Handball
Zu wenig Power beim RTV Basel – vorne wie hinten

Zum Auftakt der NLA-Abstiegsrunde ging der RTV Basel in Suhr mit 24:39 unter.

jörg greb
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Kein Durchkommen für den Basler Adrian Studerus (Mitte) gegen den Suhrer Thomas Schmid. wagner

Kein Durchkommen für den Basler Adrian Studerus (Mitte) gegen den Suhrer Thomas Schmid. wagner

Solothurner Zeitung

Ein engagierter Kampf wäre zu erwarten gewesen. Das Aufeinandertreffen der Tabellennachbarn mit dem Jäger als Heimklub und dem Gejagten als Gast – eine spannende Affiche. Das wars mitnichten. Die Partie war einseitig. Auf der einen Seite agierte eine agile Suhrer Equipe voller Spielwitz und Entschlossenheit, eine Mannschaft mit Feuer. Auf der andern Seite ein RTV Basel, der passiv wirkte und immer wieder einen Schritt zu spät kam.

Das erste Time out von RTV-Trainer Arno Ehret bezog der Handballkenner früh, nämlich nach 10 Minuten. 6:2 stands für Suhr Aarau und es schien der Zeitpunkt, um Schlimmes abzuwenden. Indes bewirkten die Worte des Fachmanns nichts Greifbares: Fünf Minuten später führte der Heimklub mit 10:3 und die Partie war praktisch gelaufen.

Nennenswertes gabs sodann wenig zu registrieren. 18:9 hiess es zur Pause und Suhr Aarau spielte forsch weiter. Die Basler resignierten. Bald schon taten sich die beiden Teams nicht mehr wirklich weh. Am Schluss hiess es 39:24 – ein Resultat, das keine Interpretation benötigt. Und ein erstaunlicher Fakt verblüffte deshalb nur bedingt: Die Bilanzen der Torhüter. Pascal Stauber, der Nationalgoalie der Basler hielt in der ersten Hälfte einen einzigen Ball. Sein Gegenüber, André Willimann, glänzte mit sieben Paraden und zusätzlich einem parierten Siebenmeter – und zu urteilen, Stauber hätte einen rabenschwarzen Tag eingezogen, wäre deplatziert. Vielmehr liessen ihn seine Vorderleute im Stich.

Inexistenter Angriff

Indes waren die defensiven Mankos längst nicht das Einzige. Trainer Ehret bemängelte ebenso den Angriff: «Er war schlicht inexistent». Sein Fazit: «Wir hatten hinten wie vorne zu wenig Power». Hinzu kamen unerklärliche Missverständnisse und individuelle Mängel. «Wir machten viele elementare Fehler» sagte Ehret und stellte die Leistung in einen grösseren Rahmen. Vom «wohl schlechtesten Spiel der ganzen Saison» sprach der Analytiker. Plakative Worte, die gerade aus seinem Mund Gewicht erhalten.

Enorme Leistungsschwankungen

Nach einer Entschuldigung suchte Ehret nicht. Wegen vieler Verletzten und unsteter Besetzung in den Trainings überrascht das Fehlen der Konstanz nicht. Enorme Leistungsschwankungen sind eine Folge davon. «Es ist doch auffallend, wenn wir hier so unter die Räder kommen und zuvor noch gegen kompakter besetzte Mannschaften wie St. Otmar oder Amicitia gepunktet haben», so Ehret. Als Folge dieses Resultates tauschten Suhr Aarau und die Realturner die Positionen neun und zehn.

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