FC Basel
Zum zwanzigsten Mal ist Basel Schweizer Meister – die besten zwanzig Anekdoten einer langen Nacht

Der FC Basel im Meistertaumel. Es ist geschafft! Am Freitagabend sicherte sich der FCB mit einem 2:1-Auswärtserfolg gegen den FC Luzern den achten Meistertitel in Serie – seinen zwanzigsten insgesamt. Ein Meilenstein der Klubgeschichte. Und es folgte eine Nacht der 1000 Geschichten.

Sébastian Lavoyer und Céline Feller
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Delgado schwenkt die Basler Fahne bei der spontanen Feier auf dem Barfi.

Delgado schwenkt die Basler Fahne bei der spontanen Feier auf dem Barfi.

Keystone

Die «bz» hat zwanzig davon rausgepickt, um diesen zwanzigsten Titel ansprechend zu würdigen.

1: Delgados Fernet Branca

Bier und Champagner fliesst in Strömen. Doch FCB-Captain Matias Delgado bleibt seinen Wurzeln eisern treu, trinkt «Fernet Branca con Cola», das argentinische Nationalgetränk, in Halbliter Humpen. On the rocks, natürlich. Wie es schmeckt? Wie Mundspülung mit Sprudel. «Beim ersten Mal mags wohl keiner», sagt Delgado und lacht.

2: Riveros’ Liebe

Selten hat man Linksverteidiger Blas Riveros so zufrieden gesehen, wie in der Nacht auf Samstag. Und das obwohl er nicht einmal im Aufgebot stand gegen Luzern. Es dürfte an seiner Begleitung gelegen haben. Man hört, dass er sich schwertut, wenn seine Freundin nicht zugegen ist. «Ein paar meiner Kumpel damals bei Olimpia (Asuncíon/Paraguay, Anm. d. Red.) sagten mir, dass die Anpassung ein bisschen daure», sagte er unlängst gegenüber einem paraguayischen Radiosender.

3: Doumbias Trainerhose

Mit seinem 1:0 brachte Seydou Doumbia den FCB auf die Siegesstrasse. Bei der anschliessenden Meisterfeier fällt er eher ab, oder sagen wir doch zumindest auf: Als einziger erscheint er im Trainer.

Da war noch niemand aufgebrezelt: Der FCB feiert in der Garderobe.

Da war noch niemand aufgebrezelt: Der FCB feiert in der Garderobe.

Keystone

4: Trockener Heitz

Sportdirektor Georg Heitz auf Abschiedstournée. Im kommenden Sommer ist Schluss. Wie es sich für einen Routinier gehört, schaffte er es in Luzern der obligaten Champagner-Dusche zu entgehen. «Als alter Fuchs weiss man, wann es Zeit ist, in die Kabine zu gehen», sagt er.

5: Schneller Janko

Als Renato Steffen das 2:0 für den FC Basel erzielt, meldet sich Marc Janko wenig später auf Twitter: «Ich geh mich schon mal umziehen für den ‹Barfi›.» Nicht von der Bank, natürlich. Er sitzt auf der Tribüne, getreu nach Urs Fischers Rotationsprinzip.

6: Fischers Eifer

Ja, der Trainer. Als einer der ersten verlässt er die Spieler-Party nach dem öffentlichen Auftritt auf dem Barfi kurz vor 3 Uhr. Er hat noch viel vor, will am 25. Mai den Cup-Mythos Sion beerdigen. «Wir müssen die Form halten, sonst wird das nichts», sagt er.

7: MC Callà in the house!

Der Winterthurer Davide Callà gibt den «Dätschmeister», unterhält die FCB-Fans auf dem Casino-Balkon mit Schalk und Charme. Ob es ein Grund für die Vertragsverlängerung war? «Ja klar, sonst hätte es ja Beni Huggel oder Marco Streller machen müssen», scherzt Callà.

Callà sorgt für Stimmung auf dem Barfi.

Callà sorgt für Stimmung auf dem Barfi.

Keystone

8: «Glaubet nid a Gaischter»

Wenig später hüpft er singend und Arm in Arm mit Renato Steffen durch das Papa Joe’s. «Glaubet nid a Gaischter», dröhnen sie ins Radiomikrophon. «Wenn die dritte Halbzeit eingeläutet wird, findet man Renato immer an vorderster Front», meint ein leicht angeheiterter Steffen.

9: Steffens Disco-Diesel

Ganz ohne Hilfsmittel schafft es aber auch er nicht durch eine lange Meisternacht. Gegenüber Radio Basilisk verrät er, dass «Jackie Cola» (Whiskey Cola, Anm. d. Red.) sein Party-Diesel sei.

