FC Basel
Marek Suchy muss verlängern und zwei weitere Erkenntnisse aus dem 1:1 gegen Lugano

Zugegeben: Beim 1:1 gegen Lugano bot der FCB am Sonntag im Joggeli grösstenteils magere Fussballkost. Doch das hat seine Gründe.

Jakob Weber
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Der FCB kommt gegen Lugano nicht über ein 1:1 hinaus.
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Nur ein Punkt für den FC Basel.
Armando Sadiku bringt Lugano in der 68. Minute in Führung.
FCB - Lugano 7.4.19
Er drückt den Ball nach einem Abpraller von Da Costa über die Linie.
Der Basler Jubel nach dem Ausgleichstreffer.
Noah Okafor (l.) versucht sich gegen Numa Lavanchy durchzusetzen.
Kein Durchkommen für Eder Balanta und Basel in der ersten Halbzeit.
Weder Basel noch Lugano kommen zu nennenswerten Chancen.
Einziger Aufreger ist der Zusammenstoss von Lugano-Keeper Baumann und Eder Balanta.
Beide Spieler müssen gepflegt werden.
Für Baumann geht es nicht weiter. Er wird durch Da Costa ersetzt.
Eder Balanta tröstet Torhüter Noam Baumann bei seiner Auswechslung.
Noah Okafor (l.) sucht eine Anspielstation.
Eder Balanta (r.) wird von Balint Vecsei in Bedrängnis gebracht.
Numa Lavanchy (l.) im Kampf um den Ball gegen Basels Raoul Petretta,
Zdravko Kuzmanovic (r.) ist vor Mattia Bottani am Ball.
Marek Suchy steht gegen Lugano in der FCB-Startelf.
So stellt Marcel Koller seine Mannschaft gegen Lugano auf.

Der FCB kommt gegen Lugano nicht über ein 1:1 hinaus.

Keystone

1. Marek Suchy muss beim FCB bleiben

Der Torschütze zum 1:1 war gegen Lugano der Mann des Spiels. Doch der Vertrag des Captains läuft im Sommer aus. Noch hat sich Marek Suchy nicht mit FCB-Sportchef Marco Streller auf einen neuen Vertrag einigen können. Die Gespräche laufen. Marek Suchy will sich erst konkret äussern, wenn eine Entscheidung gefallen ist. Lange dürfte er die FCB-Fans nicht mehr warten lassen.

Das Tor zum 1:1 gegen Lugano durch Marek Suchy:

Fakt ist: Seit Marek Suchy nach seinem Achillessehnenriss wieder zurück ist, spielt er besser denn je. Marcel Koller lobte jüngst seine Erfahrung und Aggressivität in den Zweikämpfen. Der Trainer weiss, dass es auch an Suchy liegt, dass der FCB im Jahr 2019 noch ungeschlagen ist. Mit Suchy kassiert Rotblau in dieser Saison in 15 Spielen 19 Gegentore (1,27/Spiel). Ohne den Captain geb es in 19 Spielen 32 Gegentore (1,68/Spiel). Kein Wunder also, dass Koller öffentlich zugibt, dass er gerne weiter mit dem Tschechen zusammen arbeiten würde. Doch weil es für den 31-Jährigen wahrscheinlich der letzte grosse Vertrag der Karriere sein dürfte, muss für Suchy am Ende alles stimmen. Natürlich auch das Gehalt.

Marek Suchy kam im Januar 2014 von Spartak Moskau zum FCB. Seitdem hat er 215 Mal das FCB-Trikot getragen. Als Profi hat er für keinen Klub öfter gespielt. Auch seine Familie fühlt sich in Basel sehr wohl, weshalb es eigentlich keinen offensichtlichen Grund gibt, den FCB jetzt zu verlassen. Alles andere als eine Vertragsverlängerung wäre doch eine grössere Überraschung.

2. Die Spannung lässt doch nach

Vor dem Spiel gegen Lugano wurde Marcel Koller gefragt, wie er die Spannung in der Mannschaft trotz langweiliger Tabellensituation hochhalte. "Haben Sie einen Spieler gesehen, der die Spannung verloren hat?", so die rhetorische Antwort des FCB-Trainers.

Tatsächlich war den FCB-Spielern in den letzten Wochen nicht anzumerken, dass es in der Liga nur noch auf die goldene Ananas geht. "Alle wollen spielen und wollen sich im Training und an den Matches anbieten", erklärt Fabian Frei. Doch gegen Lugano zeigten zumindest die ersten 45 Minuten, dass doch nicht alle beim FCB zu 100 Prozent da waren. Fehlpässe, anderweitige Ungenauigkeiten und ein behäbiger Aufbau sorgten dafür, dass der FCB in Halbzeit 1 nicht einen Schuss aufs Tor brachte.

