Nachgefragt
Timm Klose zum Schockmoment gegen St. Gallen: «Wir sind alles Menschen und wir wollen nicht, dass so etwas passiert»

Innenverteidiger Timm Klose spricht nach dem Spiel über die verbesserte Leistung seines Teams, über die bangen Minuten auf dem Platz nach der Verletzung von Raoul Petretta und was es braucht, um das abschliessende Spiel gegen Luzern zu gewinnen.

Esteban Waid
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Timm Klose zeigte eine Leistungssteigerung im Vergleich zur YB-Pleite.

Timm Klose zeigte eine Leistungssteigerung im Vergleich zur YB-Pleite.

Freshfocus

Trotz Leistungssteigerung zum Mittwoch hat es heute nicht für drei Punkte gereicht.

Timm Klose: Ja das kann man so sagen. Vor allem die erste Halbzeit am Mittwoch war nicht genug. Das war auch von mir zu wenig. Ich habe mich im Spiegel angeschaut und mir meine Gedanken gemacht, deshalb wollte ich heute stabiler sein. Die ganze Mannschaft wollte mehr, das hat man auch gesehen. Leider hat es nicht ganz geklappt.

Wieso hat es dann nicht zum Sieg gereicht?

Die Konsequenz vor dem Tor hat gefehlt und die Chancen die wir hatten konnten wir nicht verwerten.

Trotzdem kann man mit dem einen Punkt aus dieser Woche nicht zufrieden sein oder?

Vor allem war das gegen die direkten Konkurrenten und da will man immer die meisten Punkte holen. Wir haben uns die Ziele gesetzt, sind aber immer noch in einer Phase, wo wir uns als Team entwickeln müssen. Das hat man auch heute gesehen. Die Spieler, die reingekommen sind, haben einen guten Job gemacht, obwohl es nicht einfach war, gegen einen so guten Gegner auf einmal so viel zu wechseln. Und vor allem der Schockmoment, den wir hatten, wo wir alle hoffen, dass es nichts schlimmes war.

Kann man heute ein Sonderlob für beide Torhüter aussprechen?

Sie haben ihren Job gemacht (lacht). Nein, natürlich wissen wir, wie gut die Goalies auf beiden Seiten sind. Und man muss sagen, dass sie ihren Job sehr gut gemacht haben und für sie ist ein 0:0 ein gutes Resultat.

Wie ist das, wenn man zehn Minuten auf dem Platz steht, weil ein Teamkollege behandelt wird?

Es ist schwierig. Bis zu dem Moment, wo er weggetragen wird, sind wir mit den Gedanken schon bei dem Spieler. Wir sind alles Menschen und wir wollen nicht, dass so etwas passiert. Wir leiden mit Raoul und hoffen, dass es nichts Schlimmes ist. Wir wissen nicht, was es ist und er konnte auf dem Platz auch nicht sagen, was los ist. Du willst ja auch nicht zu nah hin. Du musst dich irgendwie konzentrieren, hast aber trotzdem Mitgefühl. Das ist schon schwierig. Es tut mir auch sehr leid für Raoul, weil ich finde, dass er es wieder gut gemacht hat und auch für ihn war es bisher keine einfache Situation. Alles Gute an dieser Stelle.

Wie war das genau? Er konnte reden, aber den Kopf nicht bewegen?

Ich bin hin und habe gefragt, was los ist. Das war ja ohne Einwirkung eines Gegenspielers. So wie er geredet hat, war alles okay. Aber er hat gesagt, dass er Schmerzen hat. Ich könnte jetzt nur noch spekulieren, was es ist. Ich weiss es nicht. Und ich hoffe, dass er schnell wieder bei uns ist, vor allem vor Weihnachten und Neujahr.

Was müsst ihr mitnehmen, damit es am Mittwoch gegen Luzern für einen Sieg reicht?

Aus positiven Erlebnissen lerne ich weniger, als auch negativen. Die erste Halbzeit gegen YB war nicht gut genug von mir, das ist nicht das Level, das ich gerne hätte. Da musst ich mir selbst an die Nase fassen, was ja mit der grossen Nase auch einfach ist (lacht). Aber das gehört dazu, manchmal gibt es so Tage. Vielleicht war ich auch übermotiviert. Wir haben heute als Mannschaft eine Reaktion gezeigt, die wir leider nicht auf unsere Seite drehen konnten. Aber wenn wir so weiter kämpfen und weiter in eine Richtung arbeiten, dann sehe ich uns auf einem guten Weg.

Könnt ihr mit dem Punkt heute besser leben als St. Gallen?

Das ist Ansichtssache. In der zweiten Halbzeit hatten sie noch mal eine Druckphase, wir hatten auch eine Druckphase. Ich lebe aber nicht gern mit einem Punkt. Ich lebe als Verteidiger gern mit der Null hinten. Aber natürlich bin ich auf dem Platz, um das Spiel zu gewinnen. Am Schluss muss man halb zufrieden sein, mit einem Punkt gegen einen direkten Konkurrenten.

Wie schwierig ist die Adaption in der Abwehr mit den ganzen Verletzungen und Wechseln? Diesmal mussten Petretta und Cömert während dem Spiel ersetzt werden.

Die Vorrunde war davon ein bisschen geprägt, dass wir immer warten mussten, dass Spieler zurück kommen, oder dass wir wie ich in Isolation mussten. Das macht auch den Job des Trainers schwierig, der mit uns arbeiten will, aber nicht immer den ganze Kader zur Verfügung hat. Das ist nicht einfach und da müssen wir Spieler uns auch pushen und schauen, dass wir das auf dem Platz etwas reissen können. Wir haben das in Ordnung gemacht, aber natürlich kann man das besser machen. Die Pause nach dem Luzern-Spiel wird uns gut tun, um den Kopf zu lüften und danach noch mal anzugreifen.