Schwingen
Warum die «Bösen» Christian Stucki und Matthias Sempach gerne im Leimental antreten

«3 Daag im Schwung» – so heisst vom 11. bis 13. August 2017 das dreitägige Volksfest in Therwil, das sonntags mit dem Nordwestschweizerischen Schwingfest seinen sportlichen Höhepunkt erleben wird. Mit Matthias Sempach wird der Schwingerkönig des Jahres 2013 um den Festsieg kämpfen.

Georges Küng
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Publikumsliebling Christian Stucki gefällt es im Leimental.

Publikumsliebling Christian Stucki gefällt es im Leimental.

KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Die Veranstalter des «LandFest17»um OK-Präsident Matthias Hubeli und Vize-Präsident Roman Heggendorn sind – zurecht – aus dem Häuschen. Und sprechen von «königlichen News». Denn mit Sempach Matthias (30) wird einer der «Bösesten» des Landes dem 99er-Dorf, wie Therwil im Volksmund genannt wird, die Reverenz erweisen.

Nicht minder spektakulär war die Ankündigung am 3. August 2016, dass Chris­tian Stucki am Fraumatt-Schwinget in Oberwil teilnehmen würde. Die Quintessenz war ein Rekordaufmarsch an Besuchern – aus dem beschaulichen Lokal-Schwinget wurde ein nationaler Event.

Aktives Vereinsleben prägt Therwil

Es wäre vermessen zu behaupten, dass der Kanton Basel-Landschaft eine Schwinger-Hochburg ist. Auch wenn das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest im urbanen Pratteln stattfinden soll. Dass Therwil heuer den Saisonhöhepunkt aus Nordwestschweize­rischer Sicht durchführen wird, ist keine Selbstverständlichkeit.

Denn in «Därwil» gibt es keinen Schwingklub. Was dieses Dorf, das einwohnermässig längst eine Stadt ist (10'400 Einwohner) jedoch auszeichnet, ist ein aktives Vereinsleben, das zudem durch das von Sybille Meder präsidierte «Vereinskartell Therwil» zusätzlich gefestigt ist. Ein Beispiel hiefür ist jeweils das Public Viewing bei Fussball-Grossanlässen, das die Gemeinde – in Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen – durchführt. Da kön­nen sich auf dem Areal beim Bahnhof-Schulhaus schon mal 800 Leute zusammenfinden.

Freundliche Anfrage genügte

Und für die Ausrichtung des «LandFest17» haben sich Leute aus allen Vereinen zusammen gefunden, welche «diese riesige Kiste stemmen wollen», wie das Orgasnisationskomitée (OK) freimütig zugibt. Präsident Hubeli ist im Handballclub Therwil engagiert; Heggendorn präsidiert das Gewerbe Therwil und den LC Therwil. Im OK findet man Leute aus der Feu­erwehr, der Pfadi und anderen Ortsvereinen.

Und die «Verpflichtung» von ex-Schwingerkö­nig Sempach, er gewann das Eidgenössische 2013 in Burgdorf, hat nichts mit Gagen oder Handgeldern zu tun. «Es genügte ein freundliches Schreiben», meint die OK-Spitze. Zu­dem werden, nebst der Nordwestschweizer Spitze, einige ganz «böse» Gastschwinger vor Ort sein.

Begeisterter Christian Stucki

Dass «Chrigu» Stucki am Fraumatt-Schwinget teilnahm, hing primär damit zusammen, dass «Der König der Herzen» sich verletzt hatte und vor dem Eidgenössischen 2016 in Estavayer einen Wettkampf benötigte. «Schwinger sind bodenständige, erdige Sportler. Da gibt es keine Stars, man begegnet sich auf Augenhöhe und ist per Du; egal, in welcher Funktion man zueinander steht», so Ivano Brunoni, der Vater des Fraumatt-Schwinget.

Und nach dem überlegen gewonnenen Wettkampf meinte Stucki: «Ein kleines, aber sehr feines Schwinget. Von Leuten, die Herzblut haben. Ich schliesse nicht aus, dass ich wieder in dieses schöne Tal komme», so der Seeländer. Und weil sich unter Schwingern aus­tauscht, ist es denkbar, dass «Chrigu» dem «Mättu» geraten hat, die Einladung für ein grosses Schwingfest im Nachbardorf von Oberwil anzunehmen.

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