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Bratislava, oder: Hier wird gebaut

In Bratislava wird kräftig gebaut.

Bratislava ist nicht nur Austragungsort der Eishockey-WM, sondern auch eine wachsende Metropole. Wird die slowakische Hauptstadt nun zum grossen Tourismusmagnet?

Der Blick aus dem 29. Stock des modernen Apartment-Komplexes ist atemberaubend. Rechterhand fliesst die Donau, der längste Fluss Europas (wenn man die Wolga ausklammert) majestätisch und in einem grossen Bogen vorbei. Am Horizont verliert sich die Waldlandschaft Richtung Österreich und Ungarn. Linkerhand erstreckt sich die Stadt Bratislava mit ihrem immer noch leicht sozialistisch angehauchtem Charme. Die nüchterne Architektur der wuchtigen Bauten ist gewöhnungsbedürftig.

Über der schmucken Altstadt thront mächtig die Burg, das Wahrzeichen der Stadt und Touristenmagnet Nummer 1. Eingeklemmt zwischen Altstadt, Donau und der neueren Stadt entsteht eine hochmoderne Hochhaus-Siedlung.

«Panorama City» oder «Twin City» heissen die über hundert Meter hohen Türme, die exklusive Wohnungen und Büroräumlichkeiten beherbergen. Geld spielt hier offensichtlich nur eine Nebenrolle. Und ringsherum wird ebenfalls gebaut – auf Teufel komm raus. Sieben Tage die Woche. Ohne Unterbruch. Die Maschinerie brummt auf Hochtouren.

Nur die dritte Geige

Im alten Industrieviertel an der Donau entsteht, wie so üblich in den europäischen Grossstädten, eine neue Visitenkarte der Stadt. Glänzend, glitzernd, spiegelnd. Wenn die Donau-Kreuzfahrtschiffe an der slowakischen Kapitale vorbeischippern, dann sieht der Tourist in Zukunft eine hochmoderne Skyline. Dazu kann er noch das direkt am Flussufer, unweit der Anlegestelle gelegene, riesige Einkaufszentrum «Eurovea» besuchen und sein Geld ausgeben. Eurovea heisst auch der neue Stadtteil.

Ob Bratislava deswegen zum grossen Touristenmagnet wird? Man muss es anzweifeln. Österreichs Metropole Wien ist eine knappe Autostunde entfernt. Die ungarische Hauptstadt Budapest deren zwei. Da wird die slowakische Kapitale nur die dritte Geige spielen. Den in der Regel überaus freundlichen Einwohnern der Stadt dürfte das egal sein.

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