10: Lang(e) Partynacht

Der FCB brauchte zwei Anläufe, um sich den Titel zu sichern. Dafür gabs keine Sofa-Party, sondern ein langes Wochenende. In den Worten von Michael Lang: «Es ist Freitagabend, und das ist auch nicht schlecht. Jetzt können wir das ganze Wochenende durchfeiern.»

11: Surrealer Heusler

Noch-Präsident Bernhard Heusler war schon früh sehr heiser und mindestens so emotional. «Das alles fühlt sich irgendwie surreal an», sagt er. Wie für Sportdirektor Heitz und Trainer Fischer ist es für ihn die (vorerst) letzte Meisterfeier mit dem FCB.

Heusler (links) und Delgado schenken der Kamera ein breites Lächeln.

Heusler (links) und Delgado schenken der Kamera ein breites Lächeln.

Keystone

12: Sporars Heissmacherin

Man sorgt sich schon fast ein bisschen um sie. So spärlich ist Mia, die Freundin von Andraz Sporar, angezogen. Es ist ja doch ziemlich frisch in der Nacht. Wenn sie so jeweils ihren Freund auf die Spiele heiss macht, wird glatt klar, warum das mit dem Toreschiessen bisher doch eher dürftig klappt.

13: «Bernie» geht trotzdem

Bis nach Mitternacht fahren die Trams über den Barfi. Erst kurz vor 1 Uhr, als die Muttenzer Kurve eintraf, füllte sich der Platz. «Bernie bliib bi uns», skandieren sie immer wieder. Eine Hommage an den scheidenden Präsidenten, der immer wieder die Nähe der Fans suchte.

14: Die offizielle Feier

Entsprechend enttäuscht sind einige, als Heusler an dieser inoffiziellen Feier nicht noch ein paar Worte an die FCB-Anhänger richtet. Das wird er mit Sicherheit an der offiziellen Feier nachholen. Die steigt erstmals am Tag nach dem letzten Meisterschaftsspiel, am Pfingstsamstag, 3. Juni (die «bz» berichtete exklusiv).

Nach Mitternacht füllte sich der Barfi an der spontanen Meisterfeier.

Nach Mitternacht füllte sich der Barfi an der spontanen Meisterfeier.

zvg/FC Basel

15: Elyounoussis Schweizerdeutsch

Mohamed Elyounoussi hielt den Abend mit seiner GoPro-Kamera fest. Das Video ist auf dem Klub-TV zu sehen. Und während er dank Manga-Trickfilmen richtig gut Deutsch versteht, liefert das Video den Beweis, dass es mit der Mundart noch nicht ganz so gut klappt. «Glaubet nid a Gaischter» tönt aus seinem Mund etwa wie «Wuawawi wawuawua».

16: Breel und Karli

Grosse Namen zu Gast an der Meisterfeier. Als einer der ersten kommt Klublegende Karli Odermatt. Als einer der letzten der im vergangenen Sommer zu Schalke in die Bundesliga abgewanderte Breel Embolo (20), mit Afrob und in schwarzem T-Shirt.

17: Serey Dies letzte Hose

Geoffroy Serey Die gibt alles für den FCB. Als er noch in Luzern von einem Fan um seine Trikot-Hose gebeten wird, zieht er sie kurzerhand aus und gibt sie ihm.

Nach dem Spiel war nicht nur Serey Die übermütig.

Nach dem Spiel war nicht nur Serey Die übermütig.

Keystone

18: Wartende Stars

Normalerweise warten die Fans auf ihre Stars. In der Nacht auf Samstag warteten die FCB-Stars auf die nach Luzern gereisten Fans. Kurz nach Mitternacht traf die Mannschaft im Joggeli ein, erst rund eine Stunde später kommen sie auf den Barfi, wenige Minuten nach Eintreffen der Kurve.

19: Bayrisch mit Leuthard

Trainer Urs Fischer, Konditionstrainer Marco Walker und Assistenztrainer Markus Hoffmann, von rechts.

Trainer Urs Fischer, Konditionstrainer Marco Walker und Assistenztrainer Markus Hoffmann, von rechts.

Keystone

Konditionstrainer Werner Leuthard wird von Sportdirektor Georg Heitz auf den Balkon geschoben. Und von Davide Callà genötigt, ein paar Worte an die Fans zu richten. Es bleibt zu bezweifeln, dass mehr als zehn Personen seinen bayrischen Wortschwall dekodieren konnten.

20: Kurze Sause

Historisch war der Sieg, die Feier jedoch nicht. Nur gerade 70 Minuten blieb die Mannschaft im Papa Joe’s und der Barfi war auch höchstens halb voll.

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