Volleyball
Sm’Aesch schafft nach einem Kaltstart eine wundersame Wende

Die Birstalerinnen bezwingen Cheseaux in den NLA-Playouts nach einem 0:2-Satzrückstand mit 3:2. Mit diesem Sieg revanchieren sie sich für den missratenen Auftritt im ersten Spiel und zeigen eine gute Moral.

Paul Ulli
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Megan Plourde (m.) blieb unter ihren Möglichkeiten.

Megan Plourde (m.) blieb unter ihren Möglichkeiten.

Uwe Zinke

Es war für die Sm’Aesch-Spielerinnen gar keine fröhliche Heimreise nach dem ersten Match in Cheseaux gewesen. Eine bittere 0:3-Niederlage im Gepäck, ein stinksaurer Trainer und das Wissen eine zum Teil inakzeptable Leistung erbracht zu haben, waren die Gründe dafür. Auch die Suche nach Entschuldigungen brachte keine Besserung.

Vor dem Heimspiel nahm Headcoach Timo Lippuner in erster Linie seine Profis in die Pflicht. Doch all die Einzelgespräche schienen ungehört gewesen zu sein.

Leistungsträgerinnen enttäuschten

Die zu Beginn der Saison teilweise noch stark aufspielende US-Amerikanerin Kayla Neto machte im Startsatz gerade mal einen Punkt und auch ihre Teamkolleginnen bekleckerten sich nicht gerade mit Ruhm. Logische Folge dieses Kaltstartes war der Satzverlust (14:25). Sm’Aesch-Präsident Werner Schmid motivierte das Team beim Seitenwechsel nochmals energisch. Doch auch die präsidialen Worte zeigten vorerst wenig Wirkung. Zwar steigerte sich Neto, und Kerley Becker präsentierte sich als stärkste Angreiferin. Da aber vor allem Megan Plourde bis dahin weit unter ihren Möglichkeiten spielte, musste das Heimteam bis zum Stand von 14:14 immer einem Rückstand hinterherlaufen. Auch die erstmalige Führung brachte keine Ruhe. Cheseaux-Top-Skorerin Sarah Van Rooij brachte mit ihren Punkten auch den zweiten Satz ins Trockene. Vorteilhaft verlief danach der Auftakt für die Gastgeberinnen nach der kurzen Pause. 10:5 und 14:8 führte das Birstaler Kombinat, vor allem dank Becker. Die Hoffnungen auf ein Erfolgserlebnis flackerten wieder auf. Doch just in diesem Moment schwächelte Passeuse Caithlyn Donahue und die Gäste kamen wieder heran. Lisa Gysin sicherte ihrem Team den Durchgang mit schönen Punkten doch noch. Der Schwung hielt an. Mit einer enorm verbesserten Leistung retteten sich die zuvor schon abgeschriebenen Baselbieterinnen ins Tiebreak.

Beckers Euphorie

In diesem glänzte erneut die 28-jährige Brasilianerin Becker. Mit einem Hattrick brachte sie ihre Mannschaft mit 4:2 in Führung. Cheseaux konnte nicht mehr reagieren – Sm’Aesch Pfeffingen feierte einen nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg. « Es war ein unglaubliches Spiel. Wir sahen wie der klare Verlierer aus. Doch plötzlich fanden wir zu unserem Spiel, zermürbten den Gegner und zwangen ihn in die Knie», bilanzierte die glückliche Matchwinnerin Kerley Becker.