CSI Basel
Thomas Straumann: «Wir versuchen, unsere DNA weiter zu leben»

Der Basler Milliardär Thomas Straumann hat ein Herz für den Reitsport. Seit Jahren wirkt er als Verwaltungsratspräsident für den CSI Basel. Im Interview spricht er über die CSI-Ausgabe 2020, das Tierwohl und den Rücktritt von OK-Präsident Willy Bürgin.

Julian Förnbacher
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Thomas Straumann setzt sich auch 2020 für den Longines CSI Basel ein.

Thomas Straumann setzt sich auch 2020 für den Longines CSI Basel ein.

Keystone

Herr Straumann, Sie engagieren sich schon seit geraumer Zeit für den Pferdesport und den CSI Basel. Können Sie Ihre Passion dafür in Worte fassen?

Ich bin mit Pferden aufgewachsen, von dem her habe ich die Begeisterung für diese Tiere schon in die Wiege gelegt bekommen. Ich finde die Zusammenarbeit mit dem Tier fantastisch: Reiter und Pferd können nur als Team funktionieren. Man muss auf einander eingehen, einander vertrauen. Mit diesen edlen Tieren zu arbeiten, macht einfach Spass. Das motiviert mich dazu, mich für den Sport zu engagieren. Daneben natürlich auch die Tatsache, dass meine beiden Töchter aktive Reiterinnen sind. Meine ältere Tochter ist schon ein paar Mal am CSI Basel angetreten, auch meine jüngere Tochter ist im Vorjahr zum ersten Mal bei den Amateuren geritten und wird hoffentlich auch 2020 wieder mit dabei sein. Das macht mich schon stolz.

Ist Ihre persönliche Verbindung zu Pferden auch der Grund, warum Ihnen in der Organisation des CSI Basel das Tierwohl stets ein besonderes Anliegen ist?

Definitiv. Wie gesagt, tritt man im Reitsport als Team an. Und das kann nur funktionieren, wenn für Reiter und Tier bestens gesorgt ist. Die Pferde bringen die meiste Leistung in einem solchen Wettkampf und das können sie nur unter den besten Gegebenheiten tun. Die Pferde sollen sich wohl fühlen, man muss möglichst alle Risiken minimieren, dass den Tieren etwas passieren könnte.

Der CSI Basel geht 2020 in seine elfte Austragung. Welche Dimensionen erwarten Sie im Vergleich zum Vorjahr?

Wir hoffen natürlich auf steigende Zuschauerzahlen. Da haben wir schliesslich noch Luft nach oben. Ich denke, dass sich die Tatsache, dass der Wettkampf nun bereits zum zweiten Mal zum Weltcup gehört und es ein Olympia-Jahr ist und deshalb einige der besten Reiter der Welt am Start sein werden, auch zuschauertechnisch auswirken wird. Wir hoffen auf eine volle Halle. Aber das allerwichtigste ist guten, fairen und sicheren Sport zu bieten.

Sie haben es angesprochen, der CSI Basel gehört seit dem Vorjahr zum Weltcup-Kalender. Wie hat sich dies auf die Rahmenbedingungen des Turniers ausgewirkt?

Wir haben versucht, das Turnier möglichst so zu halten, wie es vorher war. Den Spirit, den wir in den letzten zehn Jahren gelebt haben, wollen wir weiterleben, auch wenn es jetzt natürlich durch den Weltcup-Status andere Bedingungen, Reglemente und Abläufe zu erfüllen gilt. Wir versuchen, in enger Zusammenarbeit mit dem Verband FEI trotzdem gleichzeitig unsere DNA und unsere Philosophie weiter zu leben. Bisher war dieser Dialog sehr erfolgreich, deshalb hat sich für den Zuschauer tatsächlich gar nicht so viel geändert beim CSI Basel.

Hat der neue Status im Weltcup also keinen grösseren Einfluss auf das Teilnehmerfeld gehabt und noch mehr Top-Stars der Szene angelockt?

Sportlich gesehen glaube ich das nicht. Wir durften in Basel ja immer schon die ganz grossen Namen zu Gast haben, das darf man, denke ich, wirklich mit Stolz sagen. Die weltbesten Reiterinnen und Reiter werden auch dieses Jahr wieder dabei sein, was mich sehr freut. Der Status Weltcup-Destination ist natürlich trotzdem etwas sehr Spezielles, gerade auf der organisatorischen Ebene und für den Standort Basel. Für die Region ist es toll, dass wir hier so einen Anlass durchführen können.

Das Sportjahr 2020 steht ganz im Zeichen der olympischen Spiele in Tokio. Welche Auswirkungen hat dies auf das Turnier?

Für den CSI selber hat es vermutlich nicht so grosse Auswirkungen. Wir wollen uns natürlich einfach noch mehr Mühe geben, dass wir Reitern und Pferden noch bessere Gegebenheiten bieten können, damit sie sich wirklich optimal für die Wettkämpfe bei uns im Basel und auch im weiteren Saisonverlauf vorbereiten können. Das ist unser Beitrag, den wir zu diesem wichtigen Jahr leisten wollen.

Im Zuge des CSI 2020 kommt es zu einem Präsidiumswechsel. Willy Bürgin tritt zurück. Wird der Anlass also im Zeichen seiner Abschieds-Tournee stehen?

Ich glaube, es ist Willy sehr wichtig, dass es eben keine Abschiedstournee wird, sondern, dass das Turnier in seinem Sinne weitergehen wird. Wir haben das Turnier zusammen ins Leben gerufen, er hat den CSI wie kaum jemand anderes geprägt. Ihm ist es, denke ich, am allerwichtigsten, zu wissen, dass sein Turnier in guten Händen ist. Zumal er sich ja auch nicht komplett zurückziehen wird, da bin ich überzeugt. Wir wollen wie jedes Jahr einen tollen CSI bieten und uns bei Willy natürlich in diesem Rahmen dann auch gebührend bedanken. Ich würde deshalb viel eher von einer Stabsübergabe als von einem Abschied sprechen.