Am Samstag fand in Solothurn die alljährliche Regatta des Ruderklubs SRC statt. 24 Teams massen sich in vier Kategorien – Masters, Männer, Frauen und Junioren. Die Strecke führte zuerst fünf Kilometer gegen den Strom Fluss aufwärts bis zum Wendepunkt, dem Inseli Länggrien, danach wieder die fünf Kilometer Fluss abwärts zum Solothurner Lido – dem Ziel.

Doch die Bedingungen waren alles andere als rosig. Kaltes, trübes Herbstwetter, dichter Nebel und ein eisiger Wind, der über die Wasseroberfläche zischte. Für eine Ruder-Regatta gäbe es nun wirklich bessere Voraussetzungen.

Die Teilnehmer liessen sich davon jedoch herzlich wenig beeindrucken, sie zogen ihr Programm durch, als herrschte das schönste Sommerwetter. Schon bei der Ankunft sah man sie in kurzen Hosen und zum Teil barfuss einlaufen – verrückt. Doch im Vergleich zu dem, was noch kommen sollte, war das noch gar nichts.

Den Temperaturen getrotzt

Denn um in ihre riesigen Achter-Boote einsteigen zu können, mussten die Ruderer erstmal selbst in die Aare steigen – bei 12,8 Grad Wassertemperatur. Die Athleten wussten mit dieser Kälte aber umzugehen. «Klar gäbe es im Moment Schöneres, aber da muss man jetzt durch», meinte einer der Teilnehmer.

Mit dem Boot über dem Kopf wateten die acht Teammitglieder bis knietief ins eiskalte Wasser. Nachdem sie das Boot ins Wasser gelassen hatten, waren sie bemüht, schnell wieder an Land zu gehen und ihre Ruder zu holen. Mit diesen verloren sie keine Zeit, stiegen einer nach dem anderen ein, und die Fahrt konnte beginnen.

Frauen geben den Takt vor

An Motivation für die Regatta sollte es also nicht fehlen, und wenn doch, waren da ja immer noch die Steuermänner und -frauen. Denn neben den acht Ruderern sass, jeweils zuvorderst im Boot, noch eine neunte Person – auffallend oft war dies eine Frau. Und diese gaben die Richtung sowie den Takt vor und dirigierten ihre Truppen. Dies gab lustige Bilder ab, wenn die einzige Frau die acht Männer mit teilweise ohrenbetäubender Stimme anfeuerte.

Doch alles Schreien nützte nichts, es gab keine ausserordentlich schnelle Zeiten, keine Streckenrekorde. Zu ungünstig waren die äusseren Bedingungen. Am Ende waren es die Basler Ruderclubs, welche am meisten zu überzeugen mochten. Denn sowohl in der Kategorie der Männer als auch bei den Frauen konnte der Ruderclub Basel reüssieren. Bei den Masters musste sich der Gastgeber Solothurner RC nur ganz knapp, um drei Sekunden, dem RC Baden geschlagen geben.

Junioren mit einer Glanzleistung

Bei den Junioren kam der Sieger aus dem grossen Kanton – genauer gesagt aus dem fast 500 Kilometer entfernten Kassel. Der RV Kurhessen-Kassel gewann überlegen mit der viertbesten Zeit des Tages.

Die Regatta, bei der vor allem der Spass im Vordergrund steht, war trotz des miesen Wetters ein Erfolg, so fand doch eine ansprechende Anzahl Besucher den Weg zum Solothurner Lido. Und ganz zum Schluss kam die Sonne dann doch noch zum Vorschein – nur leider war das Rennen da schon vorbei.