Super League

Nerven verloren, Punkte verschenkt: FCB erleidet in Lugano eine historische Niederlage

Der FCB verpasst die Chance das Titelrennen noch enger zu machen und verliert erstmals seit 20 Jahren in Lugano. Die Niederlage ist nach einer ideenlosen Leistung der Basler verdient.

Fabian Frei ist stocksauer. Zurecht. Motzend läuft er zu Schiedsrichter Lukas Fähndrich, verwirft die Hände. Der Frust ist beinahe greifbar. Er moniert, dass der FC Basel nicht wechseln durfte, nachdem Taulant Xhaka verletzt ausgeschieden ist. Und vor allem, weil der FCB so in temporärer Unterzahl das zweite Tor kassiert. Es steht 0:2 aus Sicht der Basler. Und Freis Frust ist verständlich. Nur: Frei müsste seinen Frust auch gegen seine eigene Mannschaft richten. Denn was der FCB im Cornaredo tut, ist einmal mehr nicht genug. Anschlusstor zum 1:2 hin oder her.

Der FC Basel agiert träge, ideenlos, lange gespickt mit zu wenig Torgefahr trotz Doppelspitze und mit ungenügender Laufbereitschaft. Wobei man zumindest Letzteres dem so unangenehm schwülen und klebrigen Wetter zuschreiben kann. Eine Ausrede für diesen neuerlichen Ausrutscher darf es aber nicht sein. Vor allem, wenn man bedenkt, welch Chance sich den Baslern geboten hatte. Auf drei Punkte hätte der FCB an YB rankommen können, welches am Vorabend zwei Punkte bei Servette hatte liegen lassen.  Aber es gelingt nicht. Stattdessen setzt es eine fast schon historische Niederlage ab: Erstmals seit dem 12. November 2000 verliert Basel in Lugano.

Keine Ballstafetten, dafür Knorz und Konter

Etwas, was die Akteure alles andere als gut verkraften. Freis Gemotze ist nur der Anfang. In den Schlussminuten verliert Omar Alderete die Nerven. Mit dem Ellenbogen schlägt er Stefano Guidotti, sieht glatt Rot. Es ist ein Sinnbild des Basler Frusts an einem gebrauchten Abend. Ein Frust, der Jonas Omlin nach dem Spiel deutlich ins Gesicht geschrieben steht. «Es war ein Scheiss-Match. Einfach zum Vergessen», fasst der Basler Torhüter die Partie zusammen. Alderetes Aktion bezeichnet er als einen Moment, «in dem der angestaute Frust raus musste. Denn wenn man über 90 Minuten keine drei Pässe am Stück an den Mann bringt, dann bringt das nun mal Frust.» Omlin ist angefressen. Nicht nur ob des Resultats und der ungenutzten Chance, das Meisterrennen enger zu machen. Sondern auch, weil das Team wusste, was es im Tessin zu erwarten hatte: «Gegen Teams wie Lugano oder Luzern, welche beide mit Fünferkette agieren, ist es immer ein Knorz.  Dann läuft man in Konter rein. Das ist nicht das erste Mal in deser Saison.»

Ein Konter ist es auch, der das Spiel zum Kippen bringt. Nachdem die Basler an der gegnerischen Strafraumgrenze den Ball verlieren, schalten die Luganesi blitzschnell um. Alexander Gerndt lässt Xhaka im Laufduell stehen und trifft zum 1:0. Beim 2:0 durch Filip Holender ist die FCB-Defensive dann zu unsortiert. Der Sieg des Heimteams ist aber nicht unverdient.

So steht der FCB, der in einem ungewohnten 4-4-2 mit ständig rotierender Raute im Zentrum ins Spiel gegangen ist,  erneut mit leeren Händen da. Ausserdem verliert er Alderete gesperrt und Xhaka verletzt. Obschon dieser wohl keine schlimmere Blessur davon getragen haben dürfte. Dennoch verschärft es die Situation im ohnehin schon schmalen Kader. Bereits am Samstag geht es weiter. Auf die Breite angesprochen sagt Trainer Marcel Koller, dass er halt nicht mehr Spieler habe. Und auch wenn es nicht so offensichtlich ist wie bei Frei: Auch er ist stocksauer. Zurecht.

Das Telegramm:

Die Noten:

Meistgesehen

Artboard 1