FC Basel
Michael Lang: «Ein Traum, der immer schöner wird»

Der Rechtsverteidiger Michael Lang ist beim FC Basel schnell angekommen. Nach 185 Super-League-Spielen für St.Gallen und GC ist dem 24-jährigen der Sprung zum FC Basel gelungen.

Markus Brütsch
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Scheut den harten Konkurrenzkampf nicht: Michael Lang.

Scheut den harten Konkurrenzkampf nicht: Michael Lang.

Markus Brütsch

Als Michael Lang noch bei GC spielte, da war auf der Website des Vereins sein Lebensmotto zu lesen: «Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.»

In der letzten Woche nun ist dieser Lang nach dem Mittagessen im lauschigen Garten des Parkhotels Egerner Höfe gesessen. Und als er davon geschwärmt hat, wie grossartig die ersten Tage beim neuen Klub verlaufen seien, ist man unweigerlich zur Erkenntnis gekommen, dass der 24-Jährige gerade dabei ist, seine Devise umzusetzen.

Erst ein paar Tage zuvor hatte er mit einem Vierjahresvertrag seinen Dienst beim FC Basel angetreten und war mit diesem gleich ins Trainingslager nach Rottach-Egern am Tegernsee gereist. «Das hat den grossen Vorteil, dass ich nicht in Basel allein im Hotel wohnen muss», sagt Lang und lacht. Zusammen mit dem ein Jahr älteren Luca Zuffi, den er seit gemeinsamen Zeiten bei Schweizer Nachwuchsauswahlen kennt, teilt er sich ein Zimmer. «Ich habe mich beim FC Basel von der ersten Minute an wohlgefühlt. Es kommt mir vor, als sei ich schon lange hier.»

Nichts Schlechtes über GC

Er wisse, dass er privilegiert sei, sein Auskommen als Fussballprofi zu generieren, hat Lang früher einmal gesagt. Im Teenageralter würden doch 80 Prozent davon träumen, einmal Berufsfussballer zu werden. Er, Lang, habe sich diesen Traum erfüllen können. Nach seinem Transfer vom Rekord- zum Serienmeister, ist dieser nun noch etwas schöner geworden. «Die Qualität beim FCB ist hoch», sagt Lang, «aber ich möchte mich nicht so verstanden wissen, sie sei bei GC tief gewesen.»

Obwohl er bei den Zürchern ein viertes und letztes Jahr mit viel Unruhe, wie dem Theater um Captain Vero Salatic und die Freistellung von Sportchef Axel Thoma, erlebt hatte, mag er kein schlechtes Wort über seinen alten Arbeitgeber verlieren. «Das wäre respektlos», sagt Lang. Nach einem schlechten ersten Jahr, das nur dank dem Desaster bei Xamax und dem Punktabzug beim FC Sion nicht mit dem Abstieg geendet hatte, war er mit den Hoppers danach zwei Mal Vizemeister und 2013, dank einem Sieg im Penaltyschiessen gegen den FC Basel, gar Cupsieger geworden.

Etwas Schlechtes über GC sagen würde er auch schon deshalb nicht, weil dieser Verein im Fussball seine erste grosse Liebe war. Angesteckt von seinem Vater, der als Zürcher ein Faible für den Grasshopper Club hatte, war er als Kind im Trikot von Kubilay Türkyilmaz zur Schule gegangen. Obwohl im thurgauischen Egnach aufgewachsen und damit auf einem Boden, der eigentlich zum Territorium des FC St. Gallen gehört.

Polyvalent einsetzbar

Dennoch schloss er sich im Jahr 2000 den Espen an. Er war seinen Alterskollegen immer ein Stück weit voraus, debütierte schon als 16-Jähriger in der Super League, absolvierte die Berufssportlerlehre und bestritt über sechzig Juniorenländerspiele. Aus dem einstigen defensiven Mittelfeldspieler war längst ein zuverlässiger Innenverteidiger geworden. Dass er dann 2011 doch bei GC landete, war vor allem dem Abstieg der St. Galler geschuldet. Als GC nach einem Jahr Stéphane Grichting und Milan Vilotic verpflichtete, übertrug ihm Trainer Uli Forte die Rolle des rechten Verteidigers.

«Nachdem ich in den letzten Jahren zu 80 bis 90 Prozent als Aussenverteidiger aufgelaufen bin, wäre es seltsam, wenn ich sagen würde, dies sei nicht meine beste Position», sagt Lang. Der neue Basler Trainer Urs Fischer sagt: «Lang ist zwar polyvalent, hat inzwischen aber seine Position als Rechtsverteidiger gefunden. Er ist technisch gut, besitzt Speed, ist stark im 1:1 und steht defensiv sehr gut.»

Beim Debüt im FCB-Trikot beim 1:2 gegen 1860 München am Freitag in Geretsried fiel Lang in seiner einstündigen Einsatzzeit dadurch auf, dass er sich unermüdlich in den Angriff miteinschaltete und sich oft vor dem nominell vor ihm positionierten Japaner Yoichiro Kakitani bewegte. Insgesamt hinterliess Lang einen guten Eindruck. Es zeichnet sich ein spannender Kampf zwischen ihm und Philipp Degen um einen Stammplatz ab. «Es gibt hier nur wenige gesetzte Spieler» sagt Lang, «das ist interessant und förderlich für die Qualität.»

Stets bodenständig geblieben

Bei GC noch Fixstarter, ist sich Lang bewusst, dass ihm auch mal die Ersatzbank droht. «Ich möchte immer spielen und es liegt an mir, wie oft ich dies schaffe», sagt Lang. Er freut sich auf den vollen St.-Jakob-Park und verknüpft mit diesem Stadion die tolle Erinnerung, beim 1:0 gegen Brasilien am 14. August 2013 sein erstes von bisher acht Länderspielen – inklusive eines WM-Kurzeinsatzes gegen Honduras – bestritten zu haben.

Lang verhehlt nicht, dass bei seinem Wechsel zum FCB auch die Aussicht, in der Champions League zu spielen, ein Argument gewesen sei. Mit GC ist er in den beiden letzten Jahren an Lille und Lyon gescheitert. Dass er den FCB als Sprungbrett für einen späteren Wechsel ins Ausland betrachtet, weist er vehement zurück. Es würde auch gar nicht seinem bodenständigen Naturell entsprechen. «Es wäre respektlos gegenüber dem FCB», sagt Lang.

Nächste Woche geht es im Wallis schon weiter mit dem nächsten Trainingslager. «Wir haben einen guten Mix aus Konzentration und Lockerheit, die Ambiance stimmt», sagt Lang. Dass YB verheissungsvolle Transfers gelungen sind, hat er zur Kenntnis genommen. «Die Meisterschaft wird kein Selbstläufer, aber wir sind ein Topteam und bereit für einen grossen Kampf.»

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