Super League

Der FC Sion unter Henchoz – nur noch ein Sieg fehlt bis zum Klubrekord von 1983

Stéphane Henchoz, Trainer FC Sion

Stéphane Henchoz, Trainer FC Sion

Das Wort zur Super League: Die Walliser können am Mittwoch mit einem Erfolg gegen den FC St. Gallen ihren Klubrekord aus dem Jahr 1983 egalisieren – sechs Siege in Serie.

Nach dem Spitzenkampf zwischen YB und dem FCB (1:1) wird auch der FC Sion noch kurz zum Thema. Die Walliser liegen nach sieben Runden zwischen Leader Basel und dem Meister aus Bern auf Rang 2 und sorgen für einen Dreikampf an der Spitze der Super League. «Das ist gut für den Schweizer Fussball», sagt YB-Trainer Gerardo Seoane. «Das ist genau das, was die Fans sehen wollen», sagt FCB-Trainer Marcel Koller.

Kann Sion den Klubrekord egalisieren?

Ist der Höhenflug des FC Sion lediglich eine Momentaufnahme, oder steckt mehr dahinter? Sicher ist: Er hat gerade einen Lauf. Nach dem schwachen Saisonstart mit dem 1:4 gegen Basel und einem glückhaften 0:0 bei Aufsteiger Servette startete er mit fünf Siegen in Serie (mit den beiden Cuperfolgen sind es gar sieben) so richtig durch. Am Mittwoch kann er nun gegen St. Gallen mit dem sechsten Dreier seinen Klubrekord aus dem Jahre 1983 (!) egalisieren. Damals stand noch Georges Bregy im Team und hiess der Trainer Jean-Claude Donzé.

Für die aktuelle Erfolgsserie ist indes Stéphane Henchoz verantwortlich. Der Freiburger liess mit dem Klassenerhalt von Xamax erahnen, dass er nach dem verpatzten Debüt bei Bulle gleichwohl ein Trainertalent ist und scheint dies jetzt beim FC Sion zu bestätigen. Ohne dass der sommerliche Königstransfer Valon Behrami viel dazu hätte beisteuern müssen.

Valon Behrami, Sions Königstransfer, hat noch nicht richtig eingeschlagen.

Valon Behrami, Sions Königstransfer, hat noch nicht richtig eingeschlagen.

Mahnung zur Vorsicht

Sion spielt keinen Spektakelfussball und mit Ausnahme des interregionalen Zweitligisten Allschwil im Cup (10:1) auch keinen Gegner an die Wand, braucht aber nur wenige Chancen für Tore. Henchoz lässt einen Fussball spielen, der sich am Resultat orientiert und auf die Fähigkeiten seiner Spieler zugeschnitten ist. Über allem steht das Kollektiv. Wenn dieses funktioniert wie zuletzt, steht mit Pajtim Kasami ein aufblühender Spieler bereit, um für den Unterschied sorgen. Oder wie im Cup in Aarau ein altbekannter Knipser namens Seydou Doumbia. Was auffällt: Beim Sieg am Samstag in Neuenburg standen ausnahmslos Akteure auf dem Feld, die bereits in der letzten Saison den Trainern Maurizio Jacobacci und Murat Yakin zur Verfügung standen. Offenbar schöpft Henchoz das vorhandene Potenzial besser aus als seine Vorgänger.

Quo vadis FC Sion? Vorsicht ist angebracht. Zu oft schon sind im Tourbillon die Erwartungen ins Kraut geschossen, um wenig später dem Katzenjammer zu weichen. Vielleicht sorgt der kommende Samstag für Aufschluss, wenn der FC Sion seinen Lackmustest bei Meister YB hinter sich hat.

Autor

Markus Brütsch

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