Mit Eder Balanta und Zdravko Kuzmanovic auf der Sechs und Samuele Campo auf der Zehn fehlte es dem FCB an Geschwindigkeit. Lugano fiel es deshalb leicht, die zahlreichen FCB-Angriffe zu verteidigen. Das Resultat: Nur drei einigermassen gefährliche FCB-Torchancen und nur ein Tor. Am kommenden Samstag gegen GC dürften die FCB-Spieler wieder etwas motivierter sein, denn schliesslich könnte es zumindest für ein Jahr der letzte Auftritt der abstiegsbedrohten Hoppers im Joggeli sein.

3. YB kann so früh Meister werden wie noch nie

Während der FCB sich gegen Lugano abmühte, fegte ein Berner Sturm über den FC Thun. 5:1 hiess es am Ende für YB, das in der Tabelle trotz eines Spiels weniger 20 Punkte Vorsprung hat. Damit haben es die Berner in der eigenen Hand. Mit einem Sieg im Nachholspiel in Luzern am Mittwoch und einem weiteren Dreier am Sonntag beim FCZ holt sich YB aus eigener Kraft schon am kommenden Wochenende die Schale und damit so früh wie noch kein Schweizer Klub jemals.

Den bisherigen Rekord hält der FCB. Der wurde in der Saison 16/17 nach dem 30. Spieltag Meister. Damals war das am 28. April. Sollte Basel am Samstag nicht gegen GC gewinnen, werden die Berner - solange sie am Mittwoch gegen Luzern gewinnen - sogar auf dem Sofa zum Meister. Auch in Sachen Zuschauerschnitt hat YB den FCB am vergangenen Wochenende überholt.

Die kompletten Highlights vom Lugano-Spiel im Video:

Die FCB-Spieler in der Einzelkritik:

Jonas Omlin: Note 4 Ein undankbares Spiel für den FCB-Torhüter. Er ist quasi arbeitslos und wird durch einen Sonntagsschuss aus 30 Metern doch bezwungen.
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Taulant Xhaka: Note 4 Seine auffälligste Szene hat er nach Abpfiff. Holt im Tumult zu einem Kopfstoss gegen Gerndt aus. Zieht aber zum Glück nicht durch.
Eray Cömert: Note 4 Eigentlich eine souveräne Vorstellung wäre da nicht dieser Ballvertändler, der zu einer gelben Karte führt. Deswegen fehlt er gegen GC gesperrt.
Marek Suchy: Note 5,5 Durch sein Tor wird er zum besten Mann. Wie schon gegen Luzern trifft er nach einem Standard per Abstauber. Diesmal nach einer Ecke.
Raoul Petretta: Note 4 Macht eine solide Partie. Gewinnt in der Defensive viele Zweikämpfe und ist auch im Aufbauspiel oft gefordert. Dort täte ihm etwas mehr Mut gut.
Eder Balanta: Note 4,5 Sein Stellungsspiel und seine Zweikampfstärke sind der Hauptgrund, warum Lugano kaum zu Chancen kommt. Im Spielaufbau aber zu behäbig.
Zdravko Kuzmanovic: Note 3,5 Fordert jeden Ball und dirigiert das Basler Spiel wie immer, wenn er auf dem Platz steht. Doch etwas Zählbares bringt er nicht auf den Rasen.
Ricky van Wolfswinkel: Note 3 Kann sich auf dem Flügel nicht wie gewünscht in Szene setzen. Schleicht leider viel zu selten ins Zentrum und bleibt deshalb völlig blass.
Samuele Campo: Note 3 Er bekommt auf der Zehn viele Bälle, spielt diese aber meist zu langsam weiter, sodass es nicht gefährlich wird. Auch seine Abschlüsse sind harmlos.
Noah Okafor: Note 4 Geht oft ins Eins-gegen-Eins und flitzt Lugano-Aussenverteidiger Lavanchy Mal für Mal davon. Doch dann weiss er leider oft nicht, wie weiter.
Albian Ajeti: Note 4,5 Bekommt die Bälle meist nur mit dem Rücken zum Tor. Seine Kopfballverlängerung führt zum Ausgleich. Sein Siegtor verhindert die Latte.
Fabian Frei: Note 4,5 Direkt nach der Gästeführung (68.) wechselt der FCB doppelt. Frei kommt für Kuzmanovic ins Spiel. Mit ihm wird wieder öfter flach gespielt.
Luca Zuffi: Note 5 Auch er ist Teil des Doppelwechsels nach dem 0:1. Seine gefährliche Ecke steht sieben Minuten später am Ursprung des Basler 1:1 durch Suchy.
Edon Zhegrova: keine Note Kommt in der 83. Minute für Okafor. Auch in seinem dritten Kurzeinsatz kann der Winterneuzugang keine Akzente setzen. Ohne Bewertung.

Jonas Omlin: Note 4 Ein undankbares Spiel für den FCB-Torhüter. Er ist quasi arbeitslos und wird durch einen Sonntagsschuss aus 30 Metern doch bezwungen.

ho