Gleichzeitig ist aber auch klar: Die Schweiz sieht häufig dann gut aus, wenn ihr von Gegnern, die das Spiel annehmen und selbst nach vorne spielen, Räume offenbart werden. Das wird Deutschland sicher tun. Es gilt also, die eigenen Konter zu suchen. Und dann vor allem: Nicht zögern und abbremsen, sondern in höchstem Tempo Richtung Tor. Und was das Pressing betrifft: Es könnte sich durchaus lohnen, die deutsche Abwehr gelegentlich unter Druck zu setzen. Denn das Trio Süle/Can/Rüdiger ist bei aller Liebe nicht besonders für spielerischen Glanz bekannt.

2. Deutschland den Motor abstellen

Toni Kroos ins Straucheln bringen? Gute Idee, denn wenn der deutsche Motor läuft, wird es schwierig für die Schweiz.

Toni Kroos ins Straucheln bringen? Gute Idee, denn wenn der deutsche Motor läuft, wird es schwierig für die Schweiz.

Er ist seit einigen Jahren der Motor des deutschen Spiels: Toni Kroos. Der Regisseur von Real Madrid treibt das Spiel an, verteilt die Bälle, hat ein grossartiges Auge - und ist auch in den Zweikämpfen stark. Darum gilt für die Schweiz: Je besser es gelingt, Kroos an der Entfaltung zu hindern, desto grösser die Chancen auf ein gutes Resultat. Ganz besonders gefordert wird damit Djibril Sow. Der Mittelfeldspieler von Frankfurt muss sich im Vergleich zur Darbietung gegen die Ukraine erheblich steigern. Und zusammen mit Captain Granit Xhaka das Diktat im Mittelfeld zumindest zwischendurch übernehmen.

3. Die Kraft der Erinnerungen

Schweiz-Deutschland 5:3! Eren Derdiyok trifft am 26. Mai 2012 im Testspiel gleich drei Mal.

Schweiz-Deutschland 5:3! Eren Derdiyok trifft am 26. Mai 2012 im Testspiel gleich drei Mal.

Schweiz gegen Deutschland in Basel? Das gab's letztmals vor acht Jahren, am 26. Mai 2012, es war das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams. Und was für eines das war! 5:3 gewann die Schweiz, Eren Derdiyok traf bei der unerwarteten Gala gleich dreifach, immer auf Vorarbeit von Tranquillo Barnetta. Auch damals trat Deutschland unmittelbar vor der EM ohne die wichtigsten Bayern-Spielern an, das ist heute Abend genau gleich.

Vom Schweizer Team 2012 ist heute noch ein einziger Spieler dabei –Captain Granit Xhaka, damals zarte 19 Jahre jung. Admir Mehmedi, der das 5:3 erzielte, ist verletzt. Zumindest Xhaka also weiss, wie man Deutschland besiegt. Auch wenn es lange her ist, Xhaka wird es nicht verpassen, mit seinen Teamkollegen einige dieser Erinnerungen zu teilen. Und vielleicht schöpft das Team daraus ja durchaus ein bisschen Mut.

Die Aufstellungen

So lässt Nati-Trainer Vladimir Petkovic spielen (3-4-1-2): Sommer; Elvedi, Akanji, Rodriguez; Widmer, Sow, Xhaka, Benito; Steffen; Embolo, Seferovic.

Und auf diese Spieler setzt Deutschland-Trainer Jogi Löw (3-4-1-2): Leno; Süle, Ginter, Rüdiger; Kehrer, Kroos, Gündogan, Gosens; Draxler; Werner, Sané;

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