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Die Schweizer Eishockey-Nati spielt sich mit Gala zum Turniersieg

Die Schweiz mit Andres Ambühl (links) ist in Visp gegen Alexander Dergachyov und Russland obenauf.

Die Schweiz mit Andres Ambühl (links) ist in Visp gegen Alexander Dergachyov und Russland obenauf.

Die WM-Vorbereitung verläuft weiter nach Plan. In Visp bezwingt die Schweiz Russland Olympia mit 8:2.

Die Russen starteten im Oberwallis unter der Bezeichnung «Russland Olympia», obwohl es in den nächsten vier Jahren für Russland keine Olympischen Spiele mehr geben soll. Russlands A-Nationalmannschaft steht in dieser Woche in Moskau am eigenen Vierländerturnier im Einsatz.

Das ist deshalb wichtig, damit der höchste Länderspielsieg gegen Russland richtig eingeordnet werden kann. Erst einmal – im Dezember 1998 – besiegte die Schweiz eine russische B-Auswahl zuvor mit fünf Goals Unterschied (damals 6:1).

Die Schweizer spielten in Visp famos – und sicherten sich so im zweiten Zusammenzug der Saison schon den zweiten Turniersieg. Die Schweizer führten schon nach 13 Minuten 2:0. Thomas Ruefenacht und Romain Löffel erzielten die Tore.

Nationalmannschaft hat keine Priorität

Löffel! Dem 28-jährigen Verteidiger gelang ein Länderspiel für die Geschichtsbücher. Als erstem Verteidiger gelangen ihm vier Tore im gleichen Länderspiel. Seit der Steinzeit erzielte nur ein Schweizer in einem Länderspiel vier Goals: Felix Hollenstein an der B-WM 1994 beim 20:1 gegen China. Wie schon im Halbfinal gegen Norwegen luden die Schweizer in Visp auch gegen die Russen zur Gala. Die Siegsicherung gelang erneut schon in der 30. Minute: Vincent Praplan, ein Walliser, erzielte im Powerplay per Ablenker das 3:0. In den beiden Partien in Visp erzielte die Schweiz vier Powerplay-Tore aus den ersten fünf Chancen. Das Überzahlspiel galt an der letzten WM oftmals als Schweizer Achillesferse. Am Ende spielten sich die Schweizer im Schlussabschnitt (5 Tore) in einen Rausch.

Nationalcoach Patrick Fischer hofft, dass sein Nationalteam den Schwung von Deutschland-Cup und Visp ins neue Jahr mitnehmen kann. Die nächsten Länderspiele stehen im Februar auf dem Programm. In Herisau am 6. und Olten am 7. Februar misst sich die Schweiz mit Deutschland in «Prospect-Games» mit Nachwuchsauswahlen. Die regulären Schweizer Internationalen treffen sich erst im April für die WM-Vorbereitung wieder. Trotz Heim-WM im Mai in Zürich und Lausanne wäre es übertrieben zu behaupten, die Nationalmannschaft geniesse in dieser Saison erhöhte Priorität.

Selbst in Visp, wo sich der Verband darum bemühte, mit der stärkstmöglichen Equipe anzutreten, spielten bloss neun Akteure der letzten A-WM mit. Im November und im Februar bietet Fischer Nachwuchsauswahlen auf. Für die meisten Titulare beginnt der WM-Countdown erst nach dem Playoff.

Eishockey

Schweiz – Russland Olympia 8:2 (2:0, 1:0, 5:2)

Visp – 3844 Zuschauer – Sr. Tscherrig/Wiegand, Kovacs/Obwegeser.

Tore: 8. Ruefenacht (Scherwey, Richard) 1:0. 13. Löffel (Suter, Corvi/Ausschluss Kodola) 2:0. 30. Praplan (Egli, Ambühl/Ausschluss Bywalzew) 3:0. 47. Löffel (Untersander, Moser/Ausschluss Tsyplakow) 4:0. 48. Bertaggia (Ambühl, Untersander) 5:0. 50. Löffel (Praplan) 6:0. 52. Löffel (Ambühl, Praplan) 7:0. 53. Pogorischni 7:1. 54. Dergatschjow 7:2. 60. (59:40) Scherwey (Praplan/Ausschlüsse Altybarmakjan; Ruefenacht) 8:2.

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