Wasserball
Zur Überraschung fehlte auch im zweiten Playoffspiel nicht viel

Die 12:19-Auswärtsniederlage zu Wochenbeginn täuschte. Der SV beider Basel verlangte dem SC Kreuzlingen einiges ab. Auch am Donnerstag konnten die Basler gut mithalten und mussten sich erst im Penalty-Krimi geschlagen geben.

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SV Basels Dani Tamas (mitte) kann sich mit einem kraftvollem Weitschuss durchsetzen

SV Basels Dani Tamas (mitte) kann sich mit einem kraftvollem Weitschuss durchsetzen

Uwe Zinke

Ein schwaches Viertel des Aussenseiters reichte dem Favoriten aus Kreuzlingen, um die erste Partie für sich zu entscheiden. «Im dritten Durchgang haben wir Dinge gemacht, die nicht abgemacht waren und wurden von Kreuzlingen für unsere Fehler bestraft», erklärte Basels Trainer Istvan Pinter.

Entsprechend motiviert waren SVB-Spieler am Donnerstagabend beim zweiten Playoff-Halbfinalspiel im heimischen Schwimmbad St. Jakob. Der Start misslang aber, die Thurgauer führten nach knapp fünf Minuten bereits mit 5:1. Doch das Heimteam kämpfte sich zurück, glich Mitte des dritten Viertels erstmals aus (10:10) und hätte mit dem letzten Angriff in der regulären Spielzeit sogar das siegbringende 16:15 erzielen können, wurde aber von den Unparteiischen gestoppt. «Ich weiss nicht, was die Schiris in dieser Szene gesehen haben», ärgerte sich Felipe Pringer. Der SVB-Captain scheiterte im anschliessenden Penaltyschiessen als einziger, sodass sich Kreuzlingen mit einem 20:19-Gesamtskore auf 2:0 in der Best-Of-Five- Serie erhöhen konnte. Dennoch reisen die Basler heute zuversichtlich in die Ostschweiz (20.30 Uhr, Hörnli). «Wir werden es Kreuzlingen nicht einfach machen. Wenn wir einen guten Tag erwischen, ist alles möglich», gibt sich Pringer kämpferisch und hofft, «dass wir danach noch zweimal gegen sie spielen können».

Junges Team

Damit, dass der SV beider Basel den fünffachen Meister der National Waterpolo League ernsthaft herausfordert, konnte vor der Saison nicht wirklich gerechnet werden, denn das Team befand sich im Umbruch. «Die älteren Spieler haben aufgehört, während sich die Jugend in den Vordergrund gespielt hat», erklärt Trainer Pinter und spricht von einer «neuen Mannschaft», zumal auch auf den beiden Ausländerplätzen Neuzugänge (Tamas Dani und Olivér Kovács) integriert werden mussten. Auch das Verletzungspech war dem SVB nicht fremd, dennoch hinterliess das Team meist einen positiven Eindruck. «Im Gegensatz zur enttäuschenden Vorsaison waren wir auch bei sämtlichen Niederlagen sehr nahe dran, etwas mitzunehmen», so Pinter. Am Ende der Qualifikation resultierte der fünfte Tabellenrang, zwei Siege über Aegeri im Playoff-Viertelfinal bescherten den Baslern die Duelle mit Kreuzlingen.

Neben der sportlichen Verbesserung hat Pinters Equipe noch ein weiteres Saisonziel erreicht. «Wir sind unser Bad-Boy-Image der letzten Jahre losgeworden», sagt der Trainer, der nun wieder ruhigen Gewissens auf die Fairplay-Tabelle schauen kann. Dass die braver gewordenen Basler genau aus diesem Grund besser spielen, kann Captain Pringer allerdings nicht bestätigen: «Beides hat sich mit der Zeit einfach ergeben.»

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