Special Olympics
Roger Kreis aus Basel holt Langlauf-Gold an den Special Olympics in Österreich

Knapp 110 Länder aus aller Welt nahmen vom 18.-24. März 2017 an den Special Olympics World Winter Games in Schladming und Graz teil. Die Schweiz war mit einer 68-köpfigen Delegation in den Sportarten Ski, Snowboard, Langlauf und Unihockey vertreten.

Irene Ñanculaf
Merken
Drucken
Teilen
Der Basler Roger Kreis gewann im Langlauf-Rennen über 5 km Gold.

Der Basler Roger Kreis gewann im Langlauf-Rennen über 5 km Gold.

Zur Verfügung gestellt

Beim Zieleinlauf der Schneesportarten, in der Unihockeyhalle Graz, in den Gassen von Schladming oder auf den «Medal-Plazas» – überall war der olympische Geist spürbar. Die 2'700 Sportlerinnen und Sportler, die mit zahlreichen Fans angereist waren, zeigten sich zwar während ihrer Wettkämpfe siegeswillig und ehrgeizig, freuten sich danach jedoch auch über Erfolge ihrer Mitbewerber.

Sie liessen sich von sprachlichen Barrieren nicht davon abhalten, mit ihren Sportkollegen in Kontakt zu treten, sei es nun durch gemeinsames Tanzen und Singen oder durch das Austauschen von Pins oder anderen kleinen Geschenken aus den verschiedenen Nationen.

Herausforderung für Körper und Geist

Die Teilnahme an World Games bedeuten ereignisreiche Tage, vollbepackt mit intensiven Programmpunkten. Von der Vorbereitung, über die Wettkämpfe bis hin zu den Medaillenzeremonien kommen die Athleten kaum dazu, sich zu entspannen oder das Erlebte Revue passieren zu lassen.

Einerseits ist dies kräfteraubend und Athleten wie auch Coaches können leicht an ihre Grenzen kommen. Andererseits wachsen die Sportler über sich hinaus, stärken ihr Selbstvertrauen und werden mutiger. Getragen von der guten Stimmung, angefeuert von Fans und Familienangehörigen und angespornt von der eigenen Freude dabei zu sein, stecken die meisten Sportler diesen Stress weg.

Der Basler Markus Huber lief im Langlauf-Rennen über 5 km auf den 7. Rang.

Der Basler Markus Huber lief im Langlauf-Rennen über 5 km auf den 7. Rang.

Zur Verfügung gestellt

Sie geben bei jedem Wettkampf ihr Bestes, auch wenn es regnet oder die Pisten und Loipen zu Matsch geworden sind. «Es ist für mich unbeschreiblich, meinen Sohn hier zu erleben. Er ist wie neu geboren und spürt genau, dass er hier akzeptiert und respektiert wird, dass seine Leistungen zählen und er von so vielen Fans bejubelt wird.», freut sich eine Mutter.

Mehr als Sport

Auch neben den Wettkämpfen waren die Games für die 48 Schweizer Athleten ein Erlebnis. «World Winter Games von Special Olympics sind viel mehr als Sport. Es geht um die Integration und die Wertschätzung dieser speziellen Athletinnen und Athleten, es geht um grenzenlose Kommunikation zwischen den Nationen und um das Miteinander von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung», sagt der ebenfalls mitgereiste Bruno Barth, Geschäftsleiter von Special Olympics Switzerland.

Ein sehr gutes Beispiel dafür war das Programm «Schule trifft Special Olympics». Jedem Land wurde im Vorfeld eine Schulklasse zugeteilt – von Erstklässlern bis zu Berufsschülern oder Gymnasiasten. Diese Schüler bereiteten sich zuerst in der Klasse vor, lernten Hintergründe und Vision von Special Olympics kennen und waren schliesslich als Fanteam für das entsprechende Land vor Ort – im Falle der Schweiz mit Schweizer Flaggen, einem Lied für die Athleten und selbstgestalteten Geschenken.

Ein ganzer Bus mit rund 70 Personen war vom fast 3 Stunden entfernten Ilz angereist, inklusive Schuldirektorin und Bürgermeister, um die Schweizer Athleten einen Tag lang lauthals anzufeuern.

Herausragende Leistungen des Team Switzerland

Bei jeder Disziplin, in der die Athleten an World Games antreten, wird jeweils am Vortag ein Divisioning durchgeführt. Hier absolviert der Athlet sein Rennen oder spielt das Team seine Matches wie im Ernstfall. Aufgrund der Divisioning-Resultate werden alle Sportler anschliessend in kleine, homogene Leistungsgruppen eingeteilt, die aus minimal 3 und maximal 8 Athleten bestehen.

Dies gewährt faire und spannendere Wettkämpfe, denn in den Finals tritt man schliesslich nur noch gegen ungefähr gleichstarke Gegner an. Die Schweiz hatte Teilnehmer in den verschiedensten Leistungsgruppen und kann durchwegs stolz auf die erzielten Resultate sein. Konzentriert und motiviert haben sie ihre Wettkämpfe absolviert und insgesamt 9 Gold, 14 Silber und 9 Bronzemedaillen geholt.

Aber auch die Athleten, bei denen es nicht ganz aufs Podest gereicht hat, haben uns mit ihrer Freude gezeigt, worauf es ankommt: Es spielt keine Rolle, ob man am Ende gewinnt. Was zählt, ist die Gewissheit sein Bestes gegeben zu haben. Und selbstverständlich wurden auch sie gebührend dafür gefeiert.