Schweizer Skispringer
Simon Ammann: «Ich dachte für mich: Wenn das nicht mehr kommt, dann bist du einfach alt»

Die Schweizer Skispringer strahlen vor dem ersten Wettkampf an der Weltmeisterschaft neue Zuversicht aus. Aber ihr Trainer mahnt: Wenn bei der Landung kein Telemark kommt, dann nützt der beste Flug nichts.

Rainer Sommerhalder
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Simon Ammann glaubt daran, an der WM die beste Leistung der Saison abrufen zu können.

Simon Ammann glaubt daran, an der WM die beste Leistung der Saison abrufen zu können.

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Die Zeiten sind längst vorbei, als Simon Ammann bei jedem Grossanlass ein Medaillenkandidat war. Podestplätze erscheinen für die Schweizer Skispringer spätestens nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Teamleader Killian Peier in dieser Saison eine «Mission Impossible». Und doch erhält man im Vorfeld des ersten WM-Wettkampfs das Gefühl, der Traum des Exploits sei weiterhin in den Köpfen der Athleten vorhanden.

Es ist eine erfrischende Zuversicht, die Simon Ammann und Gregor Deschwanden an den Tag legen. Der 39-jährige Ammann sagt in nüchternem Ton, «nach dieser Saison wäre ein Rang in den Top 10 okay». Wie bitte? So weit vorne war der vierfache Olympiasieger in diesem Winter nur einmal. Offensichtlich haben die vielen Rückschläge den Optimismus nicht zum Stillstand gebracht.

Das letzte Puzzleteil für die WM finden

«Mein Sprung ist nach wie vor unfertig», sagt der Toggenburger, «aber es kann sein, dass er für die WM komplett wird». Besonders zufrieden ist Ammann, dass auch seine Explosivität wieder top ist. «Ich dachte für mich: Wenn sie nicht mehr kommt, dann bist du einfach alt.»

Gregor Deschwanden schnupperte zuletzt einige Male an einem Resultat in den Top 6. Aber der zweite Sprung spülte ihn jeweils nach hinten. Er sagt trotzdem, so ambitioniert sei er noch nie an einen Grossanlass gereist. «Ich komme mit viel Vertrauen zur WM. Ich weiss, dass es mit zwei guten Sprüngen in die Top 10 reicht. Und dort vorne ist das Feld dann eng beieinander.»

Auf die Euphorie-Bremse steht Trainer Ronny Hornschuh. Zwar sagt auch er, «das Potenzial ist da». Aber er weist auf einen entscheidenden Punkt hin. «Es hängt alles von einem überzeugenden Telemark bei der Landung ab. Und da haben wir noch viel Luft nach oben.»