Super League
Fokus auf Fussball: Die erste Mannschaft des FC Basel begibt sich in eine Trutzburg

Die Mannschaft des FC Basel will und muss die Unruhen ausblenden, um den sportlichen Turnaround zu schaffen. Kann das gut gehen? Die erste Antwort darauf gibt es am Samstag in Genf.

Jakob Weber
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Pajtim Kasami will sich auf das Geschehen auf dem Platz konzentrieren und so in Genf gegen Servette gewinnen.

Pajtim Kasami will sich auf das Geschehen auf dem Platz konzentrieren und so in Genf gegen Servette gewinnen.

Bild: Freshfocus

Sechs Spiele hat der FC Basel nicht mehr gewonnen. Das gab es zuletzt in der Saison 1997/98 und kostete Jörg Berger damals den Job. Doch mehr als 23 Jahre später sitzt FCB-Trainer Ciriaco Sforza nach wie vor fest im Sattel. Sogar von einer Jobgarantie über die laufende Saison hinaus ist die Rede. FCB-Eigentümer Bernhard Burgener ist der Meinung, dass Kontinuität auf der Trainerposition wichtig ist, um den FCB wieder in die Erfolgsspur zurückzubringen. Die schlechten Resultate will Burgener in dieser speziellen Saison nicht am Trainer festmachen. Sforza geniesst sein Vertrauen, auch wenn die Kritik in diesen Tagen von allen Seiten auf Trainer und Klub einprasselt.

Damit die Sieglosserie am Samstag in Genf ihr Ende findet, hat sich die 1. Mannschaft des FCB in eine Trutzburg begeben. Egal mit wem man nach dem 1:1 gegen YB unter Woche spricht, die Worte gleichen sich. Abwehrchef Timm Klose sagt: «Durch die Unruhen ist natürlich Druck da. Aber wir Spieler müssen das ausblenden und gemeinsam auf dem Platz Leistung bringen.» Neo-Captain Pajtim Kasami betont nach dem YB-Spiel gleich dreimal: «Wir kommen nur aus dieser Situation, wenn wir alles, was um uns herum passiert, ausblenden und gemeinsam auf dem Platz unsere Leistung zeigen.»

Kasami rät, die Medien zu ignorieren: «Wenn alles negativ ist, was geschrieben wird, müssen wir uns das nicht anschauen.» Auch Sforza spricht von schwierigen Tagen und Wochen für Mannschaft, Trainer und den gesamten Verein. Der Punkt gegen YB war aus seiner Sicht Gold wert: «Man hat gesehen, was möglich ist, wenn Leidenschaft auf dem Platz gezeigt wird.» Doch genau damit tat sich der FCB immer wieder schwer. Sforza erzählt, dass er seinen Spielern schon seit Wochen immer wieder sagt, dass sie sich auf ihre Leistungen auf dem Platz konzentrieren sollen. «Wenn du weiter in jedem Spiel das machst, kommen auch bald die drei Punkte», so der Trainer. Dem Anschein nach haben auch die Spieler diese Botschaft mittlerweile verinnerlicht. Die Frage ist nur, ob gegen Servette eine ähnlich gute Leistung wie in der zweiten Halbzeit gegen YB möglich ist. Denn bislang fehlte dem FCB diese Konstanz.

Servette ist nur noch zwei Punkte hinter dem FCB

«Es wäre wichtig, Servette mit einem Sieg auf Distanz zu halten», sagt Klose. Denn tatsächlich könnten die zuletzt zweimal siegreichen Genfer mit einem weiteren Dreier am FCB vorbei ziehen. Doch soweit soll es nicht kommen. Kasami erhofft sich in Genf eine ähnliche Trotzreaktion wie gegen YB. «Die ganze Schweiz hat am Mittwoch gehofft, dass wir verlieren. Dagegen haben wir gekämpft», so der Captain. Auf den kommenden Gegner angesprochen sagt er: «Wir müssen in Genf voll angreifen, um zu gewinnen. Denn es wäre wichtig, mal wieder drei Punkte zu holen.» Kasami hofft, dass er und seine Kollegen dann auch mal wieder lachen können und so die Leichtigkeit zurückerlangen, die es braucht, um erfolgreich Fussball zu spielen.