Fussball

Das Wichtigste zum Saisonstart der Super League: Torjubel nur noch mit Abstand, sonst drohen Sperren

Solche Jubelszenen soll es nicht mehr geben: Die Swiss Football League hat die Regeln verschärft.

Solche Jubelszenen soll es nicht mehr geben: Die Swiss Football League hat die Regeln verschärft.

Die Super League startet wegen der fortwährenden Coronavirus-Pandemie knapp zwei Monate später als üblich. Was jetzt in der neuen Saison gilt, haben wir nachfolgend für Sie zusammengefasst.

Es war die kürzeste Sommerpause in der Geschichte der Super League. Entsprechend wenig Zeit hatte die Liga, um neue Konzepte und Spielpläne aufzustellen. Mit dem Start der neuen Saison wird ein neues Kapitel des Fussballs in Zeiten Coronas geschrieben. Es gibt Super League an Heiligabend und wieder mehr Zuschauer.

Schluss mit Umarmungen und Küssen

Was die Swiss Football League in der vergangenen Saison nur empfohlen hat, schreibt sie neu vor: Beim Torjubel, bei Auswechslungen sowie vor und nach dem Spiel ist nur der Körperkontakt mit der Faust, dem Ellbogen oder den Füssen erlaubt. Kein Abklatschen, keine Umarmungen und keine Küsse mehr. Ansonsten drohen im Nachhinein Sanktionen seitens der Liga.

Damit geht die SFL einen Schritt weiter als die grossen Ligen Europas, die nur Empfehlungen aussprechen. Grund für die Regelverschärfung sind sicherlich auch die vielen Coronafälle von Spielern in der abgelaufenen Saison. Doch nicht nur Spieler wurden positiv getestet: Auch Ancillo Canepa war betroffen. Der FCZ-Präsident jubelte Ende Juni mit seinen Spielern auf dem Platz nach einem Tor gegen St. Gallen. Solchen Szenen will die SFL ein Ende und gegen aussen ein Zeichen setzen.

FCZ-Präsident Ancillo Canepa bejubelte im Juli zusammen mit Benjamin Kololli das 3:0 gegen St. Gallen.

FCZ-Präsident Ancillo Canepa bejubelte im Juli zusammen mit Benjamin Kololli das 3:0 gegen St. Gallen.

Kurzfristige Absagen möglich

Die Liga schreibt in ihrem neuen Schutzkonzept weiterhin keine vorsorglichen Tests vor. Jedoch hat sie den Ablauf bei einem positiven Fall in einem Flussdiagramm klarer aufgestellt. Noch im Juli haben kurzfristige Spielabsagen für Irritationen gesorgt. Die Ex-Sion Spieler Pajtim Kasami und Ermir Lenjani hatten sich deswegen online und verbal enerviert.

Fakt ist nun: Ein Spiel kann bis zu sechs Stunden vor Beginn noch abgesagt werden. Dann nämlich, wenn zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt ist, wie viele Personen in Quarantäne müssen. Ebenfalls können die Klubs eine Verschiebung beantragen, wenn sieben oder mehr Spieler betroffen sind.

Super League an Heiligabend

Mit dem verspäteten Beginn der neuen Saison können in der Super League nur 14 statt 18 Runden in diesem Jahr durchgeführt werden. Es wird bis am 24. Dezember gespielt – zum ersten Mal in der Super League gibt es Fussball an Heiligabend! Erst einen Monat später wird die Vorrunde schliesslich fortgesetzt und die Rückrunde startet nahtlos im Februar. Der letzte Spieltag ist für den 21. Mai 2021 vorgesehen. Viel Platz für Verschiebungen ist nicht vorhanden, denn drei Wochen später soll die Europameisterschaft beginnen.

Mehr Zuschauer ab Oktober

Die Kantone können eigene Spielregeln aufstellen, was die Anzahl von zugelassenen Personen in den Stadien betrifft. Zunächst folgen alle dem Entscheid des Bundesrats. Nämlich, dass die Klubs ab Oktober die Sitzplätze der Stadien wieder zu zwei Dritteln belegen dürfen. Die ersten beiden Runden im September finden folglich noch in allen Stadien vor maximal 1000 Zuschauern statt.

Die Gästefankurven sind geschlossen und Stehplätze sind verboten, denn es gilt die Sitzpflicht. In der Challenge League sind Stehplätze nur in Stadien erlaubt, in denen die Sitzplatz-Kapazität beschränkt ist. Allerdings dürfen dort maximal 1000 Personen eingelassen werden. Wollen Klubs wie Aarau, Kriens und Wil mehr Zuschauer an den Spielen begrüssen, müssen sie zusätzliche Sitzplätze einbauen.

Alkohol erlaubt, aber nur am Platz

Matchbesucher müssen weiterhin eine Selbstdeklaration ausfüllen, um ins Stadion zu gelangen. Ein- und Auslass sind so konzipiert, dass möglichst viel Abstand gewährleistet werden kann. Dabei werden die Wege zu den Sitzplätzen und Verpflegungsständen vorgegeben. Wenn möglich, soll man sich in Einerkolonne fortbewegen. Mit einer Ausnahme gilt zu jeder Zeit die Maskenpflicht. Einzig während des Essens und Trinkens – Alkohol kann übrigens erworben werden – dürfen die Besucher die Maske am Sitzplatz abnehmen.

Für Fernsehzuschauer überträgt Teleclub alle Spiele live und SRF jeweils eines am Sonntag. Auf Teleclub Zoom wird zudem ein Challenge-League-Spiel pro Runde gezeigt.

Fünf Auswechslungen bleiben

Die SFL hält für die neue Saison an den fünf Auswechslungen pro Team fest. Die Trainer haben dabei wie bis anhin drei Gelegenheiten, die Spieler zu tauschen, wobei die Halbzeitpause zusätzlich zählt. Die Schweizer Liga fährt damit die gleiche Schiene wie die grossen Ligen. Einzig die englische Premier League hat für die neue Saison wieder auf drei Auswechslungen reduziert.

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