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Die Bestätigung des Walliser Weltcupsiegers an der EM

Am Schluss hat er nochmals auf die Zähne gebissen: Tristan Marguet holt im Velodrome von Grenchen spektakulär die Silbermedaille.

Am Schluss hat er nochmals auf die Zähne gebissen: Tristan Marguet holt im Velodrome von Grenchen spektakulär die Silbermedaille.

Rennfahrer Tristan Marguet packt die Chance an der Heim-EM in Grenchen und holt sich in einem bärenstarken Schlussspurt die Silbermedaille im Scratch.

Lange Zeit sah es aber nicht besonders gut aus für Tristan Marguet. Im auf 60 Runden angesetzten Scratch-Rennen der Männer musste er zusehen, wie sich relativ früh eine grössere Gruppe absetzen und einen Rundengewinn herausfahren konnte. «Da dachte ich schon, das Rennen sei so gut wie gelaufen», so der 28-jährige Walliser.

Dabei war es ganz in seinem Sinne losgegangen. Nationaltrainer Daniel Gisiger hatte im Vorfeld von Medaillenchancen gesprochen, sofern das Rennen nicht zu schnell gefahren würde. Zwar ging es in den ersten Runden ziemlich zur Sache, doch dann beruhigte sich das Ganze – bis sich besagte Gruppe aus dem Feld verabschiedete.

Tempo machen von unten

Doch kaum war der Rundengewinn realisiert, reagierte Marguet. «Ein grosser Teil des Feldes fuhr oben in der Bahn, ich hingegen blieb unten.» Er zog das Tempo an, der Österreicher Müller reagierte als Erster, dann kam auch noch der Mora Vedri hinzu.

Und das war Fluch und Segen zugleich. Denn der Spanier hatte bereits der ersten erfolgreichen Gruppe angehört und war somit, mit Falle eines zweiten Rundengewinns, auf dem sicheren Weg zum Sieg. Gleichzeitig war er in dieser kleinen Gruppe der Motor. «Unser Vorsprung pendelte sich rasch bei einer halben Runde ein, und dabei blieb es ziemlich lange», so Marguet. «Dann gab der Spanier so richtig Gas, bis wir wieder drin waren.»

Der Endspurt zu Silber

Jetzt wusste der Schweizer: Diese Chance wollte er sich nicht mehr entgehen lassen. Bereits 2013 hatte Marguet in Glasgow auf Stufe Weltcup einst ein Scratch-Rennen für sich entschieden, diesmal lag zumindest Silber bereit: «Ich wurde richtig nervös, denn ich wollte diese Medaille unbedingt. Ich konnte zeigen, dass ich nicht nur sprinten, sondern auch ein schnelles Rennen fahren kann.»

Und doch kamen Marguet ganz zum Schluss seine ausserordentlichen Fähigkeiten im Endspurt zugute, als er das gesamte Feld sicher meisterte und zu Silber sprintete.

Mit ambitionierten Träumen in die Ferien

Gute Neuigkeiten gibt es für Marguet auch von der Strasse: Unlängst konnte er nämlich den Vertrag mit dem Team Roth-Skoda um eine weitere Saison verlängern. Dies, nachdem der Gerlafinger Rennstall den Sprung in die zweithöchste Kategorie Continental Pro geschafft hat.

Marguet legt den Fokus bewusst auf die ersten Rennen der Saison, und er liebäugelt mit einer Teilnahme an den Schweizer Rundfahrten. «Ich mache mir durchaus Hoffnungen, an der Tour de Romandie oder der Tour de Suisse starten zu können.» Mit seinen Fähigkeiten im Sprint könnte er für das Team von Roberto Marchetti eine interessante Option sein. Zuerst verabschiedet sich der EM-Medaillengewinner jetzt aber für drei Wochen in die Ferien. 

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